WAZ öffnet Pforten

WAZ-Leser mischt im Abwehrkampf bei G-Data in Bochum mit

Für Andreas Thehos (li.) öffneten sich am Freitag die Pforten des Software-Unternehmen G-Data. Auch Vorstand Andreas Lüning (re.) stand an der Königsallee zu einem Gespräch bereit.

Für Andreas Thehos (li.) öffneten sich am Freitag die Pforten des Software-Unternehmen G-Data. Auch Vorstand Andreas Lüning (re.) stand an der Königsallee zu einem Gespräch bereit.

Foto: Ingo Otto / FUNKE Foto Services

Bochum.  Der Bochumer IT-Spezialist G-Data führt den Abwehrkampf gegen Cyber-Kriminalität. Ein WAZ-Leser konnte für einen Tag bei den Profis mitmischen.

Sein Bildschirm daheim in Altenbochum blieb schon manches Mal schwarz. „Und auch die Hälfte meiner Kunden hat es irgendwann einmal zerlegt“, sagt Andreas Thehos. Wie man sein Computer-Netzwerk zu Hause und geschäftlich vor Viren schützen kann, erfuhr der WAZ-Leser am Freitag an kompetenter Stelle: Für einen Tag durfte er das Bochumer G-Data-Team im Kampf gegen Cyber-Kriminalität unterstützen.

Anfang der 90er Jahre mit einem halben Dutzend Mitarbeiter gegründet, zählt das Unternehmen an der Königsallee heute zu den Marktführern bei der IT-Sicherheit. 500 Mitarbeiter sind tätig. Über eine Million private und gewerbliche Kunden nutzen die Dienstleistungen von G-Data (Werbeslogan: „Trust in German Sicherheit“).

WAZ-Leser ist als Computerberater tätig

Andreas Thehos gehört dazu. Das Virenschutzprogramm made in Bochum hat er seit Jahren zu Hause installiert. Den G-Data-Campus in Wiemelhausen indes kannte er bisher nur von außen. Dabei ist der gelernte Sozialwissenschaftler seit 2001 in der Computerbranche tätig. Als Freiberufler berät er die Großindustrie wie Thyssenkrupp ebenso wie den Mittelstand, etwa das Autohaus Procar. Als Youtuber berichtet er von seinen Microsoft-Office-Erfahrungen. Als IT-Trainer führt er Word- und Excel-Schulungen durch. Dabei, erzählt er, erfahre er immer wieder, wie brüchig die virtuellen Schutzmauern von Firmen, aber auch privaten Anwendern sind.

„Riesig gespannt“ ist Andreas Thehos, als er am Freitagmorgen im Rahmen der Sommeraktion „Die WAZ öffnet Pforten“ den G-Data-Campus besuchen kann. „Es ist einfach nur großartig“, schwärmt er sechs Stunden später. Der WAZ-Leser darf dorthin, wo sonst nur die Profis Zutritt haben. Er wird Teil des erbitterten Abwehrkampfes, der rund um den Globus täglich neu geführt wird.

600.000 Schädlinge werden aus dem Netz gefischt

Unglaublich klingen die Zahlen, die Vorstand Andreas Lüning nennt. Bis zu 600.000 Schädlinge werden bei G-Data mit hochentwickelten Sicherheitsprogrammen und Algorithmen täglich aus dem Netz gefischt. „Aber keine Angst: 450.000 davon kennen wir schon. Nur der Rest ist neu“, schmunzelt der G-Data-Gründer und bleibt ganz locker. Anders als die Nutzer, die Opfer von Erpressern werden, die längst der organisierten Kriminalität zugerechnet werden. Sie erbeuten Millionensummen, indem sie für die Entfernung der Schadsoftware ein „Lösegeld“ fordern – und nicht selten auch erhalten. In Bochum war 2016 die Augusta-Klinik ein Angriffsziel. Im Krankenhaus kam zu einem stundenlangen Blackout.

Auf einer elektronischen Tafel sind die Attacken in Echtzeit dargestellt. „Wer aus nächster Nähe dabei ist, erkennt, wie erschreckend schnell ein Rechner infiziert sein kann. Das kann sogar ich als halbwegs geschulter Experte kaum merken“, sagt Andreas Thehos. Verhängnisvoll sind vor allem E-Mails. Nicht beim bloßen Öffnen. „Das birgt meist keine Gefahr“, weiß Andreas Lüning. Die gehe aber von den Anhängen und Links aus. Umso wichtiger sei es, in den Firmen und Betrieben die Mitarbeiter ausreichend zu schulen und das Haupteinfalltor für Viren möglichst sicher zu schließen.

„Hidden Champion“ an der Königsallee

Was der WAZ-Leser von seinem Besuch mitnimmt? Die Erkenntnis, dass Bochum mit G-Data einen „Hidden Champion“, einen heimlichen Marktführer mit riesigem Potenzial, beherbergt. Und dass man in einer zunehmend digitalisierten Welt nicht vorsichtig genug sein kann: „Virenschutz ist ein Muss!“

Das betrifft auch und immer mehr die Smartphones. Die zwei wichtigsten G-Data-Tipps: Regelmäßig die Sicherheits-Updates aufspielen. Und: Alle wichtigen Daten und Fotos als Sicherheitskopie („Backup“) vor dem ewigen Aus bewahren. Das droht sonst binnen Sekunden.

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