Vermietung

Mietbetrug in Bochum: Mehr Betroffene als zunächst gedacht

Um eine Wohnung in diesem Haus an der Rottmannstraß

Um eine Wohnung in diesem Haus an der Rottmannstraß

Foto: Dietmar Wäsche

Bochum.   Nach dem Bericht über einen mutmaßlichen Mietbetrüger aus Bochum haben sich noch andere Betroffene gemeldet. Sie planen nun eine Sammelklage.

Nach einem Bericht über Familie Hoffmann aus Bochum, die einem mutmaßlichen Mietbetrüger aufgesessen sind, haben sich weitere Betroffene gemeldet, die ganz ähnliche Geschichten über Herrn S. berichten können.

Zur Erinnerung: Herr S. soll seine bei Familie Hoffmann angemietete Wohnung illegal im Internet als Ferienwohnung angeboten und damit gutes Geld verdient haben. Miete soll der angebliche Immobilienmakler dennoch nicht bezahlt haben. Laut Familie Hoffmann summieren sich die Schulden mittlerweile auf knapp 20.000 Euro. Ganz ähnliches haben wohl zwei weitere Wohnungseigentümer erlebt, die ihren Namen nicht in der Zeitung lesen möchten.

Betrug fliegt auf Eigentümerversammlung auf

Über anderthalb Jahre habe Herr S. etwa eine Wohnung an der Wegmannstraße in Bochum auf Buchungsportalen angeboten. Nachbarn seien die ständig wechselnde Gäste aus den unterschiedlichsten Ländern aufgefallen. „Auf der Eigentümerversammlung bin ich dann fast gelyncht worden“, sagt die Vermieterin. Seit Oktober 2018 sei Herr S. „raus“ aus der Wohnung.

Familie Hoffmann will jetzt gemeinsam mit anderen Betroffenen eine Sammelanzeige wegen Betruges aufgeben. Nach dem Bericht der WAZ habe Herr S. zuerst eingelenkt und gemeinsam „zu einer Lösung finden“ wollen. Ob er dann auch die ausstehenden knapp 20.000 Euro Schulden bezahlt, bleibt unklar.

Tipp: Vorsicht bei Untervermietung

Der Verein Haus + Grund rät Eigentümern dazu, bereits vor der Unterschrift des Mietvertrages den zukünftigen Mieter genau zu überprüfen. Das sei etwa mit einer Schufa-Auskunft oder einer „Mietschuldenfreiheitsbescheinigung“ möglich.

Bei dem Wunsch nach einer Untervermietung rät der Verein grundsätzlich zur Vorsicht. „Man sollte diese Erlaubnis immer an konkrete Personen binden“, sagt Geschäftsführerin Stephanie Vornholz. „Man kann den Leuten natürlich immer nur vor den Kopf gucken. Eine hundertprozentige Sicherheit gibt es nicht.“

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