Kirchhellen 2030+

Drei Manager für die Dorfentwicklung

Bezirksbürgermeister Ludger Schnieder und Dorothee Lauter, Leiterin der Koordinierungsstelle Stadtentwicklung, bei der Bürgerwerkstatt.

Foto: Lutz von Staegmann

Bezirksbürgermeister Ludger Schnieder und Dorothee Lauter, Leiterin der Koordinierungsstelle Stadtentwicklung, bei der Bürgerwerkstatt. Foto: Lutz von Staegmann

Kirchhellen.   Nicht nur durch den Wettbewerb „Zukunftsstadt“, sondern auch auf anderen Förderwegen sollen Experten die Perspektiven für Kirchhellen mitgestalten

Experten für Sanierung, Klimaschutz und Quartiersentwicklung sollen Kirchhellen auf dem Weg zur „Zukunftsstadt 2030+“ unterstützen. Das hat Dorothee Lauter, Leiter der Koordinierungsstelle Stadtentwicklung, zum Auftakt der Bürgerwerkstatt am Dienstag angekündigt. Danach waren die Ideen der Bürger gefragt. Und die rieben sich zuweilen hörbar aneinander.

Geld für energetische Sanierung

Die drei Manager, die die Dorfentwicklung begleiten sollen, könnten finanziert werden aus verschiedenen Töpfen. Ein Quartiersmanager zum Beispiel aus Fördergeldern vom Bund, wenn es Bottrop zum Jahresende tatsächlich in die letzte Projektstufe des Bundeswettbewerbes „Zukunftsstadt“ schafft. Der Sanierungsmanager wiederum könnte aus einem Programm der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) zum Thema „Energetische Stadtsanierung“ finanziert werden. Da stockt allerdings gerade die Mittelvergabe wegen der langwierigen GroKo-Verhandlungen: Der Bundestag hat immer noch keinen Haushalt 2018 beschlossen. Deshalb hofft Dorothee Lauter auf eine Förderzusagen Anfang 2019.

Standort für Biomasse-Kraftwerk

Für das Werkstattgespräch mit den Bürgern hatte das Team der „Zukunftsstadt“ drei Themenfelder abgesteckt. Ein weiteres wird wesentlich von Forschern beackert: Umweltplaner Tilman Christian stellte die geplante „Stoffstromanalyse Biomasse“ vor. Nach der Mengenerfassung soll die Frage beantwortet werden: „Welche zusätzlichen Anlagen zur Energiegewinnung aus Biomasse könnten wir wo errichten?“ Der Standort Schacht 10 des Bergwerks Prosper-Haniel wurde dafür ins Gespräch gebracht, ist aber „bis jetzt nur eine unverbindliche Option“, sagt Christian.

Wege zum Bahnhof Feldhausen

Weil Kirchhellens Bevölkerung seit 2010 um 1,2 Prozent gewachsen ist und vor allem junge Familien derzeit hier hinziehen, steht das Thema Energie nicht mehr im Mittelpunkt der Zukunftsstadt-Überlegungen. Stattdessen etwa das Nachdenken über Alternativen zum Auto. Wie kann künftig der einzige Bahnhof Kirchhellens in Feldhausen so angebunden werden, dass das Dorf attraktive Anschlüsse an den Regionalverkehr bekommt? Das war die Ausgangsfrage einer der drei Diskussionsgruppen. Die zweite Gruppe diskutierte über attraktive, sichere und effiziente Wege zu den Schulen und Kindergärten im Dorf.

Kontroverse Ansichten zu Bäumen und Bänken

Und die dritte Gruppe diskutiert über den Dauerbrenner seit Jahrzehnten im Dorf: die Gestaltung des Johann-Breuker-Platzes. Hier konterte Feierabendmarkt-Macher Stephan Kückelmann die Überlegzungen von SPD und CDU über mehr Bänke und Bäume mit der Aussage: „Aus Veranstaltersicht sollte der Platz genau so bleiben, wie er ist. So gibt es kaum Hindernisse.“ Bis Juni hat das „Zukunftsstadt“-Team nun Zeit, solche Kontroversen aufzulösen.

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