Hochschule Ruhr West

Hochschule Ruhr West wertet Bottroper Prosperviertel auf

Das Gründerzentrum Prosper III in Bottrop bekommt eine neue Mieterin - die Hochschule Ruhr West.

Das Gründerzentrum Prosper III in Bottrop bekommt eine neue Mieterin - die Hochschule Ruhr West.

Foto: Oliver Mengedoht / FUNKE Foto Services

Bottrop.   Die Hochschule Ruhr West zieht im Oktober in das Gründerzentrum Prosper III ein. Ihr Umzug hilft auch dem umstrittenen Bottroper Stadtviertel.

Die Hochschule Ruhr West (HRW) zieht ins Gründerzentrum Prosper III ein. Sie mietet auf dem früheren Zechengelände Büros, Werkstatthallen und Schulungsräume, um an Forschungsvorhaben zu arbeiten und ihren Studenten Firmenräume für Start-Up-Unternehmen anbieten zu können. Der Einzug der Hochschule verleiht dem zuletzt immer wieder in die Kritik geratenen Zentrum an der Kardinal-Hengsbach-Straße kräftig Schub.

Anfang Oktober wird die Hochschule in ihre neuen Räumlichen im Prosper-Viertel einziehen. 1500 Quadratmeter wird die HRW dort zunächst für die nächsten zehn Jahre anmieten. „Das Geld ist da, die Leute sind auch da, das wird eine Riesenchance, auch für die Stadt“, sagte HRW-Vizepräsident Prof. Oliver Koch. Zunächst um die 20 Mitarbeiter der HRW werden dann im Gründerzentrum arbeiten, 15 davon hat die Hochschule neu eingestellt.

Forscher sind auf dem Weg zur abfallfreien Wirtschaft

So wird das Prosperkolleg demnächst im Prosper-Viertel den Weg zu einer abfallfreien Wirtschaft erforschen und seine Erkenntnisse durch neue Produkte und innovative Geschäftsmodelle in die Praxis tragen. Außerdem zieht das Lern- und Demonstrationslabor ins Gründerzentrum ein. Darin erarbeiten Wissenschaftler neue Digitalisierungsstrategien für die Arbeitswelt, in dem sie Arbeitnehmern Digitalkompetenzen vermitteln und digitale Fabrikationsmethoden erproben. „Was aus dem Gründerzentrum jetzt wird, wird eine Erfolgsgeschichte sein“, versprach Markus Masuth, der vorsitzende Geschäftsführer der RAG Montan Immobilien, am Rande der Aufsichtsratssitzung der Gründerzentrumsgesellschaft.

Das Zentrum ist zu mehr als 90 Prozent in Besitz der Rag Immobilien. Seine Anfänge gehen in die Mitte der 1990er Jahre zurück, als das alte Gelände der Zeche Prosper III im Rahmen der Internationalen Bauausstellung Emscher-Park zu einem Mix aus Wohnsiedlung und Gewerbepark umgebaut worden war. „Das Gründerzentrum ist gut gelaufen, aber es gab dann auch Schwierigkeiten, es zu dem durchbrechenden Erfolg zu entwickeln“, räumte Masuth ein. Mit der Hochschule als neuer Mieterin sei auch das gelungen. Das Gründerzentrum biete sich wegen seiner Nähe zum Bottroper Campus der Hochschule förmlich an. „Wir gehen daran, die Gebäude aufzuwerten und sie passgenau für die Hochschule zu machen“, sagte der Manager.

Aufwertung eines sozialen Brennpunktes

Oberbürgermeister Bernd Tischler erhofft sich über den Einzug der Hochschule ins alte Gründerzentrum hinaus einen weiteren Effekt: die Aufwertung eines sozialen Brennpunktes. Tischler deutet dieses Problem, das auch in der SPD Sorgen ausgelöst hatte, nur an. Er nennt das Gelände zurückhaltend einen „Standort, der in der Diskussions war“. Dass sich in der Nähe des umstrittenen Roten Platzes bald Wissenschaftler und Studenten aufhalten, tue dem Viertel nur gut, findet er. Das sieht auch SPD-Wirtschaftssprecher Frank Beicht so. Der Medienunternehmer hatte sich wegen der aus seiner Sicht zu geringen Auslastung auch schon als Kritiker des Gründerzentrums hervor getan. „Bottrop wird zu einer anderen Stadt. Dabei ist die Hochschule ein ganz wichtiger Faktor. Denn sie bringt junge Menschen und Bildung nach Bottrop“, sagte er. Der Einzug der Hochschule ins Prosperviertel sei ein großer Gewinn, unterstrich Beicht. Für CDU-Vertreter Andreas Bartz lag das ohnehin nahe. Bartz: „Hochschule und Gründerzentrum gehören zusammen“.

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