Abenteuer

Wattenscheider Familie reist ein Jahr lang um die Welt

Die Reise der Familie ist in Amerika gestartet. Hier waren sie in San Francisco.

Die Reise der Familie ist in Amerika gestartet. Hier waren sie in San Francisco.

Foto: Sebastian Pitschner-Finn / Privat

Bochum.  Sebastian Pitschner-Finn aus Wattenscheid geht mit seiner Familie für ein Jahr auf Weltreise. Die Entscheidung war für die Eltern nicht leicht.

Ein Ehepaar, Zwillinge, ein Baby und eine Reise: Sebastian Pitschner-Finn (38), gebürtig aus Wattenscheid, und seine Frau Svende (36) haben viele ihrer Sachen verkauft, ihr Haus untervermietet und reisen nun für 14 Monate mit ihren drei Kindern um die Welt. Ohne festen Plan und mit viel Mut in den vier Rucksäcken.

Die Entscheidung, für ein Jahr Deutschland zu verlassen, sei ihnen nicht leicht gefallen. Aber mit ihrer Geschichte wollen sie anderen Eltern Mut machen. Für die Reise hat Sebastian Pitschner-Finn eine einjährige Elternzeit genommen. „Die Idee hatten wir schon länger. Es hat ein paar Monate gedauert bis wir gesagt haben, dass wir das machen“, erzählt der Vater.

Positive Reaktionen von Freunden und Arbeitskollegen

Viele reisende Eltern seien selbstständig. Pitschner-Finn arbeitet in einer Personalabteilung. „Ich hatte schon Sorge, wie die Reaktionen ausfallen würden. Für Männer ist eine so lange Elternzeit eher ungewöhnlich.“

Um mit möglichst wenig Gepäck zu reisen, haben sie den größten Teil ihres Hausstandes verkauft oder verschenkt. Die fünfjährigen Zwillinge Lasse und Barne hätten sofort begeistert auf die Reisepläne ihrer reagiert.

Das erste Reiseziel war die USA. Dort sind sie die Westküste mit einem Mietwagen abgefahren und haben Freunde und Familie besucht. Jetzt sind sie in Südamerika. Anfangs waren sie nur wenige Tage an einem Ort. Ab jetzt möchten sie länger in einer Stadt bleiben.

Reisen mit Kindern: Hochs und Tiefs wie Zuhause

Das Reisen mit der sieben Monate alten Smilla sei unkompliziert. „Sie ist ein ganz tolles Reise-Baby und weint fast nicht“, sagt Svende Pitschner-Finn. Ein eingespieltes Team. Das liege daran, dass sie viel Zeit für ihre Tochter haben. Obwohl sich Baby Smilla später nicht an die Länder und Erlebnisse erinnern wird, ist sich das Ehepaar in einer Sache sicher: „Irgendwas wird auch das Baby davon auch mitnehmen.“

Trotz Abenteuerlust und viel Spaß gibt es auch auf Reisen einen Alltag: Waschen, Einkaufen und Babynahrung besorgen. „Es gibt Hochs und Tiefs wie Zuhause auch. Man hat mehr Ruhe, um sich miteinander zu beschäftigen, aber man hat auch weniger Rückzugsmöglichkeiten“, sagt Svende Pitschner-Finn.

Übernachten in Unterkünften oder bei Einheimischen

Sie übernachten meistens in Unterkünften oder Wohnungen, die sie über das Internet buchen. Sie müssen auch die Kosten in Blick behalten und schauen so je nach Land und Urlaubssaison nach der günstigsten und geeignetsten Unterkunftsmöglichkeit.

Auch die Fortbewegungsmittel unterscheiden sich je nach Land. In Mexiko wollen sie so viel wie möglich mit dem Bus reisen. „Man fühlt sich mehr auf Reisen. Wir kommen dadurch auch mehr mit Einheimischen in Kontakt und lernen das Land noch besser kennen“, betont Sebastian Pitschner-Finn.

Der schönste Moment auf der Reise war für die Zwillinge und die Eltern das Schwimmen mit Walhaien in Mexiko. „Das haben wir erst unterwegs bei der Recherche erfahren. Das war schon ziemlich beeindruckend. Ein Tier war um die 16 Meter groß“, erzählt die Mutter.

Reisetagebuch auf Youtube und Facebook für Freunde, Familie und Reise-Fans

Ihre Erlebnisse und Erfahrungen teilen sie im Internet. Ihr Blog nennt sich „Papi lernt fliegen“. Dadurch wollen sie vermeiden, ständig auf Abruf zu sein. „So können Freunde und Familie immer sehen, wie es uns geht. Wir wollen nicht ständig auf Whatsapp hin und her schreiben“, erklärt Svende Pitschner-Finn.

Sie möchten mit ihrer Geschichte ein Vorbild für andere Familien sein. „Wir haben das Gleiche durchgemacht und haben uns nicht sofort dafür entschieden. Wir wollen anderen Mut machen, Träume zu verwirklichen und sich nicht von Ängsten abhalten zu lassen“, sagt sie. Das müsse nicht gleich eine Weltreise sein.

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