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Hafenfest: Modellbauer präsentieren Mini-Boote in Bochum

Regina Bosbach lässt ihr zum Coast Guard umgebautes Modellschiff WSP47 ins Wasser.

Regina Bosbach lässt ihr zum Coast Guard umgebautes Modellschiff WSP47 ins Wasser.

Foto: Dietmar Wäsche / FUNKE Foto Services

Bochum-Langendreer.  Das Hafenfest des Schiffsmodellbau-Clubs Bochum bot wieder viele Hingucker auf dem Wasser. Es fand erstmals im Freibad Langendreer statt.

Vor etwa fünf Jahren hat Regina Bosbach ein neues Hobby für sich entdeckt: Das Modellschiffbauen und -fahren. Zusammen mit ihrem Mann bastelt die 55-Jährige an Miniaturbooten und nutzt schöne Tage, um sie auf Gewässern wie dem Ümminger See auszufahren . So auch das Hafenfest des Schiffsmodellbau-Clubs Bochum, in dem sie Mitglied ist. Das findet dieses Jahr übrigens zum ersten Mal nicht im sanierungsbedürftigen Freibad Werne, sondern im Freibad Langendreer statt.

Gebastelt wird am Wochenende

„Schiffsmodellbau ist ein tolles Hobby für mich, weil es mit so viel Ruhe verbunden ist. Das bietet einen Ausgleich zum Berufsalltag“, sagt Regina Bosbach. Sie hat Spaß an Handwerk und Technik und baut für gewöhnlich alles an ihren Booten selber. „Im Winter verbringen mein Mann und ich gerne Wochenenden damit, zu werkeln.“

Verein baut 500-Kilo-Modellnach Originalplänen

Es ist schließlich keine kleine Aufgabe, ein Modellschiff anzufertigen – das weiß auch André Kaczmarek allzu gut. Er ist erster Vorsitzender des Vereins und verfolgt sein Hobby seit dem Grundschulalter. „Wenn neue Leute in den Verein kommen, raten wir immer dazu, erst ein kleines Modell zu bauen, bevor man sich an die großen wagt“, sagt er. Denn: Um ein Modell fertigzustellen, bedarf es vieler Komponenten und Fähigkeiten. Das merkt der Verein an seinem eigenen großen Projekt: Nach Originalkonstruktionsplänen bauen die 22 aktiven Mitglieder an einem 4,30 Meter langen und 500 Kilogramm schweren Modell eines noch aktiven Schiffs. Eine echte Herausforderung, die jedem Vereinsmitglied die Möglichkeit gibt, etwas beizutragen. „Jeder hat schließlich seinen Spezialbereich.“

Unterschiedlichste Modelle fahren auf den Becken

Dass das Modellbauen einige Zeit in Anspruch nimmt, weiß auch Regina Bosbach. Zum Hafenfest hat sie ihre WSP mitgebracht, ursprünglich ein Polizeiboot, das sie jedoch in eine Coast Guard umgebaut hat. „Das gefällt mir optisch einfach besser“, sagt sie. „Der Bau ging verhältnismäßig schnell. Ich habe etwa ein Vierteljahr gebraucht.“ Auf den Becken des Freibads fahren freilich ganz unterschiedliche Modelle, darunter sogar Hartmut Köbkes Segelboot, der es geschickt mithilfe des Windes über das Wasser gleiten lässt.

Je nach Größe dauert der Bau eines Schiffes jedoch auch gerne mehrere Jahre. Nachvollziehbar also, dass fertige Modelle und auch jene in Arbeit gerne unter Pavillons ausgestellt, begutachtet und besprochen werden. Zum Verkauf ist die Veranstaltung übrigens nicht gedacht, im Mittelpunkt steht der Austausch und das „Fachsimpeln“, wie André Kaczmarek sagt.

Gut am Freibad: Der direkte Zugang zum Wasser. Das Fest wird allerdings nicht nur von Vereinsmitgliedern besucht. Wer Lust hat, kann mit seinem Modellboot vorbeikommen und es durch das Becken des Freibades steuern. Für Kinder hat der Verein einige Boote zum Probieren dabei. „Das Freibad eignet sich gut für unser Fest. Hier können die Boote direkt aufs Wasser gesetzt werden, ohne dass Hindernisse überwunden werden müssen“, sagt André Kaczmarek. Das nächste Jahr wird es wohl wieder in Langendreer stattfinden.

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