Soziales

Bundesfreiwilligendienst: DRK sucht händeringend Freiwillige

Christian Gottschalk (l.,20) und Christopher Moora (25) haben Spaß an der Arbeit im Team beim DRK-Fahrdienst.

Christian Gottschalk (l.,20) und Christopher Moora (25) haben Spaß an der Arbeit im Team beim DRK-Fahrdienst.

Foto: Bastian Haumann / FUNKE Foto Services

Wattenscheid.  Die aktiven BuFdis stemmen einen großen Teil der Arbeit beim Wattenscheider Roten Kreuz und sind auch in den Dienstplan voll integriert.

Der Bundesfreiwilligendienst (BFD) ist auch beim heimischen Deutschen Roten Kreuz (DRK) ein voller Erfolg. Das DRK sucht im Behindertenfahrdienst und den mobilen sozialen Diensten nebst Essen auf Rädern weiter Personal. Ein zunehmendes Problem zeigt sich im Fahrdienst.

„Ohne die geht nix“, bringt es Koordinator Markus Eisenhuth auf eine deutliche Kurzformel. Christian Gottschalk (20) und Christopher Moora (25) sind im Behinderten-Fahrdienst des DRK Wattenscheid auch als BuFdis (Bundesfreiwilligendienst) in den Dienstplan voll integriert, haben in etwa eine 40-Stunden-Woche. Auf der Geschäftsstelle sind drei hauptamtliche Kräfte, 15 BuFdis im Fahrdienst für Kranke, Ältere, Behinderte, dazu noch einmal sechs oder sieben in den mobilen, ambulanten Diensten „und Mini-Jobber“, zählt Eisenhuth auf.

Jede Krankmeldung schlägt durch

Im schlimmsten Fall, wenn die Stellen nicht besetzt werden können, müssten Hauptamtliche einspringen. Und das würde irgendwann auf die Tarife für die Krankenfahrten durchschlagen. „Wir haben schon bei zwei Krankmeldungen gemerkt, wie sich das auswirkt, andere mussten doppelt fahren.“ Acht der Freiwilligen hören demnächst nach ihren zwölf oder 18 Monaten auf, vier rücken nach. „Sieben wären ideal,“ rechnet Eisenhuth durch, „bei acht Autos.“ Und wenn tatsächlich einmal die Posten nicht mehr mit Freiwilligen besetzt werden können? Eisenhuth wiegt den Kopf: „Davor graut uns einfach.“

Teamarbeit mit Menschen

Der soziale Aspekt, die Arbeit für die Gesellschaft, ist für Christopher und Christian sehr wichtig. Aber der Freiwilligendienst bringt auch Pluspunkte bei der Bewerbung oder dient als Wartesemester, etwa für einen Medizin-Studienplatz. „Die Teamarbeit macht Spaß,“ sind sie sich einig, „und wir können ‘was Neues probieren, sind ständig unter Menschen.“ Außerdem sind sie im Sozialen Sektor aktiv, ohne aber im engeren Pflegebereich zu arbeiten. „So finden wir auch heraus, ob das überhaupt etwas für uns ist.“

„Das begleitete Fahren ab 17 wird nicht für den Personenbeförderungsschein akzeptiert, deshalb müssen unsere Fahrer mindestens ein Jahr regelmäßig Auto fahren müssen“, erklärt DRK-Präsident Thorsten Junker die Voraussetzungen. „Das schränkt den Bewerberkreis stark ein, weil sich viele 18-jährige bewerben. Der Dienst dauert grundsätzlic

h ein Jahr, kann jedoch bei Bedarf auf bis zu sechs Monate gekürzt oder auf 18 verlängert werden. Das Wattenscheider Rote Kreuz stellt auch Absolventen für das freiwillige soziale Jahr ein.“

Taschengeld und Bereitschaft

In beiden Diensten müssen die Freiwilligen 25 überregionale Seminartage besuchen; der Schwerpunkt des Dienstes liegt aber in der Praxis vor Ort. Die Sozialversicherungsbeiträge zahlt das DRK, ebenso das „Taschengeld“ von 370 Euro monatlich.

„Wir können zwischendurch auch mal nach Hause oder ins Fitness-Studio,“ erklärt Christopher, „aber wir haben dann Bereitschaft und müssen aufs Handy achten. Es kann immer mal was sein.“ Er hat schon ehrenamtlich in Südamerika angepackt, nur für Kost und Logis, sagt überzeugt: „Wir können der Gesellschaft etwas zurückgeben.“

Christian hat eine Kaufmännische Schule absolviert, deckt nun den sozialen Bereich für sich ab. Und geht ab 1. September zur Polizei.

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