Entwicklung

Die Stadt will den Bahnhof in Wattenscheid kaufen

Zwei Ströme schließen den Bahnhof ein, die A 40 und der Gleiskörper. Die Verbindung nach Süden (oben) ist ein zentraler Punkt des Bauland-Konzepts.

Zwei Ströme schließen den Bahnhof ein, die A 40 und der Gleiskörper. Die Verbindung nach Süden (oben) ist ein zentraler Punkt des Bauland-Konzepts.

Foto: Hans Blossey / www.blossey.eu

Wattenscheid-Mitte.  Auf 30 Hektar soll Bauland für Wohnen und Gewerbe entstehen. Dazu soll das „Zweistromland“ mit frühzeitiger Bürgerbeteiligung aufgewertet werden.

Wattenscheids Mitgift ist ein kräftiges Paket: 30 Hektar dringend benötigtes Bauland für Wohnen und Gewerbe bieten sich im Bereich „Südliche Innenstadt Wattenscheid“, und damit Möglichkeiten, ein ganzes Stadtquartier zu entwickeln und zu erschließen. Die Schlüsselstelle ist der Bahnhof Wattenscheid, den die Stadt kaufen will. Die Verhandlungen sind bereits abgeschlossen. Die parlamentarischen Gremien werden noch beteiligt. Es besteht aber breiter Konsens, um das Viertel mit den Teilräumen An der Papenburg/Berliner Straße und Wilhelm-Leithe-Weg/Ridderstraße grundsätzlich zu überplanen und städtebaulich attraktiv zu machen.

Dies beinhaltet eine breite Beteiligung der Öffentlichkeit und einen Anteil von 30 Prozent öffentlich gefördertem Wohnraums bei der Planung. Diese ist im Doppelhaushalt 2020/2021 finanziell verankert. Mit dem Kauf des Bahnhofs kann das Gebiet südlich des Wattenscheider Zentrums über die Autobahn und die Gleise bis in das nördliche Westenfeld insgesamt betrachtet werden. Wattenscheid würde dann als künftiger Halt des Rhein-Ruhr-Express für Pendler aus und nach Düsseldorf interessant, wo Wohnraum knapp ist.

Beginn mit dem Toom-Baumarkt

Die Verwaltung konzentriert sich auf die Teilbereiche An der Papenburg/Berliner Straße mit dem ehemaligen Aquella-Gelände, wo zunächst der Toom-Baumarkt entstehen soll, aber auf neun Hektar noch weitere gewerbliche Nutzungen möglich wären. Betrachtet werden dabei die Flächen des ehemaligen Sportplatzes, der Tankstelle und unter Umständen der Tennisplätze. Diese, wird eingeräumt, „abhängig von einer Verlagerung in der Nähe.“ Dazu soll auch der Hotel-Standort weiterentwickelt und die Naherholungsfunktion für die Innenstadt einbezogen werden.

Kreisverkehr am Bahnhof

Die Flächen am Bahnhof als Verkehrsknoten sollen durch einen Kreisverkehr an der Bahnhof- und Fritz-Reuter-Straße aufgewertet werden, die Bushaltestellen dazu verlegt werden. Besonderen Wert legt bereits die grobe Konzeption auf die Verlängerung des Fußgängertunnels im Bahnhof Richtung Süden, um das Gebiet am Wilhelm-Leithe-Weg und der Ridderstraße anzubinden. Die Ansiedlung von Büros und Dienstleistern sollen den Gewerbestandort „Zweistromland“ aufwerten.

Zugang zum Viertel im Süden

An diesem neuen Südeingang des Bahnhofs wird das „Herzstück“ der gemischten Bauflächen auf vier Hektar als ein eigenes Stadtviertel projektiert, das Wohnen, Arbeiten, Versorgung, Freizeit und Naherholung kombinieren soll. Das alles soll nicht in Konkurrenz zum bestehenden Wattenscheider Kern stehen. Die Verwaltung nennt als Vorgabe für den Wohnungsbau eine kompakte, gemischte Struktur und eine soziale Mischung mit verschiedenen Bautypen für unterschiedliche Zielgruppen wie sozialem Wohnungsbau und einer neuen Kindertagesstätte.

Am Bahnhof wurden gegenüber der bisherigen Planung weitere Flächen einbezogen, die die Bahn nicht mehr benötigt. Für dieses Gewerbe-Areal von 7,5 Hektar im westlichen Bereich der Wilhelm-Leithe-Straße sind Grünflächen und Fuß- und Radwege vorgesehen.

Ausdrücklich heißt es aus dem Planungsamt, mit einer Konkretisierung der Planung in den Teilbereichen sollen die Bürger beteiligt werden. Realisiert werden könnte die Planung ab 2023. Der Grundsatzbeschluss für den Tunnelbau am Bahnhof sollte noch 2019 erfolgen.

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