Wassersport

Bottrop: Autotuner Brabus präsentiert Yacht auf „boot“-Messe

Brabus-Geschäftsführer Constantin Buschmann präsentiert auf der „boot“ in Düsseldorf die Brabus Shadow 900. Diese besondere Lackierung im Bild ist angelehnt an die Erlkönige aus dem Automobilbau. Sie werden auf diese Weise getarnt.

Brabus-Geschäftsführer Constantin Buschmann präsentiert auf der „boot“ in Düsseldorf die Brabus Shadow 900. Diese besondere Lackierung im Bild ist angelehnt an die Erlkönige aus dem Automobilbau. Sie werden auf diese Weise getarnt.

Foto: Matthias Düngelhoff

Düsseldorf/Bottrop.  Auf der „boot“ in Düsseldorf enthüllt Brabus das inzwischen dritte Schiff von Brabus Marine. Der Erfolg der Sparte hat für Bottrop Bedeutung.

Schwarz-glänzend, dazu die aufwändig gesteppte rote Lederausstattung - selbst wenn sie anders hieße, könnte die Brabus Shadow 900 nicht verhehlen, dass der Bottroper Luxus-Tuner Brabus bei dieser Yacht seine Finger im Spiel hatte. Auf der „boot“ in Düsseldorf, der weltgrößten Messe für Wassersport, feierte Brabus Marine nun die Premiere seiner inzwischen dritten Entwicklung.

2017 hat die junge Sparte des Bottroper Unternehmens mit dem Brabus Shadow 800 das erste Boot vorgestellt - mit bahnbrechendem Erfolg, der auch Geschäftsführer Constantin Buschmann überrascht habe, wie er im Gespräch zugibt. „Wir haben die Shadow 800 damals hier vorgestellt und hatten gehofft, vielleicht drei Exemplare zu verkaufen. Am Ende waren es 15.“

Gemeinsam mit dem finnischen Partner Axopar entwickelt

Die Shadow 900 hat Brabus wieder mit seinem finnischen Partner Axopar entwickelt. Buschmann: „Am Anfang hat uns die Frage gereizt, inwieweit wir unsere Denkweise, die Technik und die Produktideen die wir in den letzten 40 Jahren im Automobilbau entwickelt haben, mit den Booten verbinden können.“Und so ist die Shadow 900 - wie die Autos von Brabus - vollgepackt mit Luxus und Technik. Dazu gehören auch Flügeltüren, die den Weg in den Innenraum freigeben und auch eine Hommage sind an den legendären Mercedes 300 SL.

Erster Kunde hat die Brabus Shadow 900 blind gekauft

Für die auf 37 Exemplare limitierte Reihe Shadow Black OPS 900, die nun auf dem Messestand glänzt, ist der Aufwand besonders groß. Anders als normal ist diese Sonderedition lackiert. Rund sechs Wochen dauert es, ein Boot derart zu lackieren. Aber auch große Bildschirme, Touchscreens und andere technische Sonderausstattungen findet der künftige Besitzer an Bord. Und das ist nicht nur so daher gesagt. Die am Samstag auf der Messe enthüllte Yacht ist bereits verkauft. Der künftige Besitzer habe sie blind gekauft und habe sein Schiff auch erst bei der Enthüllung gesehen, verrät Constantin Buschmann.

Manche Brabus-Kunden haben jetzt das passende Boot zum Auto

Rund eine halbe Million Euro kostet die limitierte Edition in Vollausstattung, die Differenz zur Standard Shadow 900 liegt bei rund 100.000 Euro. Buschmann: „Wenn ein Kunde so ein Produkt blind kauft, weil er uns als Unternehmen und Marke so vertraut, ist es der größte Erfolg.“ Kunden für die Brabus-Boote findet das Unternehmen unter denjenigen, die sich auch die Supercars aus Bottroper Produktion zulegen. „Wir haben inzwischen Kunden, die haben das passende Boot zum Auto.“

Überhaupt habe das erste Boot, das Brabus Marine gebaut hat, eine Entwicklung in Gang gesetzt. Das habe ihm und damals auch seinem Vater noch einmal gezeigt, welche Wirkung allein die Marke Brabus inzwischen habe. „Das hat uns völlig die Augen geöffnet, dass unsere Kunden auch Produkte von Brabus akzeptieren, die mit Autos nichts zu tun haben.“ Seither gebe es immer wieder Überlegungen, sich stärker zu diversifizieren. Wichtig sei eben der Markenkern, wonach Brabus für Technik, Luxus und Individualisierung stehe.

Standort Bottrop profitiert von den zusätzlichen Standbeinen

Durch diese zusätzlichen Standbeine profitiere auch der Standort Bottrop zumal in einer Zeit, in der sich die Automobilindustrie wandele. Dort arbeite inzwischen ein fünfköpfiges Team allein für Brabus Marine, so Buschmann. „Aber selbstverständlich sind auch alle anderen Abteilungen wie etwa Technik und Design voll integriert.“ Und so entstehen in Bottrop etwa Carbonteile oder auch Lederausstattungen in der Sattlerei, die dann zur Fertigung nach Finnland geliefert werden.

Wobei, und da legt Constantin Buschmann wert drauf: Brabus Marine sei kein Tuner für Axopar-Boote, sondern ein eigenständiges Unternehmen, was auf Basis der Axopar-Plattform arbeite. Ideen habe man genug, auch im kommenden Jahr werde Brabus Marine wieder ein oder zwei Neuigkeiten vorstellen. Buschmann schwebt ein größeres und ein kleineres Modell vor. Und inzwischen laufe es auch andersrum: Erst Ideen aus der Marine-Sparte fließen zurück ins klassische Brabus-Geschäft. So findet sich der Name Shadow - den die Bottroper haben schützen lassen - sich auch an ersten limitierten Automodellen des Tuners.

Kooperation zwischen Helsinki und Bottrop entstand durch einen Zufall

70 bis 100 Boote verkaufe Brabus Marine derzeit maximal im Jahr. Das entspreche rund 10 bis 15 Prozent der Produktion von Axopar in Finnland, sagt der Brabus-Geschäftsführer. Die Kooperation sei eher durch Zufall entstehen. Gemeinsam mit seinem Vater habe er sich damals ein Axopar-Boot gekauft und dann individuell hergerichtet. Das habe dann der Axopar-Gründer mitbekommen und so sei die Zusammenarbeit entstanden. „Wir haben unsere Entwicklungsteams kombiniert und es hat exellent funktioniert, weil die Kultur innerhalb der beiden Firmen gleich ist.“

>> Info

Noch bis zum 26. Januar hat die Messe „boot“ in Düsseldorf geöffnet. Sie findet statt in der Messe Düsseldorf. Brabus hat seinen Stand in der Halle fünf uns präsentiert dort neben der neuen Shadow 900 auch das etwas kleinere Modell Shadow 500, wobei die Zahl am Ende immer für die PS-Zahl steht.

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