Luftfahrt

Extra-Flugzeug wird in China gebaut

Hongliang Wang, Chef von „A-Star“, und Walter Extra vor der Extra 500.

Hongliang Wang, Chef von „A-Star“, und Walter Extra vor der Extra 500.

Foto: Heiko Kempken/WAZ FotoPool

Bottrop-Kirchhellen.   Die chinesische Firma „A-Star“ hat sich die Produktionsrechte an der Reiseverkehrsmaschine „Extra 500“ gesichert. Flugzeugbauer und Unternehmer Walter Extra vermisst Planungssicherheit für den Standort Schwarze Heide.

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Flugzeugbauer und Unternehmer Walter Extra ist vor allem für seine Kunstflugzeuge bekannt, die er seit mehr als 30 Jahren konstruiert, produziert und in alle Welt verkauft. Doch in den Hallen am Flugplatz Schwarze Heide wurde auch eine Maschine für den Geschäfts- und Reiseverkehr entwickelt, ein Sechssitzer-Reiseflugzeug. Und das schickt sich an, den asiatischen Mark zu erobern: Die „Extra 500“ kann künftig auch in China gebaut werden, der chinesische Investor „A-Star“ hat sich die Produktionsrechte gesichert.

Schulung für Mitarbeiter aus China

„Die Entwicklung des Sechssitzer-Reiseflugzeugs haben wir hier gut hingekriegt. Was wir nicht gut hingekriegt haben, war die Markteinführung“, erläutert Walter Extra den Hintergrund des aktuellen Geschäftes mit „A-Star“. Kapital fehlte, man habe sich immer nur in Nischen aufhalten können. Insgesamt habe „Extra Aircraft“ nur 28 Reiseflugzeuge in einem Zeitraum von drei, vier Jahren absetzen können. „So haben wir uns entschlossen, für das Projekt einen Investor zu finden – und das ist gelungen.“

„A-Star“ beschreibt Walter Extra als chinesische Gruppierung, die überwiegend privat gehalten, aber teils auch staatlich sei. „A-Star hat das Projekt gekauft. Wir sind jetzt gerade dabei, den Mitarbeitern der Firma die Produktionsprozesse zu vermitteln“, berichtet der Flugzeugkonstrukteur. Ziel sei es, innerhalb von zwei Jahren eine eigenständige Produktion in China zu ermöglichen. Flugzeugbau ist für „A-Star“ Neuland. Im Schnitt sind derzeit 25 Mitarbeiter aus China vor Ort am Flugplatz Schwarze Heide. Es handele sich um drei Gruppen, die jeweils drei bis vier Monate bleiben, erzählt Extra. Anschließend werden Teile der Produktionsvorrichtungen nach China zum wachsenden Industriezentrum Zhenjiang in der Nähe von Shanghai gebracht, was wiederum Extra-Mitarbeiter begleiten. Der ständige Austausch zwischen beiden Seiten wird noch einige Zeit anhalten.

Die Stimmung zwischen Walter Extra und „A-Star“-Chef Hongliang Wang ist jedenfalls bestens. „Die Zusammenarbeit ist eine Freude“, sagte Wang bei einem Besuch in den Produktionshallen. Und in die „Extra 500“ habe er sich regelrecht verliebt, verriet Wang: „Sie ist sogar noch attraktiver als ein Porsche.“ Er habe ein starkes Vertrauen ebenso in den Flugzeugtyp wie in die Zusammenarbeit.

„Das Ziel ist, künftig 100 Reiseflugzeuge im Jahr zu verkaufen“, erläutert Extra. „Der Markt gibt das sicher her.“ Die Leute von „A-Star“ sähen einen sehr starken heimischen Markt. „In China öffnen sich gerade die Schranken zur Nutzung des privaten Flugraums.“

Die Planung sehe eigentlich vor, die „Extra 500“ künftig an zwei Standorten zu fertigen, in China und – für den europäischen Markt – am Flugplatz Schwarze Heide. „Auf jeden Fall soll die Weiterentwicklung des Flugzeugs hier stattfinden.“ Doch angesichts des angestrebten Bürgerbegehrens zum Flugplatz stelle sich schon die Frage, ob es überhaupt noch eine Fertigung am hiesigen Standort geben werde. „Ich habe Sorge bezüglich der Planungssicherheit“, sagt Extra. Das Bestreben der Betreiber des Bürgerbegehrens scheint ihm zu sein, den Flugplatz in private Hände zu geben. Der Unternehmer indes ist mit Blick auf die unterschiedlichen Nutzergruppen überzeugt: „Dieser Flugplatz kann privat nicht geführt werden.“

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