Schule

Inklusion bleibt an Bochumer Schulen eine Großbaustelle

Foto: dpa

Bochum.  Den Lehrern fehlt es an Zeit und Unterstützung, um das neue Problemfeld gut aufzuarbeiten. Landtag weiß um die Problematik.

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Bei der Inklusion ist viel getan worden. Dennoch ist und bleibt das Thema eine große Baustelle. Das wurde bei einem Diskussionsabend „Wie läuft’s mit der Inklusion in Bochum“ der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) deutlich. Es mangelt vor allem an geeigneten Räumen, Zeit und Personal.

„Es läuft nicht gut, es läuft nicht schlecht, es läuft gar nicht“, sagte Grundschullehrerin Claudia Schürhoff bei der Podiumsdiskussion über die Lage der Grundschulen bei der Inklusion. Habe sie in den 90er Jahren noch personelle Unterstützung gehabt, um die gemischten Klassen zu managen, seien die Lehrer heute mit zu großen Klassen konfrontiert. Karin Schmitt-Promny von den Grünen im Landtag wurde an diesem Abend oft mit Vorwürfen wie diesen konfrontiert. Zugeständnisse konnte sie nur wenige machen. In naher Zukunft seien Doppelbesetzungen (also eine dauerhafte personelle Unterstützung für eine Lehrerin mit einer Inklusionsklasse) nicht vorgesehen. Vielmehr sei ein Inklusionsbegleiter für jede Schule ein wichtiger Schritt.

Doch Probleme entstehen durch die personelle Unterbesetzung ganz konkret: Wenn beispielsweise die Chemie-Lehrerin weniger Experimente machen kann, weil sie niemanden an ihrer Seite hat, der sich um die Schüler mit Förderbedarf kümmert. Das machten die anwesenden Lehrer immer wieder deutlich.

Rückgang des demographischen Wandels

Auch das zeitliche Problem wurde mehrmals thematisiert. Positives weiß da Andreas Wittmann von der Erich-Kästner-Schule zu berichten, die ebenfalls seit vielen Jahren mit dem Thema Integration zu tun hat. Hier hat man pro Woche eine Stunde, um sich gemeinsam über Integration auszutauschen. „Das wichtigste passiert beim Kaffee im Lehrerzimmer“, so Wittmann. Hier geschehe der Austausch, der Integration leichter mache. Doch, und auch das wurde an diesem Abend oft zur Sprache gebracht, fehlt genau diese Zeit oft. Im Stundenplan der Lehrer ist dieser Austausch nicht vorgesehen, von der Unterrichtszeit kann er auch nicht genommen werden, also wird er freiwillig geleistet.

Leichter wird die Situation auch dadurch nicht, dass in den vergangenen Jahren nach Ernst Steinbach, SPD- und Schulausschussmitglied, ein Rückgang des demographischen Wandels zu bemerken ist: In Nordrhein-Westfalen gebe es einen Zuwachs an Kindern, es müssten neue Schulen her. Hier könnten also auch mit dem Fokus auf die Inklusion neue Problemfelder entstehen. „Am Anfang des Prozesses ist noch nicht die Wunschvorstellung erreicht“, sagte Schmitt-Promny zur und verwies darauf, dass durchaus Gelder für neue Räume und Personal zur Verfügung gestellt werden. Ob das reicht, muss sich zeigen.

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