Pferdesport

Die Kutschenfahrfreunde holen sich Tipps vom Champion

Prominenter Beifahrer: Champion Rainer Duin gibt Marion Müller Tipps, wie sie ihren Einspänner noch besser führen kann.

Prominenter Beifahrer: Champion Rainer Duin gibt Marion Müller Tipps, wie sie ihren Einspänner noch besser führen kann.

Foto: Thomas Gödde / FUNKE Foto Services

Kirchhellen.  Die Kutschenfahrfreunde haben sich einen mehrfachen Meister als Trainer geholt: Rainer Duin gab den Fahrern am Wochenende Tipps vom Profi.

Hufgetrappel, Pferdewiehern, klirrendes Kutschgeschirr, das Quietschen und Knarren von Kutschen. Wer am Wochenende den Reiterhof Dieckmann in Feldhausen betritt, den erwartet ein etwas ungewöhnliches Bild. Statt der Dressur- und Springreiter, die ihrem Training nachgehen, drehen Kutschgespanne ihre Runden in der großen Reithalle und auf dem Sandplatz draußen.

Anlass ist ein Lehrgang, den die Kutschen-Fahrfreunde Kirchhellen ausgerichtet haben. Denn Kutschenfahren, das will gelernt sein. Wer den Kutschwagen mit ein oder mehr Pferdestärken sicher im Straßenverkehr oder auf einem Turnier führen möchte, der braucht nicht nur Freude am Pferdesport, sondern auch viel Wissen rund um das Thema Pferd und Feingefühl.

„Man wird nie perfekt“

Schon mit einem Fingerzucken oder nur kleinsten Bewegungen aus dem Handgelenk beeinflusst man die Fahrt. Kenntnisse über korrektes Verschnallen des Kutschgeschirrs, Peitschenführung und Leinenhaltung werden benötigt. Eine Menge zu beachten und „man wird nie perfekt“, wie Engelbert Brinks, Teilnehmer des Lehrgangs, sein Hobby beschreibt.

„Alle fahren regelmäßig. Die Plätze waren schnell weg“, erzählt Jürgen Fahle, 2. Vorsitzender der Kutschen-Fahrfreunde Kirchhellen und dem Fahrsport seit vielen Jahren verbunden. Je 11 Gespanne, 22 Einheiten, die Lehrgangsleiter und mehrfache Champion im Kutschfahren Rainer Duin an diesen 2 Wochenendtagen betreut. Von 8 Uhr morgens bis 19.30 lehrt er den Teilnehmern den korrekten Umgang mit Leinen und Peitsche.

Ob erfahren oder noch beginnend, er holt das Pferd-Mensch-Gespann dort ab, wo sie stehen, korrigiert kleine Fehler und putzt die letzten Feinheiten heraus. „Wir hatten Glück, dass wir ihn verpflichten konnten“, freut sich Jürgen Fahle. Während Samstag das Fahren allgemein und grundlegende Fähigkeiten im Fokus stehen, steht am Sonntag das turniermäßige Fahren auf dem Programm.

Kutschenfahrfreunde halten zusammen

Ob Freizeitfahrer oder Sportler mit Turnierambitionen: Das Publikum der Teilnehmer ist genauso gemischt wie ihre vierbeinigen Partner vor der Kutsche. Von ganz kleinen Ponys bis ausgewachsenen Kraftpaketen von 1,85 Meter Stockmaß ist alles dabei. Und auch wer keine Kutsche und kein Pferd hat, wird gerne im Verein gesehen. „Die Gemeinschaft ist sehr gut. Ich wurde aufgenommen als wäre ich schon immer dabei gewesen“, erzählt Hermann-Josef Bode. Denn die Liebe zum Fahrsport und zu den Pferden verbindet. Kutschfahrer halten zusammen. „Anders geht es auch nicht“, betont Jürgen Fahle. „Gerade bei Ausfahrten sollte man immer einen Beifahrer mitnehmen, der im Ernstfall das Pferd führen kann, falls es mal Angst bekommt.“

Kutschfahren ist Teamarbeit. Und zum Team gehören auch die Pferde und Ponys. „Wir haben die Verantwortung, dass es ihnen gut geht“, so Engelbert Brinks. „Die Pferde müssen erstens gut konditioniert sein, wir joggen schließlich auch nicht von heute auf morgen 20 Kilometer. Und zweitens müssen sie verkehrssicher sein“, erklärt Jürgen Fahle. Aus diesem Grund fahren die Mitglieder der Kutschen-Fahrfreunde Kirchhellen so oft es geht und gerne auch mal viel befahrene Straßen. Denn nur aus der Routine resultiert Sicherheit. Der Pferdesport ist zeitaufwendig, da sind sich alle Mitglieder einig. Doch er bereitet auch viel Spaß, zum Beispiel wenn die kleinen Shetlandponys Elvira und Gini-Lou vor der Kutsche mal wieder allen die Show stehlen.

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