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Warum junge Erwachsene aus ganz Europa im Riff auftreten

Voller Inbrunst tanzen die Jugendlichen beim Hip Hop Youth Camp.

Voller Inbrunst tanzen die Jugendlichen beim Hip Hop Youth Camp.

Foto: Ingo Otto

Bochum.   38 junge Erwachsene, die meisten aus dem Ausland, proben beim Hip Hop Youth Camp in der Bochumer Musikschule. Am 31. Juli treten sie im Riff auf.

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Aus Polen, Spanien und der Ukraine sind sie angereist: 30 junge Kreative zwischen 16 und 24 Jahren, die in Bochum zusammen mit Gleichgesinnten aus Deutschland Europa neu denken wollen – mit den künstlerischen Mitteln der Hip-Hop-Kultur. So ist es kein Wunder, dass in der Musikschule in diesen Tagen ein Mix aus verschiedenen Sprachen durch die Flure hallt. In der ersten Etage wird zumeist auf Englisch an Songtexten gefeilt, im Erdgeschoss treibt die polnische Tanzlehrerin ihre Schützlinge zu Höchstformen an.

„Suchen und Denken“ ist das Motto dieses dritten Hip Hop Youth Camps, das noch bis zum Mittwoch läuft. Initiiert wurde es von Urban Roach, erstmals in Kooperation mit dem Herner Pottporus. „Wenn man sucht, muss man sich bewegen. Jeder Schritt ist mit Gefahren verbunden und man kann immer an Grenzen stoßen. Dort beginnt dann das Denken“, erläutert der Rapper Jonas Zolyniak, der zum Mentorenteam gehört, das Motto.

Geschichten mit Freiheit verknüpft

„Jeder hier hat eine eigene Geschichte. Die wollen wir in unsere finale Performance mit Tanz, Rap und Theater einbauen“, sagt der 26-jährige Bochumer. Grundlage seien auch die Probleme in den einzelnen Herkunftsländern, beispielsweise die Unabhängigkeitsbestrebungen in Spanien und der Kriegszustand in der Ukraine. „Es gibt Teilnehmer, die haben Freunde im Krieg verloren“, sagt Zolyniak.

Alle Geschichten der Teilnehmer seien aber auch mit dem Thema Freiheit verknüpft. „Einer der Spanier fühlt sich frei, wenn er mit seinen Freunden in den Bergen ist, ein anderer, wenn er klettern kann. Die Freiheit ist am meisten bei verbotenen Dingen spürbar“, sagt der Rapper.

Zunächst stehen Spiele auf dem Plan

„Nicht selbstverständlich“ sei es, dass sich die Teilnehmer so öffnen. Um lockerer und zu einer Gruppe zu wachsen, standen deshalb zunächst Spiele auf dem Plan, ehe es in Kleingruppen zu Rap-, Tanz- oder Theater-Workshops ging, in denen die Endpräsentation erarbeitet wird. Zolyniak selbst vergleicht das Camp mit einem großen Familientreffen, schließlich sind auch seine zwei jüngeren Schwestern aus Polen angereist.

„Ich möchte hier Freunde aus anderen Ländern finden“, sagt die 19-jährige Diana Shyndak aus der Ukraine. „Wenn man nach Spanien oder nach Polen kommt, kennt man dann schon jemanden“, sagt sie begeistert. Bochum hat sie mit ihren Mitstreitern schon erkundet. „Wir haben ein Graffiti in der Stadt gemacht und waren bei Bochum Total. Das ist eine coole Zeit hier.“ Gekommen sei sie über das Austauschprogramm Erasmus+.

Dass übrigens überhaupt so viele ausländische Teilnehmer dabei sind, sei den Partnern aus den einzelnen Ländern zu verdanken, erklärt Zolyniak.

Die hätten die jungen Erwachsenen, die alle Vorerfahrungen im künstlerischen Bereich haben, erst angesprochen. Aus der näheren Umgebung kommen allerdings lediglich acht der insgesamt 38 Teilnehmer.

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