Zeltfestival

Max Giesinger begeistert 5000 Fans beim Zeltfestival Ruhr

Max Giesinger fand bei seinem gefeierten Auftritt  im Sparkassenzelt am Samstagabend auch den Weg mitten ins Publikum.

Max Giesinger fand bei seinem gefeierten Auftritt im Sparkassenzelt am Samstagabend auch den Weg mitten ins Publikum.

Foto: Ingo Otto / FUNKE Foto Services

Bochum/Witten.  Das Zeltfestival läuft zur Hochform auf. Zehntausende strömen zum See und feiern ihre Stars in ausverkauften Zelten: am Samstag Max Giesinger.

Mit dem Sommer läuft das Zeltfestival Ruhr am Wochenende zur Hochform auf. Trotz einer erneuten Absage strömen seit Freitag Zehntausende Besucher an den Kemnader See. Die Gastro-Meile und der Kunsthandwerkermarkt sind dicht umlagert. Herausragende Live-Konzerte füllen die Zelte.

Nach Namika musste am Samstag der Auftritt von Reinhold Beckmann im Zelt 3 kurzfristig gestrichen werden: „aus Termingründen“, teilt der Veranstalter mit. Wie es heißt, hielt sich die Zahl der Vorverkaufskarten aber in Grenzen.

2016 lieferte Giesinger die Hymne zur Fußball-EM

Anders als für die Konzerte im Sparkassenzelt. Der Ire Rea Garvey heizte 5000 Fans am Freitagabend ein. Michael Patrick Kelly wird am Sonntagabend gleichfalls vor vollem Haus erwartet. Groß war die Begeisterung auch am Samstag bei Max Giesinger, der mit einem überzeugenden Auftritt wahre Jubelstürme bei seinen Fans entfachte.

„Legenden“ heißt ein Hit des 30-Jährigen. Der ist in der Tat dabei, die Legende des Tellerwäschers zu verwirklichen, der es zum Millionär bringt. Vor zehn Jahren tingelte der Karlsruher als Straßensänger mit Klampfe durch die Lande, ließ „vor allen Galeria Kaufhofs der Republik“ den Hut ‘rumgehen. Sein erstes, selbst finanziertes Album „Laufen lernen“ floppte zunächst. Seine Single „80 Million“ hingegen avancierte zur Hymne der Fußball-EM 2016.

Sänger und Band sind deutlich gereift

Seither ist Max Giesinger eine feste Größe in einem Genre, dem es an ambitionierten Singer-Songwritern wahrlich nicht mangelt. Doch der stimmstarke Sympathiebolzen hat seinen eigenen musikalischen Weg gefunden, hat sich deutlich weiterentwickelt, wie ein Vergleich seiner Zeltfestival-Auftritte 2017 und 2019 zeigt. Giesinger ist mitsamt seiner Band gereift, seine Kompositionen sind ausgefeilter und vielschichtiger geworden.

Die Fans zwischen 7 und 77 danken es ihm mit Ovationen gleich zu Beginn des fast zweistündigen Konzerts. Die Erfolgssongs werden 5000-fach zelebriert, von „Wenn sie tanzt“ über „Roulette“ bis zu „80 Millionen“ als Zugabe, bei der Giesinger vier Kinder aus dem Publikum als Chor auf die Bühne holt. Dass er sich auch auf die leisen Töne versteht, beweist er bei einem Unplugged-Set, bei dem er mit seiner Band mitten im Zelt spielt.

Wunschkonzert von Roxette bis Rammstein

Spontan ist er obendrein. Ein Rucksack ist mit 200 Zetteln mit Songtiteln gefüllt. Eine Zuschauerin darf hineingreifen und drei Zettel ziehen. So verwandelt sich Giesinger blitzschnell zum Rapper („Gangsters Paradise“), 80er-Popsänger („The Look“ von Roxette) und Schwermetaller („Sonne“ von Rammstein“).

Beim Wunschkonzert profitiert Giesinger offensichtlich von seinen Erfahrungen auf der Straße. Merke: Auch so bringt man es zum Star. Vielleicht hören und schauen Sie beim nächsten Straßensänger in der City ja mal genauer hin...

WAZ-Wertung: 4 Sterne

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