Jugendtreffs

Stadt: Keine neuen Jugendtreffs in der Hustadt

Dieser baufällige Container kann von Jugendlichen schon lange nicht mehr genutzt werden. Ersatz ist nicht vorgesehen, teilt die Stadtverwaltung jetzt mit.

Dieser baufällige Container kann von Jugendlichen schon lange nicht mehr genutzt werden. Ersatz ist nicht vorgesehen, teilt die Stadtverwaltung jetzt mit.

Foto: Gero Helm / FUNKE Foto Services

Querenburg.   Verwaltung erteilt dem politischen Wunsch eine Absage, Container für verhaltensauffällige Jugendliche aufzustellen. Sie regt andere Lösungen an.

Die Hustadt hat ein Problem – und dieses wird sie so einfach auch nicht wieder los: Junge Menschen, die Alkohol trinken, Drogen nehmen, laute Musik hören – und sich um die Anwohner nicht weiter scheren. Sie haben allerdings auch kaum noch ein andere Möglichkeit, sich zu treffen. Denn die Treffpunkte, die ihnen mehr als 20 Jahre lang zur Verfügung standen, gibt es nicht mehr. Und die Anschaffung neuer Container ist nicht geplant. Dies geht aus einer Mitteilung der Stadt in der Sitzung des Bezirks Süd am Dienstag hervor, die damit auf einen Antrag von SPD und Grünen im Gremium von März eingeht.

Baufällige Container wurden inzwischen entfernt

Darin hatten die Parteien die Verwaltung aufgefordert, „Räumlichkeiten zu schaffen, in die sich die verhaltensauffälligen Jugendlichen unter Aufsicht von Streetworkern treffen können, ohne Bewohner der Hustadt zu belästigen.“ Das Problem ist im Rathaus wohl bekannt. Allerdings wird das Ersetzen der baufälligen Container, die inzwischen entfernt wurden, nicht mal als zielführende Lösung angesehen.

Das Gruppenverhalten hat sich zu sehr verändert

Zu sehr habe sich das Gruppenverhalten bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen in den letzten Jahren verändert. „Der Zusammenhalt zwischen den Jugendlichen ist wesentlich lockerer geworden, Drogenkonsum, soziale Medien und das Smartphone ersetzten teilweise die sozialen Beziehungen vor Ort“, heißt es in der Verwaltungsmitteilung an die Bezirksvertretung. Für die Stadt ein Grund, von festen Treffpunkten künftig abzusehen.

Mehrere Maßnahmen sollen aus dem Dilemma führen

Im Rathaus setzt man darauf, über mehrere Maßnahmen das Problem in den Griff zu bekommen. Der Straßensozialarbeit kommt dabei nach Ansicht des Jugendamtes auch weiterhin eine tragende Rolle zu. Doch der Einsatz der Streetworker allein reiche nicht. Querenburg habe eine überdurchschnittliche gut ausgebaute Angebotsstruktur im Bereich der Jugendverbandsarbeit, der offenen Jugendarbeit und der Jugendsozialarbeit. Hier sollte aus Sicht der Stadt mit allen Akteuren überlegt werden, welche Maßnahmen und Projekte bei den Jugendlichen angezeigt sind, auch unter Einbeziehung des Jobcenter, mit möglichen Arbeitsmaßnahmen für Jugendliche und junge Erwachsenen unter 25 Jahren.

Idee: Zentrale Sitzgruppen als Alternative anbieten

Als Beispiel wird der Arbeitskreis „Kinder und Eltern der Hustadt“ genannt, der nach Informationen der Verwaltung „mehrere Projekte und Veranstaltungen für dieses Jahr zum Thema Drogen plant“. Eine weitere Handhabe wäre es, den Jugendlichen eine zentrale Sitzgruppe – etwa Baumstämme – als Alternative zu den „störenden Plätzen“ anzubieten.

Zusätzlich soll es Ordnungspartnerschaften geben.

Eine einzelne Maßnahme der Jugendhilfe allein – so das Fazit in der Mitteilung – werde keine schnelle Entlastung für die Bewohner herbeiführen.

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