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Bottroper Modehaus verwandelt sich in einen Laufsteg

Die Models Karina, Segen und Neville (v.l.) besprechen im Vorfeld der Modenschau den Ablauf und proben ihre Choreographie.

Die Models Karina, Segen und Neville (v.l.) besprechen im Vorfeld der Modenschau den Ablauf und proben ihre Choreographie.

Foto: Michael Korte / FUNKE Foto Services

Bottrop.  Hinter den Kulissen der Modenschau bei Mensing kann es hektisch werden. Dazu kommt viel Aufwand in der Vorbereitung. Einblick hinter den Laufsteg

Wenn die Scheinwerfer angehen, die Models den Laufsteg betreten und 200 Besucherinnen und Besucher die aktuelle Herbstmode bewundern können, dann fällt gar nicht auf, wie hart hinter den Kulissen des Modehauses Mensing für so eine Show geschuftet werden muss. Die Organisatoren müssen an vieles denken, um die Veranstaltung scheinbar so locker über die Bühne bringen zu können.

Noch am Freitagmittag ist nicht viel von Glanz und Glitzer der Schau zu sehen. Stattdessen muss zunächst der Laufsteg aufgebaut werden. Gegen 13 Uhr ist der Lkw vorgefahren und das gute Stück wird ausgeladen. Noch am Donnerstagabend war er im Mensing-Haus in Lingen bei der dortigen Fashion Night, also der Modenacht im Einsatz. Marion Schnippert als Leiterin des hiesigen Hauses packt beim Aufbau des Laufstegs genauso mit an wie die übrigen Mitarbeiterinnen. Die Kleiderständer, die sonst auf der Fläche stehen, haben sie bereits am Morgen beiseite geräumt.

Körperlich anstrengend und alle packen an

„Für uns ist das auch körperlich anstrengend, aber wir machen das auch gern“, sagt sie. Die Modenschau sei etwas, wo das ganze Team gemeinsam anpacke. Marion Pawlak und ihre Kollegin Greta Hermes schieben derweil gut zwei Stunden vor Beginn der Show große Kleiderständer durch den Laden und verschwinden mit ihnen hinter den Kulissen. Darauf die verschiedenen Kleidungsstücke, die die Models im Laufe des Abends tragen.

Fünf Models, das bedeutet fünf Kleiderständer, alle mit sieben bis acht verschiedenen Outfits, sprich Kombinationen aus Ober- und Unterteil, Jacke, Schuhe und passenden Accessoires. Und während vorn auf dem Laufsteg gelächelt und posiert wird, kann es in der Enge hinter der Bühne hektisch werden. „Rund zwei Minuten Zeit bleiben zum Umziehen“, sagt Marion Pawlak, die auch als Anziehhilfe im Einsatz ist. Sie bereitet die Kleidung so vor, dass die Models einfach hinein schlüpfen können. Dafür müssen beispielsweise sämtliche Knöpfe und Reißverschlüsse geöffnet sein.

Kleidung wird noch hinter den Kulissen neu etikettiert und geht in den Verkauf

Die wieder ausgezogene Kleidung wird noch hinter den Kulissen neu etikettiert und in den Verkaufsraum gebracht. Schließlich sollen die Besucherinnen und Besucher der Modenschau am Ende des Abends die Chance haben, ihr Lieblings-Outfit sofort zu kaufen.

Drei Tage vorher sind Marion Pawlak und Greta Hermes im Haus unterwegs, suchen die Kleidungsstücke, die die Models am Abend vorführen sollen, heraus. Sie kennen die Maße und Größen der vier Frauen und des einen Mannes und suchen danach die – hoffentlich – passenden Stücke aus. Doch Gewissheit gibt es erst wenige Stunden vor Beginn, bei der Anprobe. Marion Pawlak: „Vor Jahren hatten wir ein Model, das hatte in der Zwischenzeit zugenommen. Wir mussten alles neu aussuchen.“ Doch diesmal passt alles – und dazu gehört auch, dass der Kleidungsstil zum Typ des Models passt.

Ein halbes Jahr Vorbereitung

Rund ein halbes Jahr vor der eigentlichen Modenschau beginnt die Vorbereitung, sagt Marketing Managerin Sabine Büns. Termine müssten koordiniert werden, dazu müssten Technik und Models gebucht werden. Außerdem gehe es darum, ein Thema zu finden, eine Geschichte zu erzählen. Diesmal geht es um „Lost Places“, verlassene Orte, die gern von Bloggern für besondere Fotosafaris genutzt werden. Entsprechend auch das Drumherum, das Bühnenbild, das sich Marion Slembeck überlegt hat.

Vor der Show halten sich die Models im Besprechungsraum in der Verwaltungsetage auf, der zur Garderobe umfunktioniert wurde. Hier werden sie auch geschminkt, doch vorher kommen drei von ihnen zur Probe hinunter. Die Choreographie für den Abend muss sitzen. Denn die Schau in Bottrop ist eine, bei der getanzt wird. Das sei von Standort zu Standort unterschiedlich. „In Wesel etwa wurde nicht getanzt“, sagt Marion Schnippert. Das entscheiden jeweils die Verantwortlichen vor Ort. In Bottrop darf’s etwas mehr Action sein und so probt das Trio auf der Bühne die richtigen Schritte und Bewegungen.

Und während aus den Boxen schon die Musik für den Abend schallt, läuft immer auch noch der ganz normale Alltagsbetrieb – bis am Abend dann die Scheinwerfer angehen und der Alltag für einen Moment in den Hintergrund rückt.

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