Fridays for Future

Kaum Zuhörer kamen zur Bottroper Klimaschutzdiskussion

Jessica Lee (links) und Sven Hermens (rechts) moderierten die Podiumsdiskussion im Spielraum.

Jessica Lee (links) und Sven Hermens (rechts) moderierten die Podiumsdiskussion im Spielraum.

Foto: Frank Oppitz

Bottrop.   Die Bottroper Aktivisten von „Fridays for Future“ luden zur Debatte um Klimaschutzforderungen. Die Parteienvertreter kamen, aber kaum Schüler

Politik ist ein kompliziertes Feld und für Jugendliche oftmals uninteressant. Diese Tatsache zeigte sich bei einer Podiumsdiskussion im Spielraum an der Prosperstraße. Die jungen Aktivisten der Bottroper Ortsgruppe „Fridays for Future“ hatten Politiker eingeladen, um ihnen mit Fragen zum Klimaschutz auf den Zahn zu fühlen. Nur schade, dass kaum ein Jugendlicher den Weg in den Spielraum gefunden hatte.

Wenige Zuhörer

Geschätzt waren es um die 20 Gäste, darunter sehr viele Vertreter aus der Bottroper Ratspolitik und nur wenige interessierte Zuhörer. Nicht einmal eine Handvoll Schüler hörten sich die Konzepte der Parteivertreter zum Klimaschutz an. Die Schüler, die anwesend waren, gehörten zum Organisationsteam der Veranstaltung. So wie Sven Hermens, der die zweistündige Diskussion gemeinsam mit Jessica Lee moderierte. „Wir hatten leider mit mehr Schülern gerechnet“, gab Hermens im Anschluss zu. Sein Fazit: „Es war eine sehr belebte Diskussion.“ Die Idee der Jugendlichen, Politiker an einen Tisch zu bringen und ihre Konzepte zum Klimaschutz vorzutragen, war mutig und ambitioniert.

Klopfen signalisiert Ende der Redezeit

Und die Politiker taten das, wofür die meisten von ihnen vor allem in einem Wahlkampf berühmt und berüchtigt sind: Sie redeten und redeten und redeten. Hermens war nicht zu beneiden und hatte den schwierigsten Job. Immer wieder schaute er auf die Uhr und kontrollierte die Redezeit von drei Minuten, die von den Politikern gefühlt nahezu immer überschritten wurde. Erst klopfte er langsam mit einem Stift gegen sein Wasserglas, um zu signalisieren: „Jetzt bitte langsam den Redebeitrag beenden.“ Doch diese Geste störte die Parteivertreter herzlich wenig. Ein Satz folgte dem nächsten. Getreu der Devise: Das muss ich unbedingt noch loswerden. Dann das zweite Klopfen, das dritte. Beim im vierten war manchmal doch endlich die Botschaft rübergebracht worden.

Fragen der Erwachsenen

Inhaltlich ging es um die Ziele von „Friday for future“: das Einhalten des Pariser Klimaabkommens, Deutschlands Ausstieg aus der Kohlekraft und die mögliche Einführung einer CO2-Steuer. Aber für wen erklärten die Politiker eigentlich ihre Konzepte? Im Publikum saßen keine Schüler. Folglich stellten auch die Erwachsenen nach der Diskussionsrunde die eine oder andere Frage. Hermens gab die Hoffnung bis zuletzt nicht auf. An die Politiker adressiert sagte er: „Ich möchte Sie bitten, nacheinander auf die Anmerkungen zu antworten, aber bitte auf keinen Fall mehr als anderthalb Minuten, weil wir haben jetzt schon überzogen.“

Und es kam, wie es kommen musste. Nach wenigen Augenblicken griff er wieder zum Stift und brachte das Wasserglas abermals zum Klingen. Manche Themen lassen sich eben nicht einfach mit wenigen Worten erklären. In einem Punkt waren sich alle Politiker der Diskussionsrunde allerdings einig, dass die Bewegung „Fridays for Future“ richtig und wichtig sei.

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