Maiabendfest

Kinder der Weilenbrinkschule treffen den Grafen Engelbert

Bringen den Kindern das Maiabendfest näher (v.l. im Hintergrund): Michael Schüren, Junggesellenhauptmann Stephan Klünder und Björn Sauerland alias Graf Engelbert. Die Weilenbrinkschüler erfahren mehr über die Tradition.

Bringen den Kindern das Maiabendfest näher (v.l. im Hintergrund): Michael Schüren, Junggesellenhauptmann Stephan Klünder und Björn Sauerland alias Graf Engelbert. Die Weilenbrinkschüler erfahren mehr über die Tradition.

Foto: Dietmar Wäsche

Innenstadt.  Die Bochumer Maiabendgesellschaft besucht Schulen, um schon die Jugend für ihre Tradition zu begeistern. Die Grundschüler stellen viele Fragen.

8 Uhr morgens, die erste Unterrichtsstunde an der Weilenbrinkschule: So richtig wach sind die Schüler noch nicht, dennoch ist die Vorfreude auf die angekündigten Gäste sehr groß. „Graf Engelbert“ höchstpersönlich sowie der Junggesellenhauptmann und ein Vorstandsmitglied der Maiabendgesellschaft wurden erwartet.

Viele wissbegierige Blicke trafen die drei Vertreter, als sie den Schulhof betraten. Warum sie die Schule besuchten? „Wir wollen die Kinder mitnehmen. Wir fühlen uns für die Bochumer Geschichte verantwortlich“, sagte Michael Schüren. Er ist Vorstandsmitglied der Gesellschaft. Für die Geschichte ihrer Stadt wollten die Maikerls nun die Schüler der vierten Klasse begeistern.

Mit Helm und Langschwert

Die anfängliche Müdigkeit verflog spätestens, als Michael Schüren das Begrüßungsritual erklärte. Auf den Ruf „Blau!“ des Junggesellenhauptmanns folge ein „Weiß!“ der Schüler. Gesagt, getan. Der Sitzkreis aus Viertklässlern schrie die traditionelle Begrüßung, als hätten sie es zuvor nie anders gemacht. Sicherlich auch für die benachbarten Klassen ein wortwörtlicher Weckruf. Zufrieden zeigt sich auch Schüren: „Die Kinder lassen sich in der Regel schnell dafür begeistern.“ Dabei bezog er sich auch auf den traditionell eingekleideten Grafen Engelbert, der eigentlich Björn Sauerland heißt. Seinen Helm aus Messing und das Langschwert an seinem Gürtel begutachteten die Schüler ausführlich.

Ein einfacher Pfiff genügte

Anlass des Besuchs war aber hauptsächlich, den Kindern die Geschichte des Maiabends und, damit einhergehend, auch die von Bochum zu erzählen. Zum 631. Mal findet das Maiabendfest dieses Jahr statt. Aber was war da los vor eben diesen 631 Jahren?

„Unsere Nachbarn aus Dortmund“, sagte Hauptmann Stephan Klünder, „haben den Menschen aus Harpen deren Kühe geklaut.“ Dank einer List konnte man sie wieder zurückholen. Als man die Dortmunder umzingelt hatte, reichte ein einfacher Pfiff der Bochumer, um sie zu vertreiben. „Und wir Bochumer Jungen können gut pfeifen“, so Klünder. Michael Schüren ist es wichtig, den Schülern zu vermitteln, dass man auch ohne Gewalt einen Streit lösen kann. „Wir haben die wichtigsten Menschen der Maiabendgesellschaft getroffen“, sagte Cyniory stolz. Ihre Freundin Maria ergänzte: „Jetzt kennen wir die Geschichte vom Maiabend besser.“

Fragerunde zum Abschluss

Im Anschluss an die Erzählungen durfte jeder Schüler den glänzenden Helm des Grafen Engelbert aufsetzen und sein mächtiges Schwert in die Hand nehmen. „Darauf freue ich mich schon“, sagte Leonard, als er für dieses Highlight anstand. In einer Fragerunde erfuhren die Schüler noch einiges mehr über die Traditionen und die Kleidung der Gäste.

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