Kultur

„Bottrop kocht noch“ – Mischung aus Lesung und Konzert

Rudi Müllenbach liest aus seinem Ruhrgebiets-Krimi "“Bottrop kocht noch".

Rudi Müllenbach liest aus seinem Ruhrgebiets-Krimi "“Bottrop kocht noch".

Foto: WAZ FotoPool

Bottrop.   Der Iserlohner Krimi-Autor Rudi Müllenbach liest aus seinem Roman „Bottrop kocht noch“. Darin ist das Ruhrgebiet Mittelpunkt des internationalen Frauenhandels. Der Autor pflegt eine besondere Verbindung zu der Bergbaustadt.

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Mit sonorer Stimme und dem Rock ’n‘Roll-Klassiker „Love Me Tender“ auf den Lippen startete Rudi Müllenbach am Samstagvormittag in die etwas andere Buchvorlesung seines Kriminalromans „Bottrop kocht noch“. „Dass man hier auch noch ein musikalisches Ständchen erwarten kann, das hätte ich nicht gedacht“, zeigte sich die Besucherin Jasmin Jendroska positiv überrascht. Den Zuhörern schien es zu gefallen, und so füllten sich die Sitzreihen in der Mayerschen Buchhandlung ganz automatisch.

Geheimnisvolle Anhalterin

„Ich versuche, meine Zuhörer mit auf die Reise zu nehmen“, erklärt Autor Rudi Müllenbach, dessen Krimi „Bottrop kocht noch“ letztes Jahr auf den Markt kam. „Love Me Tender“ ist ein Lied, das einer seiner Protagonisten, Truckfahrer Köhne, im Radio hört, bevor er die schöne Anhalterin Resa auf seinem Weg nach Amsterdam mitnimmt. Sie scheint vor etwas zu flüchten, und Köhne fühlt sich berufen, der hübschen Frau zu helfen. Doch nach einer romantischen Nacht ist sie spurlos verschwunden.

„Es spannt sich ein Netz aus Intrigen und illegalen Machenschaften auf“, erzählt Müllenbach. „Es geht um internationalen Frauenhandel, welcher seinen Mittelpunkt im Ruhrgebiet hat. Ich schreibe zwar Fiktion, der Hintergrund beruht aber auf wahren Begebenheiten.“

Die Idee zu dem Roman kam dem Konrektor einer Sonderschule bei Iserlohn nach einer TV-Dokumentation. Ihm ist es wichtig, auch solche dunklen Seiten zu thematisieren. Schnell wechselt der Autor aber wieder seine seriöse Miene, um mit einem Lächeln hinzuzufügen: „Bottrop habe ich schließlich als Handlungsort ausgewählt, weil mich vor Jahren, als ich noch beim Radio gearbeitet habe, immer so ein Gerd aus Bottrop angerufen hat. Seitdem pflege ich irgendwie eine besondere Verbindung zu dieser Stadt.“

Publikum ist gespannt bei der Sache

Die musikalische Begleitung bei den Vorlesungen übernahm sein Bandkollege Dirk Kersting. „Auch für mich war es eine neue Richtung“, berichtet der Pianist. „Aber wir kennen uns schon seit über 20 Jahren. Da weiß man, was dem anderen wichtig ist.“

Das Publikum lauscht der Mischung aus Vorlesung und Konzert bis zum Ende gespannt. „Ich hoffe, es war nicht seine letzte Vorlesung dieser Art“, fasst Besucherin Jasmin Jendroska zusammen. Aber so wie es ausschaut, wird noch dieses Frühjahr Müllenbachs zweiter Roman, der ebenfalls in Bottrop spielt, veröffentlicht. Und sein dritter ist in Arbeit.

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