Abschied

Kantor Michael Goede verabschiedet sich aus Bochum

Michael Goede in der Stiepeler Dorfkirche. Die 2004 eingeweihte Kirschner-Orgel konnte der Kantor nach seinen musikalischen Vorstellungen in Zusammenarbeit mit dem Orgelbauer Harm Dieder Kirschner verwirklichen.

Michael Goede in der Stiepeler Dorfkirche. Die 2004 eingeweihte Kirschner-Orgel konnte der Kantor nach seinen musikalischen Vorstellungen in Zusammenarbeit mit dem Orgelbauer Harm Dieder Kirschner verwirklichen.

Foto: Ingo Otto

Bochum.   Der Kirchenmusiker prägte seit 23 Jahren das geistlich-kulturelle Geschehen an der Stiepeler Dorfkirche. Konzert und Gottesdienst zum Abschied.

Nach fast 23 Jahren verlieren die ev. Gemeinde Stiepel und damit auch die Stiepeler Dorfkirche einen ihrer wichtigsten Akteure: Kantor Michael Goede nimmt Abschied von Bochum, zieht mit seiner Familie nach Bad Doberan.

Der Musiker macht familiäre Gründe für seinen Wechsel geltend, aber auch neue Herausforderungen: „Leben heißt Veränderung“, sagt der 1973 geborene Goede, der schon als Student der Kirchenmusik an der Essener Folkwang Hochschule nebenberuflich an der Dorfkirche arbeitete. Mit seinem A-Examen wurde er 2000 hauptamtlicher Kirchenmusiker. Neben dem Tagesgeschäft mit Probenarbeit, Unterricht, der Betreuung des Posaunenchors und der musikalischen Gestaltung der Sonntagsgottesdienste stand 2008 die Jahrtausendfeier der Dorfkirche im Mittelpunkt von Goedes Arbeit.

Goede ist auch ein gefragter Cembalist

2010 folgte das Kulturhauptstadtjahr, in dem der Kantor den „Stiepeler Kultursommer“ ins Leben rief. Die Klassik-Veranstaltung fand seither in jedem Jahr statt und hat sich durch ihr qualitativ hochwertiges Programm über die Grenzen von Bochum hinaus als Klassik-Event etabliert. Goede, der nicht nur Organist, sondern auch ein gefragter Cembalist ist, musizierte zahlreich mit verschiedenen Barock-Ensembles, so jenem der Bochumer Symphoniker.

Nun ist es nur noch eine gute Woche bis zu Goedes Goodbye. Nach seinem letzten Konzert am Samstag (9.2.) um 19 Uhr unter dem Titel „Du heilige Dreifaltigkeit, wir loben dich in Ewigkeit“ und einem Gottesdienst am Sonntag (10.2.) ist für den verdienten Kantor Schluss.

„Vertraut den neuen Wegen“

Das Konzert gestalten die Sopranistin Maria Bernius, die J.S. Bachs Kantate „Jauchzet Gott in allen Landen“ vorträgt, begleitet von Friedemann Immer (Barocktrompete), einem der profiliertesten Trompeter für alte Musik, und dem Barockorchester Caterva Musica unter der Leitung von Michael Goede an der Truhenorgel. Daneben wird er an der Kirschner-Orgel der Dorfkirche Händels Orgelkonzert „Der Kuckuck und die Nachtigall“ zusammen mit dem Barockorchester interpretieren und den Chor der Dorfkirche mit einer Buxtehude-Kantate dirigieren. In einem zweiten Konzertteil erklingen Abendlieder aus mehreren Jahrhunderten (VVK unter 0234/791337).

Zum Abschied baut der allseits geschätzte Musiker auf ein Kirchenlied, das er in seiner Stiepeler Zeit unzählige Male auf der Orgel begleitet hat. Es beginnt mit den Worten „Vertraut den neuen Wegen,/auf die der Herr uns weist,/weil Leben heißt: sich regen,/weil Leben/wandern heißt.“

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