Mutmaßliches Autorennen

Raserei: Sportwagenfahrer hält Vorwürfe für überzogen

Auf der Essener Straße (hier ein Symbolbild) soll der Beschuldigte viel zu schnell gewesen sein.

Auf der Essener Straße (hier ein Symbolbild) soll der Beschuldigte viel zu schnell gewesen sein.

Foto: Henning Kaiser/dpa

Bochum.   Der Fahrer eines Sportwagens (500 PS) wehrt sich gegen Vorwürfe, dass er mit 200 km/h ein Rennen gefahren sei. Er sei höchstens 136 gefahren.

Einer der zwei Beschuldigten, die nach Polizeiangaben ein illegales Autorennen mit bis zu 200 km/h in der Innenstadt gefahren sein sollen, wehrt sich vehement gegen die Vorwürfe. Gegenüber der WAZ sagte der 27-jährige Bochumer am Montag, dass er mit seinem 500 PS starken Mercedes GT AMG höchstens 136 km/h gefahren sei, in einer Tempo-70-Zone. Diese Daten seien aus dem Computer des Fahrzeuges ausgelesen worden.

„Ich finde, dass ist ein gewaltiger Unterschied. Wenn ich 200 gefahren wäre, müsste ich ja geistig behindert sein.“ Aber auch 136 km/h sei natürlich viel zu schnell. „Ich bereue, sollte nicht so sein.“

„Im Zick-Zack überholten sie rücksichtslos unbeteiligte Autos und bremsten andere aus“

Der Bochumer, der in der Industrie arbeitet, bestreitet auch, dass er sich mit einem Bekannten (30), der Fahrer eines Jaguar F-Type, ein Rennen geliefert habe. So hat es aber die Polizei gesehen, die hinterhergefahren war. Die Beschuldigten waren laut Polizei am 31. März gegen 0.25 Uhr an der Alleestraße mit durchdrehenden Reifen gestartet und waren dann über die Essener Straße gerast. „Im Zick-Zack überholten sie rücksichtslos unbeteiligte Autos und bremsten andere aus.“ Verletzt wurde niemand.

Der Mercedes-Fahrer sagt allerdings: „Die Essener Straße war so leer.“ 136 in einer Tempo-70-Zone: „Das kann jedem passieren.“

Staatsanwaltschaft will die Autos dauerhaft einziehen

Der Mercedes war erst wenige Tage vor der Fahrt auf ihn zugelassen worden. Eigentümer sei er aber nicht, der Wagen sei nur geliehen. Seit der Fahrt sind beide Wagen bis heute beschlagnahmt. Die Staatsanwaltschaft beabsichtigt, sie als „Tatmittel“ dauerhaft einzuziehen. Der Führerschein wurden beiden Beschuldigten bereits abgenommen.

„Ich muss so darunter leiden“, sagt der 27-Jährige über das Verfahren und die Vorwürfe.

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