WAZ öffnet Pforten

Leser findet als Barkeeper im „Pearlz“ den richtigen Dreh

Shake it: Thiemo Backwinkel (27) arbeitete bei der Aktion „Die WAZ öffnet Pforten“ für einen Abend in der Cocktailbar „Pearlz“ im Bochumer Bermudadreieck.

Shake it: Thiemo Backwinkel (27) arbeitete bei der Aktion „Die WAZ öffnet Pforten“ für einen Abend in der Cocktailbar „Pearlz“ im Bochumer Bermudadreieck.

Foto: Svenja Hanusch / FUNKE Foto Services

Bochum.  Für einen Abend Barmixer sein: Die WAZ machte es im Rahmen ihrer Pforten-Aktion möglich. Ein 27-jähriger Leser schwang im „Pearlz“ den Shaker.

An der Theke hat Thiemo Backwinkel schon so manchen Drink genossen. Hinterm Tresen von Bochums angesagter Cocktailbar indes stand er noch nie. Erst recht nicht mit einem Shaker in beiden Händen. Die WAZ macht’s möglich. Die WAZ öffnete die Pforten zur Perle des Bermudadreiecks.

Das „Pearlz“ mit seinem Inhaber Serkar Barzani ist Anlaufstelle für Liebhaber von Cocktails, die weit über die gängigen Caipis oder Sex on the Beach hinausgehen. Thiemo Backwinkel kennt die Bar von mehreren Besuchen. Umso gespannter ist der 27-Jährige, was ihn in dieser Woche bei der Pforten-Aktion der WAZ erwartet. Für einen Abend Barkeeper sein: Diesen Rollentausch absolviert der Bankkaufmann, der bei der Commerzbank arbeitet und gleich nebenan im Ehrenfeld wohnt, allzu gern.

Cocktailmixen ist eine Wissenschaft

Der Anfang ist wenig prickelnd. Barchef Patrick Schweiger (28) führt seinen Praktikanten zunächst in die Küche im ersten Stock. Es ist eng und brüllend heiß, auch wenn der dreiteilige Trichterturm, der nun zu bedienen ist, „Cold Dripper“ heißt. Oben wird Wasser eingegossen. Kaffeepulver, Limetten, Kardomom-Körner und Tonka-Bohnen („In der Mixologie zurzeit schwer angesagt“, schwärmt Patrick Schweiger) landen mittig in einem Kaffeefilter. Wasser marsch: Tröpfchenweise füllt sich das untere Gefäß mit einer Essenz. Sie dient als Zusatz für diverse Edelcocktails, die das „Pearlz“ zum Jahresende in einer neuen Karte komplett mit Bochum-Bezügen kredenzen wird.

Dass gute Cocktails einer Wissenschaft nahekommen, erkennt Thiemo Backwinkel auch beim Vakuum-Garen, Sous-vide genannt. In einen Kunststoffbeutel werden Fenchel und Apfelstücke mit weißem Vermouth gemischt. Bei 60 Grad für 75 Minuten erhitzt und anschließend durch ein Sieb geträufelt, wird daraus eine Delikatesse für den geübten Gaumen.

Profi steht beim Mixen zur Seite

Thiemo Backwinkel ist beeindruckt – und erleichtert, als es aus der überhitzten Küche zurück in die wohltemperierte Bar geht. Kurze Lektion im Tisch-Service in Schürze samt vollem Tablett: bestanden. Als Banker, Aufgabenbereich Firmenkunden, versteht sich der Bochumer in der Kunst der freundlichen Dienstleistung.

Jetzt wartet die Königsdisziplin: das Mixen. Patrick Schweiger steht dem Anfänger beim Rum-Smash zur Seite: „Zwei Aprico, vier Rum“, lauten die Kommandos. Gemeint sind Jigger, Edelstahl-Becher zum Abmessen der Flüssigkeitsmengen. Sie sind fester Bestandteil jeder Cocktailbar. Ab damit in den Shaker und eine halbe Minute kraftvoll geschwungen. „Ganz schön anstrengend“, sagt Thiemo und pustet durch. Patrick schmunzelt. An guten Abenden macht der Profi das locker 200 Mal in einer Schicht.

Kolleginnen munden Drinks hervorragend

„Das Auge trinkt mit“, lautet ein Mantra von Serkar Barzani. Deshalb verziert der WAZ-Leser die Drinks mit Pandan, einem asiatischen Grüngewächs, das er mit einer Mini-Klammer am Glas befestigt und an einem Ende anzündet, damit sich der süßliche Geruch der Blätter entfalten kann. Dazu Minze und eine hauchdünne Orangenschale für die ätherischen Öle: Fertig sind die Smash-Cocktails, die den Bank-Kolleginnen am Tresen hervorragend munden.

„Hast du gut gemacht“, lobt Patrick Schweiger. „Hat Spaß gemacht!“, sagt Thiemo Backwinkel zum Schichtende. Den Job bei der Bank will er gleichwohl nicht aufgeben. Aber es gibt ja Kompromisse. „Vielleicht kannst du uns in den Pausen einen Cocktail mixen. Dann geht die Arbeit gleich leichter von der Hand“, schmunzelt Kollegin Corinna. Sie weiß: Der Thiemo hat’s jetzt drauf.

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