Ausstellung

Kunst lauert hinterm Garagentor

Mit vielen kleinen bunten Linien hat die Künstlerin Monika Jarecka im Ausstellungsraum „Adhoc“ drei Dreiecke gezaubert.

Mit vielen kleinen bunten Linien hat die Künstlerin Monika Jarecka im Ausstellungsraum „Adhoc“ drei Dreiecke gezaubert.

Foto: Ingo Otto / Funke Foto Services

Bochum.  Galerie „Adhoc“ ist längst mehr als ein Geheimtipp. Neue Ausstellung der Künstlerin Monika Jarecka zeigt große farbige Dreiecke.

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Wenn sich auf dem tristen Hof an der Schmidtstraße 35 die Garagentüren öffnen, dann lauert dahinter kein abgehalfterter Kadett – sondern eine zumeist sehenswerte Kunstausstellung. Bereits im dritten Jahr betreiben Tim Cierpiszewski, Christian Gode und Max Rentrop in der Doppelgarage unweit des Bermuda-Dreiecks ihre kleine Galerie „Adhoc“ – und das ist längst mehr als ein Geheimtipp.

„Unser ungewöhnlicher Ausstellungsraum hat sich bei den Künstlern herum gesprochen“, erzählt Max Rentrop. Anfragen erreichen die jungen Ausstellungsmacher mittlerweile aus dem Rheinland, aus den Niederlanden oder Frankreich: Alle wollen bei „Adhoc“ gern einmal ihre Kunst in der Garage präsentieren. „Der Kreis der Interessenten wird stetig größer“, sagt Rentrop. „Gute Ausstellungsräume sind oft schwer zu finden.“

Vielfalt aus Farben und Formen

Dabei gehört es aber zum Ziel des „Adhoc“-Teams, das Innere der Garage auf ungewöhnliche Weise zu nutzen. Einfach nur Bilder an die Wand zu nageln, das ist den Ausstellungsmachern zu wenig. „Der Raum soll von den Künstlern kreativ bespielt werden“, so Max Rentrop. So nutzen die Künstler die etwa 5x5 Meter große Garage meist für Installationen, auch Performances wurden hier schon aufgeführt. „Die Grenzen sind weit.“ Nach jeder Ausstellung werden die Wände dann wieder weiß gestrichen – und alles beginnt von vorn. Der nächste Künstler macht sich Gedanken, was er in der Garage Spannendes anstellen könnte. Etwa sieben Ausstellungen zeigt „Adhoc“ pro Jahr.

Aktuell ist die Berliner Künstlerin Monika Jarecka zu Gast. Unter dem Titel „Just“ zeigt sie eine Vielzahl bunter Linien, die zusammen die Form dreier imposanter Dreiecke einnehmen. Die 40-jährige gebürtige Polin spielt mit Farben und Formen und der durchaus komplexen Vielfalt, die sich daraus ergibt.

Die Dreiecke schweben

Dabei setzte Jarecka auf die Hilfe der Erdanziehung. Wie Fäden ließ sie die Farbe an den Wänden hinunter perlen. Aus der Ferne sieht das alles kerzengerade aus, doch bei näherer Betrachtung erkennt man viele kleine Fehler in den scheinbar so exakt anmutenden Dreiecken. „Die Linien sind nicht total perfekt, das ist mir wichtig“, erklärt die Künstlerin, die 2005 ihr Meisterschülerdiplom an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee ablegte.

Mit zehn Farben spielt Monika Jarecka in ihrer Ausstellung, die pro Linie wechselnd eingesetzt werden. So hat es den Anschein, als sei das Dreieck auf der Kopfseite dunkler als die beiden anderen. Und weil die vielen Linien nicht bis hinunter auf den Boden laufen, sondern kurz zuvor stoppen, hat der Betrachter das Gefühl, die Dreiecke würden schweben. Sehenswert!

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