Bürgerwoche

Trödel und Jubiläum führen Nachbarn zusammen

Silvia Zaika (r.) möchte mit ihrem Stand den Urlaub ihrer Enkeltochter mitfinanzieren. Tochter Melanie (l.) verkauft mit.

Silvia Zaika (r.) möchte mit ihrem Stand den Urlaub ihrer Enkeltochter mitfinanzieren. Tochter Melanie (l.) verkauft mit.

Foto: Dietmar Wäsche / FUNKE Foto Services

Werne/Langendreer  Flohmarkt in Werne, Schulfest in Langendreer: Die Bürgerwoche bietet jeden Tag unterschiedliche Orte, um im Bochumer Osten unterwegs zu sein.

. Silvia Zaika findet: Was sie nicht mehr braucht, muss nicht gleich weggeschmissen werden. „Meine Lederhosen zum Beispiel haben eine gute Qualität – sie passen mir einfach nur nicht mehr“, sagt sie. Sie geht selber gerne auf Flohmärkte, um im „Gerümpel“ anderer neue Schätze zu finden. Der erste Flohmarkt in Werne ist für sie und Tochter Melanie die Gelegenheit, das auch mit eigenen ausgemisteten Sachen zu versuchen. Mit Erfolg: Mittags sind die Frauen schon zufrieden mit ihrem Umsatz. Der Urlaub, den Silvia Zaika ihrer Enkelin mit dem Geld mitfinanzieren möchte, rückt also in greifbare Nähe.

Günstige Standgebühr

Der Werner Flohmarkt bietet ein niedrigschwelliges Angebot für alle Beteiligten: Die Standgebühr von vier Euro pro Meter ist deutlich niedriger als auf anderen Trödelmärkten. Das liegt daran, dass die Veranstalter den Markt im Rahmen der Bürgerwoche auf die Beine gestellt haben.

„Die Parkfläche wurde bereits für das Fest am Vortag freigeräumt. Die Bezirksvertretung hat den Markt unterstützt, so dass der Toilettenwagen und auch der Stromanschluss geblieben sind“, sagt Organisator Karsten Höser. Er ist glücklich mit dem Verlauf des Markts – als er Anfang des Jahres zum ersten Mal von seiner Idee beim Werner Treff sprach, hätte er nicht gedacht, dass etwa 45 Stände zusammenkommen. Er ist ein Flohmarktfan und hofft, nun häufiger einen Markt in Werne zu veranstalten.

Zum guten Gelingen trägt außerdem der Standort bei: Nicht nur zum Stöbern, sondern auch zum Verweilen kommen Nachbarn vorbei. Alexandra Lavrentiadis und Kollegin Ute Gunkel laufen nach der Arbeit noch einmal über den Markt und werden schnell fündig: „Die Preise sind gut, die Verkäufer nett.“

Kinder sind selbstständig

Fast nebenan, auf dem Schulhof der Michael-Ende-Schule am Standort Langendreer, trifft man sich ebenfalls. Thomas Süreth ist nicht nur wegen seines Kindes zum Schulfest gekommen. Er hat gerade einen alten Kindergartenfreund wiedergesehen und freut sich, „Geschichten von früher“ aufleben zu lassen. Das macht auch die Ausstellung, die die vierte Klasse in einem Raum des Offenen Ganztags vorbereitet hat. Da der Standort seit 140 Jahren besteht, haben die Kinder allerhand Eindrücke aus den vergangenen Jahrzehnten gesammelt: Klassenfotos aus den 1930er-Jahren, Zeitungsartikel zu früheren Jubiläen und Erinnerungen einer ehemaligen Schülerin hängen an den Wänden aus. Außerdem haben einige Kinder Stadtführer zu Bochum erstellt.

Darauf ist Schulleiterin Bianca Beyer stolz, denn die Ausstellung haben die Kinder zum Großteil in Eigenregie erarbeitet. In ihrer Rede zu Beginn des Festes betont sie, dass die Kinder schon ganz viel alleine können. „Ich finde, es wichtig den Kindern zu vertrauen und sie zur Selbstständigkeit zu erziehen.“ Das wird auch im Programm deutlich: Alle Klassen haben einen kleinen Stand, an dem es zum Beispiel selbstgebastelte Deko, Dosenwerfen oder einen heißen Draht gibt. Zur Eröffnung singen einige Klassen Lieder mit Choreographien. Das Geld, das am Nachmittag eingenommen wird, soll in eine Projektwoche in zwei Jahren fließen.

Bianca Beyer hofft, dass bald auch die Einweihung des neuen Dachgeschosses gefeiert werden kann. Die ehemalige Hausmeisterwohnung wurde ausgebaut, so dass nun ein neuer Verwaltungstrakt einziehen kann.

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