Prozess

Polen liefert angeklagten Autohändler an Bochumer Justiz aus

Ein Gerät, mit dem der Tachostand eines Fahrzeuges manipuliert werden kann. Es wird an die Diagnosebuchse im Fahrzeug angesteckt.

Foto: ADAC

Ein Gerät, mit dem der Tachostand eines Fahrzeuges manipuliert werden kann. Es wird an die Diagnosebuchse im Fahrzeug angesteckt. Foto: ADAC

Bochum.  Ein Deutsch-Pole, der sich einem Prozess in Bochum entzogen hat, ist an die deutsche Justiz ausgeliefert worden. Es geht um Tacho-Manipulationen.

Das hat sich der 27-jährige Autohändler wohl ganz anders vorgestellt. Der Mann mit deutschem und polnischem Pass hattesich im Februar seinem Prozess am Bochumer Landgericht entzogen, weil er sich in Polen aufhielt.

Ihm werden das Manipulieren von Auto-Tachos und die Hinterziehung von 345 000 Euro Steuern vorgeworfen. Im April aber reichte der Arm der Bochumer Staatsanwaltschaft bis nach Polen: Die dortige Polizei kam einem Auslieferungsersuchen der Bochumer Justiz nach, nahm den Angeklagten fest und überstellte ihn nach Deutschland. Jetzt sitzt er in U-Haft und auf der Anklagebank der 6. Strafkammer.

Anklage: Laufleistung massiv nach unten gedreht

Kurz vor dem Prozesstermin im Februar hatte er noch aus Polen den Bochumer Richter angerufen und ihm gesagt, dass er sich „sicher“ fühle. Da irrte er.

Der Mann betrieb laut Anklage bis April einen Gebrauchtwagenhandel in Bochum-Hamme und Witten. In mindestens 13 Fällen soll er Autos verkauft haben, bei denen er die Laufleistung um viele Zehntausend Kilometer nach unten gedreht haben soll, um den Verkaufpreis nach oben zu drücken. Nachdem aber Kunden Verdacht schöpften, erkundigten sie sich bei Vorbesitzern nach der wahren Laufleistung. Das war über Rechnungen und Inspektionen möglich. So flog alles auf.

Vor Gericht ist der Angeklagte bisher nicht geständig. Fortsetzung: 21. September.

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