Wissenschaft

Ruhr-Uni braucht Platz und kauft Medizinergebäude zurück

Das Technologiezentrum Ruhr (TZR), das lange Gebäude in der Bildmitte, wird wieder ein Unigebäude. Die Bochum Wirtschaftsentwicklung (Bowe) will ein neues TZR bauen.

Das Technologiezentrum Ruhr (TZR), das lange Gebäude in der Bildmitte, wird wieder ein Unigebäude. Die Bochum Wirtschaftsentwicklung (Bowe) will ein neues TZR bauen.

Foto: Hans Blossey / www.blossey.eu

Bochum.  Auf dem Gelände des ehemaligen Opel-Werks wird sich die Ruhr-Uni deutlich ausdehnen. Aber auch darüber hinaus sichert sie sich Platz.

Das Bochumer Technologiezentrum Ruhr (TZR) ist eine Erfolgsgeschichte. Seit mehr als 25 Jahren ist es ein Hort für vielversprechende Firmengründungen, wissenschaftlichen Austausch und wirtschaftlichen Erfolg. Aber Ende 2022 ist Schluss.

Zumindest am jetzigen Standort auf dem Campus der Ruhr-Universität. Denn die benötigt das Gebäude mit einer Fläche von 18.000 m2 selbst. Sie macht dabei Gebrauch von einem Vorkaufsrecht, das sie sich Anfang der 1990er Jahre beim Verkauf an die Stadt Bochum gesichert hatte. Trotz der Erweiterung mit dem GD-Gebäude und der Auslagerung einiger Bereiche vor allem auf das Mark 51/7-Gelände des früheren Opel-Werks nach Laer hat die Ruhr-Uni weiterhin großen Platzbedarf.

Ruhr-Uni setzt auf drei Standorte

„Wir sind in 38 Liegenschaften vertreten und wollen einen Teil davon wieder zurück auf den Campus holen“, sagt Uni-Sprecher Jens Wylkop. Er versichert aber, dass es bei dem Prinzip der drei Pole bleiben soll, d.h. die Ruhr-Uni wird neben dem Campus auch weiterhin in der Innenstadt und eben auf Mark 51/7 vertreten sein. Ein detailliertes Konzept über die Raumverteilung im alten und zugleich neuen MB-Gebäude gebe es noch nicht.

Derweil beschäftigt sich die Bochum Wirtschaftsentwicklung (Bowe) als ehemaliger Eigentümer der Immobilie mit dem Bau eines neuen TZR. Entstehen soll es in unmittelbarer Uni-Nähe, um die Vorteile der Nähe und des Austauschs mit der Uni zu nutzen. „Wir verfügen dort noch über einige Flächen sagt“, Bowe-Geschäftsführer Ralf Meyer.

Neubau in Uni-Nachbarschaft

Geplant sei es, bis zur Schließung des jetzigen TZR das Nachfolgegebäude fertigzustellen und so einen nahtlosen Übergang zu gewährleisten. Der Verkaufserlös abzüglich eines Teils der Fördergelder, die zurückgezahlt werden müssten, werde für den Neubau verwendet. Das neue TZR soll über eine Fläche von etwa 10.000 m2 verfügen. Damit sei es zwar deutlich kleiner als das bisherige TZR. Das indes beherberge auch Einrichtungen wie etwa das Grönemeyer-Institut und das Grönemeyer-Medizinzentrum, die nicht klassischerweise Teil eines TZR seien.

Das Anfang der 1970er Jahre als Gebäude MB in der „Mediziner-Reihe“ der Uni fertiggestellte jetzige TZR-Gebäude wurde von der Uni nie genutzt und stand ebenso wie das benachbarte MC-Gebäude etwa 20 Jahre lang leer. 1991 erwarb es die damalige „Bochumer Parkhausbau- und Betriebsgesellschaft“, ein Vorläufer der heutigen Wirtschaftsentwicklungsgesellschaft, und baute es zum Technologiezentrum aus.

13 Unternehmen zogen am 4. Juli 1991 auf 4000 m2 Fläche ein, Dutzende sollten später folgen. Einige wuchsen so stark, dass sie mittlerweile eigene Immobilien bezogen haben. Mehr als 100 Firmen haben das TZR als Sprungbrett genutzt. Derzeit sind knapp 60 Unternehmen mit mehr als 600 Mitarbeitern dort tätig. Dazu gehört auch die Physec GmbH, die unlängst für den Gründerpreis NRW vorgeschlagen wurde.

Träger ist die Chip GmbH

Seit Jahren ist das TZR nahezu vollvermietet – auch nachdem es 2012 sogar noch eine zusätzliche, die siebte Etage, aufgestockt wurde. Betrieben wird es von der Trägergesellschaft Chip GmbH, an der die Städte Bochum, Witten, Herne und Hattingen sowie die IHK Mittleres Ruhrgebiet, die Handwerkskammer Dortmund und der Förderverein Technologietransfer beteiligt sind.

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