Hallenbrand

Hallenbrand stellt Stadt Bochum und Schule vor Probleme

Einen verheerenden Schaden haben Feuer und Löscharbeiten an der Turnhalle angerichtet. An Sport ist hier vorerst nicht zu denken.

Einen verheerenden Schaden haben Feuer und Löscharbeiten an der Turnhalle angerichtet. An Sport ist hier vorerst nicht zu denken.

Foto: Feuerwehr

Bochum-Querenburg.  An Sport ist in der Turnhalle an der Markstraße vorerst nicht zu denken. Stadt und Schule suchen nun nach Lösungen für Vereins- und Schulsport.

Der Tag danach. Brandgeruch liegt rund um die Turnhalle der Erich-Kästner-Gesamtschule (EKS) immer noch in der Luft. Noch einmal ist die Feuerwehr angerückt, fährt die Leiter und schaut sich die Situation von oben an. Eine Routine-Vorgang. Nach ein paar Minuten ist klar: keine Brandherde mehr da.

Dachdeckerarbeiten hatten den Brand am Mittwochmittag ausgelöst. Bis zu 100 Feuerwehrleute kämpften gegen die Flammen und hatten am späten Nachmittag alles unter Kontrolle.

Bestandsaufnahme steht an

Die Löscharbeiten sind erledigt. Nun geht es an die Bestandsaufnahme. Der Schaden, angerichtet durch Feuer und Löschwasser, ist immens. An Sport ist in der Halle vorerst nicht zu denken.

Halle war gut ausgelastet

Das stellt sowohl Stadt Bochum als auch die EKS und viele Sportvereine vor große Probleme. Denn die Halle war gut ausgelastet, weiß Ludger Jonischeit, Schulleiter der EKS, zu berichten. „Sie wird für unseren Schulsport, von zahlreichen Vereinen und auch für internationale Veranstaltungen genutzt. Sie ist die einzige Doppel-Turnhalle stadtweit, die internationalen Ansprüchen genügt.“

Sofort mit Berechnungen begonnen

Ludger Jonischeit ist noch immer fassungslos. „Das sieht fürchterlich aus“, sagt er am Freitagmorgen, als er sich die „Bescherung“ anschaut. Er fragt sich, ob die Halle noch zu retten ist oder abgerissen werden muss. „Das einzig Positive ist, dass das Feuer außerhalb der Schulzeit ausbrach und niemand zu Schaden kam. Da bin ich heilfroh.“

Bereits am Mittwoch, als die Rauchwolken noch über Bochum zu sehen waren, hatte Jonischeit mit ersten Berechnungen begonnen, wie er den Schulsport nach den Ferien mit nur einer Halle hinbekommen kann. Nicht ohne Einschränkungen, das war ihm sofort klar.

Gespräche mit der Uni

„Wir haben 130 Sportstunden. Mit nur einer Halle könnten wir 90 stemmen“, rechnet Ludger Jonischeit vor. „Dafür müssen wir allerdings sehr kreativ sein und zum Beispiel überlegen, ob wir die Mittagspause verschieben.“ Auch will er mit der Uni reden, ob man deren Halle nebenan mitnutzen kann.

Auch Uni-Halle zunächst gesperrt

Diese Sporthalle blieb von den Flammen verschont, wurde gleichwohl aber von der Polizei gesperrt. „Ich hoffe, dass sie bald wieder freigegeben wird“, sagt Hausmeister Sergey Christian, als er am Freitagmorgen vor Ort ist.

Nach und nach trudeln Sportstudenten ein, die trainieren wollen. Von dem Brand haben sie nichts mitbekommen und sind dementsprechend überrascht, als sie vor der polizeilich versiegelten Tür stehen. Unverrichteter Dinge ziehen sie wieder ab.

Auch bei der Stadt wird nun fieberhaft daran gearbeitet, die insgesamt elf Sportvereine anderswo unterzubekommen. Und generell muss die Frage beantwortet werden, ob die Halle überhaupt noch mal genutzt werden kann. „Wir warten jetzt auf die Freigabe durch die Feuerwehr, dann wird ein Statiker ein Gutachten erstellen, dass uns Aufschluss über Zustand und Zukunft der Halle gibt“, sagt Stadtsprecher Peter van Dyk. Klar ist schon jetzt: „Wir werden uns darauf einstellen müssen, dass die Halle langfristig nicht genutzt werden kann.“

Entwicklung wird aus der Entfernung verfolgt

Schulleiter Jonischeit wird all das aus der Ferne verfolgen. Am Samstag geht es für drei Wochen nach Venedig. „Doch meine Handy habe ich die ganze Zeit angeschaltet. Ich muss ja die weitere Entwicklung mitbekommen und je nachdem Absprachen mit meinen Kollegen und der Stadt treffen.“ Keine gute Vorzeichen für einen erholsamen Urlaub.

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