Sommerfest

Schauspielhaus feiert Saisonauftakt mit tausenden Gästen

Rund ums Schauspielhaus fand die Saisoneröffnung mit einem Sommerfest statt.

Rund ums Schauspielhaus fand die Saisoneröffnung mit einem Sommerfest statt.

Foto: Dietmar Wäsche / FUNKE Foto Services

Bochum.  Beim Theaterfest am Schauspielhaus gaben sich nicht nur Bochumer Akteure die Ehre. Auch ein Bühnen- und Filmstar aus Berlin war angereist.

Der erste Eindruck nach der Sommerpause: Es hat sich nichts verändert. „Unser“ Schauspielhaus präsentiert sich so einnehmend wie eh und je, und damit sind (noch) nicht die Inszenierungen, sondern zunächst nur die Äußerlichkeiten gemeint.

Zeit auch für beiläufige Momente

Beim Theaterfest zum Saisonstart gestern konnte man in aller Ruhe durchs Haus stromern und sich von immer wieder neuen Eindrücken immer wieder überraschen lassen. Nicht nur von den vielen Aktivitäten, die die Theatercrew auf die Beine gestellt hatten, sondern auch vom Gebäude selbst. Haben Sie schon mal darauf geachtet, wie elegant sich die Stufen im gerundeten hinteren Treppenhaus auf und ab winden? Auch für solche eher beiläufigen Momente war gestern Zeit. Wenn man sie sich denn nehmen wollte.

Ansonsten ging es, wie noch bei jedem Spielzeitauftaktfest, an der Königsallee 15 recht trubelig zu.

Kaffee, Brötchen, Marmelade

Der Hans-Schalla-Platz, mit Bänken und Tischen ausstaffiert, füllte sich gleich vom Start um 11 Uhr, das „Bochumer Frühstück“ unter freiem Himmel findet immer mehr Liebhaber, zumal, wenn das Wetter so herrlich sonnig mitspielt wie am Sonntag. Das gesellige Beisammensein bei Kaffee, Brötchen, Marmelade bildete den ersten Aufschlag für einen langen Tag, mit dem das Theater sich in seiner Stadt zurückmeldet.

Hinter den Kulissen laufen die Vorbereitungen auf die zweite Johan-Simons-Intendanz natürlich schon längst auf vollen Touren. Alle Mann und jede Frau an Bord: Nach Wochen der Theaterpause herrscht am Schauspielhaus wieder emsiger Betrieb, die Spannung vor der ersten Premiere des neuen Jahres (3.10, „Geschichten aus dem Wienerwald“, Regie Karin Henkel) steigt täglich.

Verkauf aus dem Fundus

Davon war allerdings gestern nichts zu spüren. Wenn es eine Anspannung gab, bekam das Publikum nicht viel davon mit. Den ganzen Sonntag lang war überall was los. Es gab u.a. die beliebten Theaterführungen, den von Kostümdirektorin Britta Brodda geleiteten Verkauf aus dem Fundus der Klamotten und Gewänder, eine Spielzeitvorschau des Jungen Schauspielhauses und einen Workshop für den DJ-Nachwuchs in der coolen „Kellerkinder“-Bar des Oval Office, ehemals Eve Bar.

Auch einige Ausschnitte aus kommenden Produktionen waren bereits zu sehen, so aus „Der kleine Roboterjunge“, dem diesjährigen Weihnachtsstück.

Witziges Speed-Dating

Witzig war das Speed-Dating mit den Schauspielerinnen und Schauspielern, die sich kurz & knackig ihren Gästen face to face vorstellten. Oder Extra-Aufführungen wie „Die Legende vom heiligen Trinker“ nach dem Buch von Joseph Roth, in der Schauspielerin Svetlana Belesova einen rekordverdächtigen Kostümwechsel hinlegte. Sogar ein kunterbuntes VfL Bochum-Trikot aus den 80ern kam zu Ehren.

Talk mit Norbert Lammert

Nicht vergessen werden darf die einstündige, von Norbert Lammert gewohnt souverän geleitete Fragerunde. Hier war der bekannte Schauspieler Ulrich Matthes Gesprächspartner des früheren Bochumer CDU-Bundestagsabgeordneten und Bundestagspräsidenten. Matthes, Star des Deutschen Theaters Berlin, plauderte über seine Bühnen- und Filmarbeit, sparte aber auch nicht mit politischen Stellungnahmen zum Zustand der Demokratie. Befragt, ob er lieber Theater- oder Filmschauspieler sei, entschied sich der im Mai 60 Jahre alt gewordene Mime für die Bühne – „mit 51 zu 49 Prozent“.

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