VfL Bochum

VfL Bochum: Neururer macht Mut – „Es ist noch nicht vorbei!“

Mutmacher: Auf dem Trainingsgelände des VfL Bochum hatten Fans am Freitag ein Transparent angebracht: „Alles geben Jungs“.

Mutmacher: Auf dem Trainingsgelände des VfL Bochum hatten Fans am Freitag ein Transparent angebracht: „Alles geben Jungs“.

Foto: Dietmar Wäsche / FUNKE Foto Services

Bochum.  Der VfL Bochum steckt im Abstiegskampf. Ata Lameck, weitere Promis und Fans gehen im WAZ-Gespräch in die Offensive: „Es ist noch nicht vorbei!“

Ein Gespenst geht um. Das Abstiegsgespenst. Nicht nur, dass der Traum von einer Rückkehr ins Fußball-Oberhaus auch in dieser Saison ein jähes Ende fand. Aktuell müssen der VfL Bochum und seine Fans sogar um den Klassenerhalt in der 2. Liga bangen. Angst wabert rund ums Ruhrstadion. Als „Schicksalsspiel“ bezeichnen manche das Kellerduell am Sonntag (9.) in Wehen-Wiesbaden. Zuvor hat die WAZ Stimmen und Stimmungen eingefangen.

Die Stimmung am Trainingsplatz des Zweitligisten ist am Freitag auf den ersten Blick fast so entspannt wie immer. Die Mannschaft trainiert, einige Fans schauen zu, die Sonne scheint. Der Unterschied zu sonst: Am Trainingsplatz hängen zwei Plakate. „Bochum hält zusammen“ steht auf dem einem. Auf dem anderen: „Jungs gebt alles und haltet die Klasse.“ Dafür, dass die Lage beim VfL so ernst wie selten zuvor ist, ist die Laune der Fans fast schon zu gut.

VfL im Abstiegskampf: „Es passt nichts zusammen“

Sonntag gegen Wiesbaden sei es wichtig, sagt ein noch etwas jüngerer Fan. „Da müssen wir unbedingt gewinnen.“ Noch deutlicher werden die älteren Zuschauer. „Bei der Mannschaft passt nichts zusammen“, grollt einer der Rentner. Seinen Namen will er aber nicht in der Zeitung lesen. „Meinen können Sie ruhig schreiben“, sagt ein anderer. „Fritz Kranz heiße ich. Ich bin seit zehn Jahren Mitglied im Verein. Den Riemann würde ich aus dem Tor nehmen und vorne anders spielen lassen. Der Ganvoula braucht mehr Unterstützung. Als erstes würde ich aber den Sportvorstand Sebastian Schindzielorz wegschicken und Peter Neururer wiederholen. Als Trainer taugt der nicht mehr, aber als Manager.“

Neururer aber hat keinerlei Ambitionen, zum VfL zurückzukehren. „Es ist traurig“, sagt er nur. Der 64-Jährige kennt den Abstiegskampf aus mehreren seiner Trainer-Stationen, bei denen er oft genug Feuerwehrmann spielen musste. Auch in Bochum. Fest steht für Neururer: „Der Niedergang des VfL begann bereits 2010 mit dem Ausscheiden von Werner Altegoer“ (langjähriger Aufsichtsratsvorsitzender, die Red). Immer wieder seien die Fans seither bitter enttäuscht worden. Doch vom Untergang in die Drittklassigkeit sei der Klub noch weit entfernt: „Es gibt noch einige ,Endspiele’.“ Trainer Thomas Reis wisse, was zu tun ist. Neururer: „Er hat ja lange unter mir trainiert.“

Ata beschwört die Kohlenpott-Tugenden

„Es ist bedrohlich. Aber es ist noch nicht vorbei! Selbst bei einer Niederlage am Sonntag sind wir noch lange nicht weg“, bekräftigt VfL-Legende Ata Lameck (70). Was die aktuelle Mannschaft von den einst Unabsteigbaren lernen könne? „Es ist heute schwer mit dem Teamgeist. Wir waren früher sechs, acht Kerle, die die Mannschaft jahrelang zusammengehalten haben. Alle aus der Region. So viel Zeit zum Aufbau gibt es nicht mehr.“ Die Tugenden aus dieser Zeit jedoch seien bis heute gefragt. „Kämpfen und malochen, so wir man es hier im Kohlenpott kennt! Dann kommt auch der Erfolg.“

Frank Goosen hüllt sich in Schweigen

In beredtes Schweigen hüllt sich Autor, Kabarettist und Ex-VfL-Aufsichtsratsmitglied Frank Goosen (53). „Frank Goosen äußert sich derzeit generell nicht zum Thema VfL“, teilt sein Management mit. Redseliger zeigt sich sein Kollege Ben Redelings (44). „Dettmar Cramer hat schon vor 30 Jahren die aktuelle Situation beim VfL auf den Punkt gebracht: ,Es hängt alles irgendwo zusammen. Sie können sich am Hintern ein Haar ausreißen, dann tränt das Auge’“, zitiert der Fußball-Autor den Trainer-Philosophen. „Kurzum: Die Kacke ist am Dampfen! Hoffentlich zieht noch jemand rechtzeitig ab – wortwörtlich, um im Bild zu bleiben. Glück auf, VfL!“

Dem kann sich Ata Lameck nur anschließen. Einen Mutmacher für Sonntag hat er noch parat: „Die Wiesbadener zittern doch genauso wie wir!“

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