Graffiti

Neues Reinigungsgerät hilft Bochum im Kampf gegen Graffiti

Sven Pindor von der Zentralen Gebäudereinigung der Stadt testet ein neues Gerät, das die Stadt anschaffen will – um Graffiti zu entfernen.

Sven Pindor von der Zentralen Gebäudereinigung der Stadt testet ein neues Gerät, das die Stadt anschaffen will – um Graffiti zu entfernen.

Foto: Svenja Hanusch

Bochum.   Mit Wasser und Sand soll ein neues Gerät der Stadt Graffiti von öffentlichen Gebäuden entfernen. Es ist teuer, aber umweltfreundlich und sanft.

Sven Pindor hält einen Schlauch vor eine von Graffiti beschmierte Fassade. Ein Gemisch aus Wasser und Sand trifft auf die Wand – und unter lautem Lärm verwandelt sich die Schmiererei scheinbar mühelos zu der dunkelroten Steinfassade, die sie einmal war.

Gerade hat Sven Pindor, Mitarbeiter der Zentralen Gebäudereinigung der Stadt, ein neues Gerät zur Entfernung von Graffiti ausprobiert. Über einen Schlauch gelangt Wasser, das mit Sand gemischt ist, an die Wand.

Umweltfreundliche Reinigung

Mit einem großen Unterschied zum Hochdruckreiniger: Der Druck beträgt gerade mal zwei bis vier Bar. Ein Hochdruckreiniger hätte hingegen eine Kraft von 500 Bar. Doch das ist nicht der einzige Grund, der die neue Reinigungsmethode von herkömmlichen unterscheidet.

Das Gerät ist laut Olaf Kowalewski, Leiter der Zentralen Gebäudereinigung, umweltfreundlich. „Es landen keine Chemikalien in der Luft. Lediglich der Sand bleibt übrig, der wie Bauschutt entsorgt wird.“

Kämmerin ist beeindruckt

Am Dienstag hat die Stadt Bochum entschieden, das Gerät zu kaufen. Einen genauen Preis konnte Stadtkämmerin Eva-Maria Hubbert nicht nennen, da noch Verhandlungen laufen. Die Kosten pro Jahr würden aber im niedrigen sechsstelligen Betrag liegen. „Der Einsatz des Gerätes lohnt sich“, findet Hubbert, die es am Dienstag zum ersten Mal bei der Arbeit beobachtet. „Es ist beeindruckend, wie gut das funktioniert.“

Gleichzeitig macht die Stadtkämmerin aber auch deutlich, dass sie nichts gegen Graffiti im Allgemeinen habe – im Gegenteil. „Bochum ist eine moderne Stadt, zu der Graffiti gehören. Aber an den Stellen, an denen es erlaubt ist. Das hier sind für mich Schmierereien“, sagt Hubbert und zeigt auf das Graffito an der Turnhallenwand am Westring, das Sven Pindor gerade entfernt.

Kauf ist Formsache

Insgesamt dauert das zwar eine Weile, trotzdem sieht man recht schnell einen Fortschritt. Pro Tag könne man mit dem Gerät so eine Fläche von rund 60 bis 70 Quadratmetern reinigen, erklärt Olaf Kowalewski.

Diese neue Technik will die Stadt in Zukunft besonders auf empfindlichen Untergründen anwenden, bei denen die Bausubstanz leicht angreifbar ist. Der Kauf sei nur noch Formsache und soll in spätestens drei Monaten beschlossene Sache sein, teilt Stadtkämmerin Hubbert mit.

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