Sommerzeit

Auch die Bottroper drehen den Uhrzeiger nur ungern weiter

Der Griff zur Uhr ist momentan im März und Oktober noch nötig. Zukünftig könnte sich das in Europa ändern.

Foto: Fabian Paffendorf

Der Griff zur Uhr ist momentan im März und Oktober noch nötig. Zukünftig könnte sich das in Europa ändern. Foto: Fabian Paffendorf

Bottrop.   Die Zeitumstellung ist nicht sehr beliebt. Das zeigt eine WAZ-Umfrage zum Beschluss des EU-Parlaments, die Abschaffung der Sommerzeit zu prüfen.

Am letzten Sonntag im März stellen Bürger die Uhren eine Stunde vor, am letzten Sonntag im Oktober eine Stunde zurück – noch. Das EU-Parlament stimmte in der vergangenen Woche über die Abschaffung der Sommerzeit in Europa ab und beschloss eine genaue Untersuchung möglicher Vor- und Nachteile. Nun soll die EU-Kommission prüfen, ob die Maßnahme umsetzbar ist und welche Konsequenzen aus einer Abschaffung der Zeitumstellung entstehen. Pro- und Contra-Argumente gibt es viele, wie sich bei der erneuten Debatte zwischen den Befürwortern und Gegnern herausstellte.

In Bottrop ist das Meinungsbild aber ziemlich eindeutig: Viele Einwohner unterstützen die Idee, die Sommerzeit endgültig „und für alle Mal“ abzuschaffen. Das stellt sich bei einer Umfrage durch die WAZ-Redaktion in der City heraus.

Keine Termine verschlafen

„Von mir aus hätten sie die Sommerzeit schon sehr lange abschaffen können. Der Wechsel und das Uhren-Umstellen macht nur unnötige Mühe. Der Biorhythmus läuft aus seinen Bahnen, vor allem kleine Kinder haben es schwer“, betont Udo Horwat. „Ich befürworte die Entscheidung des EU-Parlaments voll und ganz“, ergänzt der 60-Jährige. Er hat bisher zwar noch keine Termine aufgrund der Umstellung verpasst, jedoch kann er sich vorstellen, dass einige Menschen den Wechsel der Zeiten sprichwörtlich verschlafen. „Der Wecker klingelt bei mir weiterhin pünktlich, solange sich noch nichts getan hat.“

Technik hat Fortschritte gemacht

Auch Franz Muth (79) ist für eine einzige einheitliche Zeit in Europa. Für ihn sind die alten Gründe, die zur Einführung der Zeitumstellung führten, überholt. „Mittlerweile haben sich die Arbeitszeiten gewandelt, die Technik hat Fortschritte gemacht. Ein Wechsel ist in jedem Fall nicht nötig“ Für den Rentner bringt die Abschaffung keine negativen Faktoren mit sich, wie er hervorhebt.

Ursula Berges arbeitet in Bottrop als Psychotherapeutin. Die 60-Jährige sagt: „Der Tag, an dem die Uhren umgestellt werden, ist immer sehr unangenehm. Für Berufstätige ist das ständige Hin und Her einfach nur schrecklich. Ich merke vor allem bei meiner Arbeit, dass es psychisch Kranken schwer fällt, sich auf die neue Zeit einzustellen. Alleine deswegen wäre eine einheitliche Zeit besser.“

Umsetzung kann sich hinziehen

Sebastian Michalik (27) betrachtet das kontroverse Thema für sich rational. „Durch die Zeitumstellung schlafe ich weniger. Ich merke die Stunde, die fehlt oder eben nicht, die ganze Woche.“ Auch er spricht sich für die Abschaffung der Zeitumstellung aus. Der Kellner glaubt jedoch, dass es noch mehrere Jahre dauern wird, bis die EU die Entscheidung umsetzt. „Das Prüfverfahren wird voraussichtlich nicht so schnell abgeschlossen sein.“

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