Jugendzentrum

Neuer Bochumer Bürgertreff bringt Generationen zusammen

Im Jugend- und Stadtteilzentrum Hamme wird jetzt auch Billard gespielt: Ein neuer Raum wurde dafür eröffnet.

Im Jugend- und Stadtteilzentrum Hamme wird jetzt auch Billard gespielt: Ein neuer Raum wurde dafür eröffnet.

Foto: Ingo Otto / FUNKE Foto Services

Bochum-Hamme.  Das ehemalige Amtshaus in Hamme wurde zum Jugend- und Bürgertreff umgebaut. Anwohner erkennen das 100 Jahre alte Gebäude kaum wieder.

Laute Gute-Laune-Musik hallt durch das Haus, in einem Raum wird Billard gespielt, in einem anderen Raum werden fleißig Kostüme anprobiert. Im Garten rennen Kinder einem Frisbee hinterher, in der einen Hand ein Eis, in der anderen Hand einen Donut, während sich eine Gruppe Männer zu einer Runde Schach auf der Terrasse versammelt hat.

Das ehemalige Amtshaus in Hamme (Amtsstraße 10) ist wieder voller Leben, jetzt als Jugend- und Stadtteilzentrum: „Habt Spaß, stellt es auf den Kopf, aber lasst es bitte heile“, sagt Oberbürgermeister Thomas Eiskirch (SPD) bei der offiziellen Einweihung des neuen Treffpunktes. Mit einer Rede bedankt er sich bei allen Beteiligten, die bei der Neugestaltung des Gebäudes mitgewirkt haben und es in Zukunft mit Leben füllen werden. Über ein Jahr haben die Umbauarbeiten gedauert, die insgesamt 1,4 Millionen Euro gekostet haben.

Neue Akteure gesucht

Das Ergebnis: Ein Ort, an dem sich 6 bis 27-Jährige in Zukunft wohlfühlen sollen. Jeder Raum hat seinen eigenen Charakter und ist an ein anderes Thema angelehnt. Im Erdgeschoss werden schon bald Graffiti- oder Longboardkurse angeboten, „alles worauf Kinder in diesem Alter Bock haben“, sagt Leiter Milan Bongartz. „Die Räume haben ein komplett neues Gesicht bekommen. Jeder hat schließlich ein Hobby und braucht einen Ort, wo er sich mit anderen vernetzen kann.“ Damit spricht Bongartz nicht nur Kinder und Jugendliche an, denn die Räume in den oberen Etagen, die im Vergleich zum Erdgeschoss eher einen schlichten Charakter haben, sollen zukünftig im Rahmen des „Gute Stube“-Projektes genutzt werden. „Gute Stube“, das bedeutet einen Bürgertreff zu schaffen, wo sich Vereine und andere Akteure im Stadtteil austauschen können.

Das Gebäude ist über 100 Jahre alt

Das Flüchtlingsbüro und das Angebot „KiTa-Sozialarbeit“ des Jugendamtes sind schon eingezogen. Leiter Milan Bongartz und sein Team suchen noch nach weiteren Akteuren. „Denkbar wäre noch eine Seniorenberatung oder ein Müttercafé“, sagt der Leiter. „Platz genug ist da.“ Das Haus hat eine lange Geschichte: Erst Amtshaus, dann Kinderheim und später ein Jugendzentrum. Und jetzt ein Haus, das alle Generationen im Stadtteil verbinden soll. Über die Geschichte wird auf der Eröffnungsfeier gerne diskutiert: Hier und da heißt es, dass das Haus mal eine Polizeiwache war. Fest steht: Das über 100 Jahre alte Gebäude ist aus dem Stadtteil nicht mehr wegzudenken.

„Es bietet einfach so viele Möglichkeiten“, so Rudi Malzahn. Der Ehrenvorsitzende der SPD habe sich lange für die sinnvolle Nutzung des Hauses eingesetzt. Auch Rosemarie Tisarek ist begeistert: „Wir haben so viele Kinder hier im Stadtteil und da muss einfach etwas getan werden“, sagt die Anwohnerin, die seit 25 Jahren im Stadtteil wohnt.

Anwohner sind zufrieden

Viele Besucher erkennen die Immobilie kaum wieder: „Das war früher ein bisschen rustikaler hier. Ich mochte das Haus schon immer, es hat einfach Charme und ist für Kinder und Jugendliche gut erreichbar“, findet Christian Papies, der schon damals hier im ehemaligen Jugendzentrum gearbeitet hat.

Milan Bongartz ist zuversichtlich, dass das Konzept des Jugendtreffs gut ankommen wird und freut sich auf die kommende Zeit: „Ich hoffe, dass Kinder und Jugendliche in Hamme, aber auch über die Grenzen des Stadtteiles hinaus, bei Fragen und Problemen in Zukunft auf uns zukommen werden.“

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben