Moscheebau

Moscheeprojekt: Mietvertrag liegt jetzt auf dem Tisch

Auf einer Brachfläche an der Castroper Straße 192-194, dem Gelände der ehemaligen Reiterschaft, will der Islamische Kulturverein (IKV) seine Pläne von einer "Grünen Moschee" umsetzen.

Auf einer Brachfläche an der Castroper Straße 192-194, dem Gelände der ehemaligen Reiterschaft, will der Islamische Kulturverein (IKV) seine Pläne von einer "Grünen Moschee" umsetzen.

Foto: Andreas Rorowski

Bochum.   Der Islamische Kulturverein will mit seiner Moschee umziehen. An der Castroper Straße verfolgt er, unterstützt von der Stadt ehrgeizige Ziele.

Die Pläne für den Bau einer Moschee an der Castroper Straße 192-194 kommen voran. Die Stadt steht vor dem Abschluss eines Mietvertrags mit dem Islamischen Kulturverein (IKV). Außerdem wollen beide Seiten einen Letter of Intent, eine Absichtserklärung, unterschreiben. In dieser sind wichtige Eckpunkte auf dem Weg zum Moscheebau festgelegt. Der Rat wird darüber in seiner nächsten Sitzung am 11. Juli entscheiden.

Provisorium für fünf Jahre

Demnach stellt die Stadt dem Verein zunächst ein 4300 Quadratmeter großes Gelände im Hinterland der Castroper Straße zwischen JVA und dem Einkaufszentrum „Große Voede“ zur Verfügung, das dieser in den nächsten drei bis fünf Jahren für ein Provisorium nutzt. Der Gebetsbetrieb soll in einer Leichtbauhalle für maximal 500 Personen erfolgen. Die jetzige Khaled-Moschee des IKV an der Universitätsstraße wird seit geraumer Zeit vor allem wegen der Verkehrsbehinderungen im Umfeld nur noch geduldet. Beide Seiten, IKV und Stadt, sind daher seit längerer Zeit auf der Suche nach einem alternativen Standort.

Noch nicht alle Flächen gehören der Stadt

Der ist nun auf dem Gelände der früheren Reiterschaft gefunden. Der Haken: Nicht das gesamte Grundstück gehört der Stadt. Noch nicht. Sie verhandelt momentan mit der Telekom über den Verkauf zweier Flächen. Geplant ist, am Ende ein deutliches größeres, womöglich etwa 10.000 m2 großes Areal an den IKV zu verkaufen.

Dieser möchte dort seine Pläne von einer „Grünen Moschee“ umsetzen. Dazu gehört nicht nur die Moschee selbst, sondern auch weitere Gebäude, und ein öffentlich nutzbarer Weg quer durch das Quartier.

Offenheit und ein gutes nachbarschaftliches Verhältnis haben sich die Initiatoren des Projekts auf die Fahnen geschrieben. Für die Umsetzung hat der Verein Professor Gernot Schulz von der Hochschule Bochum an seiner Seite. Die Miet-Variante ist lediglich eine Lösung für den Übergang, wie Stadt und Verein betonen.

Integration und sozialer Frieden

„Es hat in den vergangenen Monaten intensive und konstruktive Gespräche mit der Stadt gegeben. Wir freuen uns darüber, dass wir jetzt einen Schritt weiter sind und dass es bald los gehen kann“, sagt IKV-Sprecher Ahmad Aweimer.

Ähnlich zufrieden äußert sich auch Ulf Dannehl aus dem Referat des Oberbürgermeisters: „Das Projekt ist ein wichtiger Baustein für Integration und den sozialen Frieden in unserer Stadt.“ Er spricht von einem guten Dialog und hofft auf Zustimmung der Politik. Die Beratungen beginnen nächste Woche in der Bezirksvertretung Mitte.

Voraussichtlich Anfang 2020 soll mit dem Bau der Leichtbauhalle begonnen werden. Ist sie fertiggestellt, soll der Moscheebetrieb an der Universitätsstraße sofort aufgegeben und komplett zur Castroper Straße verlegt werden. Der Verein behält den bisherigen Standort zumindest bis auf weiteres für seine anderen Aktivitäten.

Errichtet werden kann das Provisorium aber erst, wenn buchstäblich der Boden dafür bereitet ist. Etwa 650.000 Euro wird die Erschließung inklusive des Baus von 100 Parkplätzen voraussichtlich kosten. Dazu geht die Stadt in Vorleistung. Ein Viertel der Erschließungskosten soll der IKV in den nächsten Jahren über einen monatlichen Beitrag bezahlen. Die restliche Summe, so heißt es, soll dann in den Kaufpreis der Fläche einfließen.

Erschließung über Karl-Lange-Straße

Architektenpläne will der Kulturverein vorlegen, sobald klar ist, welchen Zuschnitt die Gesamtfläche haben wird, die er von der Stadt angeboten bekommt. Ein Grundstück an der Karl-Lange-Straße, das noch der Telekom gehört, hat dabei eine zentrale Bedeutung. Über diese Fläche soll nämlich später die Haupterschließung zur „Grünen Moschee“ erfolgen. Möglich wäre außerdem eine weitere Erschließung über die Zufahrt zum Thyssenkrupp-Werk. Momentan ist das Areal nur über eine Rampe zwischen Brachland und Einkaufszentrum stadtauswärts anfahrbar. Und auch das Verlassen des Geländes mit einem Fahrzeug ist nur stadtauswärts nach rechts möglich.

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