Bergbaugeschichte

Endlich sind sie da, die Bottroper Bergmannsampeln

Ein Bergmann als Ampelmännchen steht jetzt vor der Malakoffturm.

Ein Bergmann als Ampelmännchen steht jetzt vor der Malakoffturm.

Foto: Michael Korte / FUNKE Foto Services

Bottrop.  Ein Jahr lang haben Politik und Verwaltung debattiert. Jetzt ist die erste Bergmannsampel eingeweiht worden - symbolkräftig vor dem Malakoffturm.

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Die Stadt hat mit der Umrüstung von fünf Ampelanlagen begonnen, an denen Bergmanns-Symbole Fußgängern Rot und Grün signalisieren. Ein Jahr hat die Debatte um die Bergmannsampeln gedauert. „Was lange währt, wird endlich gut“, kommentiert Udo Eisberg von der Bergbaugewerkschaf IGBCE im Rückblick.

Symbolkräftiger kann der Ampelstandort nicht sein als an der Einmündung Knappen- und Steigerstraße, zwischen Pütt-Kneipe „Heintze“, dem Malakoffturm und den Gebäuden von Prosper II. Hier haben Politiker, Oberbürgermeister Bernd Tischler und Spender für den Umbau von Ampelanlagen die erste umgerüstete Fußgängerampel besichtigt.

„Der Bergbau in Bottrop darf nicht vergessen werden“, sagt Maria Radecki (86). Ihr verstorbener Mann war Reviersteiger auf Prosper II, von 1959 bis 1975 haben sie an der Morianstraße gewohnt. Jetzt hat sie für eine Bergmannsampel gespendet. Ihre Lieblingsampel wäre wegen der RAG-Hauses die am Gleiwitzer Platz gewesen. Aber an der Ampel an der Peter-/Schützenstraße findet sie ihre Spende auch ganz gut verbaut.

Der Landtagsabgeordnete und SPD-Ratsfraktionschef Thomas Göddertz war einer der ersten Spender und hat Zuschüsse aus dem neuen Verfügungsfonds der Stadt für den Umbau beantragt. Auch ihm ist das eine Herzenssache: „Da vorne steht mein Elternhaus“, sagt er und weist ein Stück die Knappenstraße hinunter.

Finanziert wird die Umrüstung je zur Hälfte durch Bürgerspenden und aus dem städtischen Fonds. Das Regionalforum der Bergbaugewerkschaft IGBCE trägt die Lizenzgebühren an die Duisburger Grafikerin, die die Ampelmännchen geschaffen hat. Ihr Sprecher Udo Eisberg versichert, dass das Forum sehr gerne weitere Gebühren bezahle für noch mehr Ampeln, die die Stadt noch umrüsten wird. Das Ziel formuliert er so: „Ein Symbol in jedem Stadtteil“.

In jedem Stadtteil? Auch in Kirchhellen, wo Michael Farien als Sprecher bergbaugeschädigter Bürger klagt: „Putzige Bergbau-Ampelmännchen sind kein Zeichen eines respektvollen Umgangs mit denen, die über Jahrzehnte unter den Folgen des Bergbaus leiden mussten“? Ja, auch in Kirchhellen, sagt Eisberg und denkt dabei an eine Fußgängerampel an der Warner-Allee in Feldhausen.

Die ersten fünf Standorte sind beschlossene Sache. Neben Knappen- und Schützenstraße sind das die Fußgängerampel vor St. Peter an der Scharnhölzstraße und die Ampelkreuzungen Scharnhölz-/Aegidistraße sowie Prosper-/Knappenstraße. Anträge und Spendenzusagen für weitere Ampeln hat das Straßenverkehrsamt bereits auf dem Tisch, sagt Baudezernent Klaus Müller. Er geht davon aus, dass die Stadt auch von sich aus bei der Umstellung von Ampeln auf LED-Technik prüft, ob sie für Bergbau-Ampelmännchen in Frage kommt.

Kriterien dafür sind: Die Ampeln dürfen kein Verkehrsrisiko sein. Deshalb kommen Unfallschwerpunkte ebenso wenig in Frage wie kombinierte Fußgänger- und Radlerampeln. Außerdem müssen sie schon auf LED umgerüstet sein. Und die Standorte sollten einen Bergbaubezug haben.

Hat Feldhausen einen Bergbaubezug? Ja, würde die Steag sagen. Sie steht bereit, von der Zeche Fürst Leopold aus Grubengas unter Feldhausen abzusaugen und in Blockheizkraftwerken zu verbrennen.

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