Schulleben

Lebensgefährliche Mutprobe: „Würgespiel“ an Bochumer Schule

Eine Schülergruppe hat eine lebensgefährliche Mutprobe gemacht. (Symbolfoto)

Eine Schülergruppe hat eine lebensgefährliche Mutprobe gemacht. (Symbolfoto)

Foto: dpa Picture-Alliance / E. Topcu

Bochum.  An einer Bochumer Schule haben sich Schüler für eine lebensgefährliche Mutprobe gegenseitig gewürgt. Sie filmten sich dabei fürs Internet.

Eine kleine Schülergruppe hat an einer Bochumer Schule lebensgefährliche Mutproben gemacht. Beim sogenannten Ohnmachts- oder Würgespiel sollen Kinder und Jugendliche der Willy-Brandt-Gesamtschule in Bochum-Werne mit Absicht versucht haben, eine Ohnmacht herbeizuführen, um in einen Rauschzustand zu kommen. Nach Informationen eines Lesers hätten sich sechs Schüler aus der 8. Klasse gegenseitig gewürgt.

Er habe über eine Whatsapp-Gruppe mit anderen Eltern von der Mutprobe erfahren. Der stellvertretender Schulleiter Daniel Otto bestätigt, dass es solche Vorfälle gegeben habe. „Gestern Morgen hat uns eine besorgte Mutter angerufen. Wir sind dann in der Pause die schlecht einsehbaren Ecken abgelaufen. Ich habe dabei zwei Schüler erwischt“, erzählt der stellvertretende Schulleiter Daniel Otto.

Jugendliche filmten die Mutprobe und stellten sie ins Netz

Bei einem früheren Versuch habe sich die Schülergruppe gefilmt. Das Video sei im Netz gelandet, so der stellvertretende Schulleiter. „Als die Schüler über die Folgen aufgeklärt wurden, haben sie überrascht reagiert. Ihnen war nicht bewusst, was dabei alles passieren kann.“ Die Jugendlichen hätten freiwillig bei der Mutprobe mitgemacht.

Welche Konsequenzen sie dafür bekommen, soll eine Teilkonferenz klären. Zu dem offiziellen Gremium gehören Vertreter der Schulleitung, der Schulpflegschaft, des Schülerrates und der Klassenlehrer. Bei der Konferenz werden die beteiligten Personen und die Eltern angehört.

2009 starb ein Schüler aus dem Havelland bei dem „Spiel“

„Wir gehen als Schule rigoros dagegen vor“, sagt der stellvertretende Schulleiter. „Wir haben in allen Klassen darauf hingewiesen, wie gefährlich das ist und welche Folgen Mutproben haben können.“ Auch die Eltern sollen mit einem Brief über den Vorfall informiert werden. Sie sollen die Handys ihrer Kinder im Blick behalten, so Otto. Der Stadt Bochum und der Polizei waren solche Mutproben bisher nicht bekannt.

Schon einige Schüler brachten ihr Leben in Gefahr, weil sie das Spiel unterschätzten. Im Jahr 2009 starb ein 14-jähriger Gymnasiast aus dem Havelland: Er hatte sich mit einem Strick selbst stranguliert und dabei das Bewusstsein verloren.

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