Interview

Konzerte mit Musiker Chris Hopkins feiern Zauber des Jazz

Chris Hopkins spielt zwei Konzerte auf Haus Kemnade.

Chris Hopkins spielt zwei Konzerte auf Haus Kemnade.

Foto: Sascha Kletzsch

Bochum.   Zur „Kemnade Swing Night“ hat sich der Bochumer Musiker Chris Hopkins erlesene Gäste mitgebracht. Zusammen erinnern sie an die erste Jazz-Platte.

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Was nicht jeder weiß: In diesem Jahr feiert die Musikwelt den 100. Geburtstag der ersten Jazz-Schallplatte. Ein feierlicher Anlass für den Bochumer Jazzmusiker Chris Hopkins (45), der bei zwei Konzerten am Montag und Dienstag (12. und 13. Juni) auf Haus Kemnade den Zauber des Jazz herauf beschwört. Und dafür hat er sich erlesene Gäste eingeladen. Mit Sven Westernströer sprach er über die Konzerte und die Liebe zum Jazz.

Die erste Jazz-Schallplatte wird 100. Von wem wurde sie damals eigentlich eingespielt?

Chris Hopkins: Das war die „Original Dixieland Jazz Band“, die sie 1917 in New Orleans aufnahm. Jazz-Musik selber ist natürlich schon viel älter, aber diese Band war die erste, die sie auf Schallplatte festhielt.

Kann man diese Platte heute noch hören?

Hopkins: Oh ja! In unseren digitalen Zeiten sind solche Aufnahmen alle verfügbar. Für uns ist es ein großes Glück, dass dies möglich ist und wir dieses riesige musikalische Wissen für die Nachwelt aufbewahren können. In der klassischen Musik verhält sich das anders, da sind viele Interpretationen für immer verloren gegangen, weil niemand sie damals auf Platte gepresst hat.

Erinnern Sie sich noch an Ihre erste Jazz-Platte?

Hopkins: Das vergesse ich nie. Das war ein Sampler mit lauter Jazz-Stücken, der bei uns zu Hause im Plattenschrank stand. In unserer Familie wurde eigentlich mehr Klassik gehört. Doch ich war 12 Jahre alt und absolut fasziniert vom Jazz und vom Groove und der Lebensfreude, die er ausstrahlt. Diese Begeisterung hat bis heute angehalten.

Worauf dürfen sich die Zuhörer bei der „Geburtstagsfeier“ freuen?

Hopkins: Auf eine musikalische Party mit vielen Highlights der Jazz-Geschichte. Wir wollen keinen nostalgischen Rückblick werfen, sondern unseren eigenen Zugang zu den Stücken finden.

Welche Musiker werden mit dabei sein?

Hopkins: Auf unser swingendes Sextett bin ich echt stolz, in der Jazz-Szene sind das alles Musiker von Weltrang. Ich kenne keinen besseren Jazz-Posaunisten als Dan Barrett, ehemaliger Lead-Posaunist bei Benny Goodman und unlängst mit Woody Allen auf Tour. Dass der Trompeter Duke Heitger nach Bochum kommt, ist eine kleine Sensation. Auch die Kontrabassistin Nicki Parrott aus Australien ist ein echter Star in der Szene, sie hat wahnsinnige Power.

Gespielt wird auf Haus Kemnade in der Scheune. Mögen Sie den Ort?

Hopkins: Sehr sogar. Der Saal hat eine ausgezeichnete Akustik, wir spielen fast komplett unverstärkt. Vom Haus Kemnade aus gehen wir dann weiter auf Tournee: durch Deutschland, Schweiz und Dänemark.

>>> Verschiedene Programme an beiden Abenden

Die „Kemnade Swing Nights“ finden statt am Montag und Dienstag (12./13. Juni) um 19.30 Uhr auf Haus Kemnade (An der Kemnade 10). Es werden unterschiedliche Programme gespielt.

Karten (25, erm. 15 Euro) gibt es u.a. bei BO-Marketing (Hue-straße 21-23) sowie an der Abendkasse.

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