Tradition bewahrt

Christbaum-Tradition in Kirchheller Heide vorm Aus gerettet

Harro Böttcher (Laufgruppe; li.) freut sich über die Nordmanntanne, die Matthias Hennersdorf und Sascha Schürmann (re.) vom Gartencenter Spiering in der Kirchheller Heide pflanzen.

Harro Böttcher (Laufgruppe; li.) freut sich über die Nordmanntanne, die Matthias Hennersdorf und Sascha Schürmann (re.) vom Gartencenter Spiering in der Kirchheller Heide pflanzen.

Foto: Heinrich Jung / FUNKE Foto Services

Kirchhellen.  Laufgruppe schmückt seit rund 20 Jahren im Advent eine Tanne im Wald. Die letzte überstand den Sommer nicht. Doch die Senioren fanden eine Lösung

Ein geschmückter Tannenbaum erfreut seit Jahren in der Advents- und Weihnachtszeit Spaziergänger und Ausflügler in der Kirchheller Heide. Dafür sorgt zuverlässig eine private Laufgruppe. Doch in diesem Jahr befürchteten die Freizeitsportler schon das Aus ihrer Aktion: „Ihr“ Baum an der Weggabelung Mittelweg/Kiesweg sei im Somer aufgrund der Trockenheit eingegangen, berichtet Harro Böttcher. „Wir möchten aber die rund 20-jährige Tradition nicht untätig sterben lassen.“

Nun, das müssen sie auch nicht, denn das Engagement von Harro Böttcher (83) und den zwölf Damen im Alter von 70 bis 82 Jahren aus der Walkinggruppe hat Früchte getragen: Sie konnten das Gartencenter Spiering aus Oberhausen als Sponsor gewinnen. In dieser Woche pflanzten die Mitarbeiter Sascha Schürmann und Matthias Hennersdorf eine schon recht stattliche Nordmanntanne an die besagte Weggabelung.

Gießwasser im Rucksack mitgenommen

Die sehr kleine Blaufichte, die der Oberhausener Harro Böttcher aus Familienbesitz sicherheitshalber bereits selbst als Ersatz des vertrockneten Baums dort gesetzt hatte, wurde dafür ein Stück zur Seite gerückt.

„Es ist besser, wenn man die Nordmanntanne noch einmal angießt“, gab Fachmann Matthias Hennersdorf bei der Pflanzaktion Harro Böttcher mit auf den Weg. Der will das in den nächsten Tagen persönlich tun. Schon im Sommer hatten die Läufer immer mal im Rucksack Gießwasser in Flaschen mitgenommen – „jede Dame eineinhalb Liter“ – doch das habe den alten Baum nicht retten können.

Sturm beschädigte Baum

Bereits in den Jahren zuvor waren Nadelbäume, die die Gruppe in der Adventszeit zum Christbaum herausputzten, unbrauchbar geworden, wenn man so sagen darf. Im Jahr 2017 zum Beispiel mussten sie sogar den Standort wechseln: Ein Sturm hatte den traditionell genutzten Baum nebst Schutzhütte an der Gabelung Elsweg/Mittelweg beschädigt.

Damals hatte Förster Werner Meemken ein paar hundert Meter weiter einen Ersatz am heutigen Standort gepflanzt, gleich neben einer Bank. Der neue Ort gefällt Harro Böttcher, der bis zu seiner Pensionierung bei der Oberhausener Feuerwehr war, sehr gut: „Hier kommen viel mehr Leute vorbei.“

Zum 1. Advent hängt der Baumschmuck

Der Förster habe diesmal aufgrund des großen Arbeitsanfalls im Wald keine Möglichkeit gesehen, der Walkinggruppe einen neuen Baum setzen zu lassen, berichtet Böttcher. Die Neupflanzung durch Spiering sei aber natürlich mit ihm abgesprochen.

Den festlichen Schmuck soll die neue Tanne nun am Mittwoch vor dem ersten Advent erhalten. „Ich nehme dann einen Rucksack mit Kugeln mit, laufe vor und bereite alles vor“, sagt Böttcher. Und die Damen aus der Gruppe schmücken dann die Zweige. Erfahrungsgemäß kommt im Laufe der Adventszeit durch Spaziergänger immer noch das ein oder andere hinzu. „Wir haben schon erlebt, wie Kinder Wunschzettel dran hängen“, erzählt der 83-Jährige. Auch Dankschreiben waren dabei. „Hier pilgern viele Leute hin. Gerade auch Familien mit Kindern zu den Feiertagen.“

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