Befürchtung

Handwerk gerät aus dem Blick

erade der hiesige Raum benötigt Facharbeiter, Gesellen, Techniker und Meister, um bestehende Betriebe zukunftssicher zu machen.

Foto: Daniel Bockwoldt (dpa)

erade der hiesige Raum benötigt Facharbeiter, Gesellen, Techniker und Meister, um bestehende Betriebe zukunftssicher zu machen. Foto: Daniel Bockwoldt (dpa)

Bottrop.   Handwerkskammern warnen vor der wachsenden Lücke beim Nachwuchs. Dabei brauche der hiesige Raum dringend Fachkräfte.

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Die Präsidenten der drei Handwerkskammern an der Ruhrschiene warnen vor einer größer werdenden Lücke beim Fachkräfte-Nachwuchs. „Bei der Berufswahl von Jugendlichen darf das Handwerk gerade in dieser Region nicht aus dem Blick geraten,“ melden sich Hans Hund (Münster / Bottrop), Andreas Ehlert (Düsseldorf) und Berthold Schröder (Dortmund) zu Wort.

Fast jeder zweite Schüler an Emscher und Lippe wechsle heute auf ein Gymnasium und sei anschließend für eine gewerblich-technische Berufswahl weitgehend verloren. „Gerade der Ruhr-Raum benötigt aber qualifizierte Facharbeiter, Gesellen, Techniker und Meister, um bestehende Betriebe zukunftssicher zu machen und Innovationen und Gründungen anzukurbeln“, betont Hans Hund.

Werkstätten konsequent öffnen

Die Kammern beklagen ein ausgeprägtes Ungleichgewicht auf dem handwerklichen Ausbildungsmarkt im Revier. Einerseits blieben immer mehr Ausbildungskapazitäten in den heimischen Handwerksunternehmen ungenutzt, gleichzeitig herrsche in Teilen Lehrstellenmangel. „Wir müssen Ausbildungswünsche und das vorhandene Angebot besser zusammenbringen“, empfiehlt Berthold Schröder. Das gehe nur, wenn die Unternehmen einerseits ihre Ausbildungskapazitäten möglichst flächendeckend für Betriebspraktika öffneten. Gemeinschaftlich appelliert das Präsidenten-Trio an die Mitgliedsunternehmen in den jeweiligen Kammerbezirken, ihre Werkstätten konsequent zu öffnen und den Schulen aktiv für die Berufsfelderkundung anzudienen. „Sie können auf diese Weise bestens für sich und ihren Beruf werben und Kontakte knüpfen“, so die Kammerchefs.

Praktika in den Schulferien

Andererseits sollten die Schulen ihre Berufsorientierung verstärkt auf Handwerk und Mittelstand ausrichten. „Das Regierungsprogramm ,Kein Abschluss ohne Anschluss’ weist grundsätzlich in die richtige Richtung. Ein Tagespraktikum im achten Jahrgang und ein Betriebspraktikum im neunten sind als berufsvorbereitendes Angebot eines Gymnasiums nominell eine Verbesserung. Aber da muss dann auch mal eine Werkstatt, ein Labor oder eine Produktionshalle dabei sein“, betont der Münsteraner Kammerpräsident Hund, zuständig auch für den Bottroper Raum. „Praktika in den Schulferien weiten den Blick und sind das beste Rezept gegen überflüssige Warteschleifen, also die Verwahrung in künstlich vorgehaltenen Berufsvorbereitungs- oder Übergangsmaßnahmen.“

Die Handwerkspräsidenten mahnen größere Praxisnahe zu den unterrichteten Inhalten über Wirtschaft und Beruf an. Sie fordern verbindlichen Werkkunde-Unterricht, zusätzliche Fachlehrer in mathematisch-technischen Fächern und eine auch für Schülerinnen attraktive Vermittlung techniknaher Berufsbilder an.

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