Freizeitpark Werne

Freizeitpark Werne: SPD und Grüne fordern mehr Kontrollen

Tag für Tag liefern zig Lkw Massen an Erde auf das Gelände der früheren Zeche Amalia in Werne. Dort soll ein Freizeitpark entstehen, basierend auf Golf und Fußball. 

Tag für Tag liefern zig Lkw Massen an Erde auf das Gelände der früheren Zeche Amalia in Werne. Dort soll ein Freizeitpark entstehen, basierend auf Golf und Fußball. 

Foto: Foto: Soziale Liste

Bochum-Werne.  SPD und Grüne verfolgen die Bauarbeiten auf dem Gelände der früheren Zeche Amalia kritisch. Sie haben viele Fragen und fordern endlich Antworten.

Mit Verärgerung reagieren SPD und Grüne in der Bezirksvertretung Ost auf die Nachricht, dass auf dem Gelände der früheren Zeche Amalia in Werne ein Freizeitpark entstehen soll. Die Golf Innovations GmbH aus Kevelaer plant dort eine Neun-Loch-Golf-Anlage mit Driving-Range, kombiniert mit Fußball-Golf, Super-Golf (mit größeren Bällen) und einer Funfußball-Anlage (Parcours mit Hindernissen). Seit Wochen liefern täglich bis zu 120 Lastwagen Massen an Erde an, damit das Gelände entsprechend modelliert werden kann.

Erst aus der WAZ davon erfahren

„Wir haben als rot-grüne Koalition am 27. Juni in der Bezirksvertretung Ost einen Dringlichkeitsantrag auf den Weg gebracht, in dem wir fordern, dass die Aktivitäten auf dem ehemaligen Amalia-Gelände engmaschig kontrolliert werden. Darüber hinaus soll sowohl Politik als auch die Bürgern zeitnah über die Arbeiten umfänglich informiert werden“, heißt es in gemeinsamen Presseerklärung von SPD und Grünen. Informationen gab es – über die WAZ.

Keinerlei Erklärungen auf Anfragen

Sehr zum Ärger der Politiker: „Während die Verwaltung und der neue Investor bisher weder die betroffenen Anwohner noch die kommunale Politik über die neue Situation informierte, werden jetzt Nachrichten über die Presse verbreitet. Es ist uns völlig unverständlich, warum den Anwohnern in Werne auch auf Nachfragen seit April bisher keinerlei Erklärungen für die seit Monaten stattfindenden Arbeiten auf dem Gelände gegeben wurden.“

Bebauungsplan sieht einen Golfplatz vor

Nach wie vor stehen nach Ansicht der Lokalpolitiker viele Fragen im Raum, die sich zwangsläufig stellen würden: Wie kann ein Freizeitpark entstehen, wenn im Bebauungsplan Nr. 620 von 2006 nur ein Golfplatz vorgesehen ist? Was ist mit dem im Bebauungsplan ausgewiesenen Rad- und Fußweg, an dessen Finanzierung sich der vorherige, inzwischen „zurückgetretene“ Investor mit 200.000 Euro beteiligen sollte? Zu welchen Bedingungen und in welcher Form (Vermietung, Verpachtung, Verkauf) wird der städtische Grundstücksanteil an den neuen Investor abgegeben?

Waldflächen müssen unberührt bleiben

Zudem weisen SPD und Grüne darauf hin, dass im Bebauungsplan festgesetzte Waldflächen nicht für den Betrieb der Golfsportanlage genutzt werden dürfen. Mit Blick auf den dienstäglichen Austausch von Umwelt und Bauleiter auf Amalia halten sie es für fragwürdig, „sich ganz auf die Aussagen des Investors/Bauleiters zu verlassen und sich nur einmal die Woche vor Ort auszutauschen. Wenn die Kontrollen des Bauleiters nämlich nicht ausreichend oder oberflächlich sind und die Verwaltung auf häufige unangemeldete Kontrollen verzichtet, sind bei belastet angefahrenem Boden im Endeffekt die Anwohner und die Bochumer die Geschädigten“. Das Motto „Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser“ habe ja durchaus seinen Sinn.

SPD und Grüne sprechen von „einträglichem Geschäft“

Eines steht laut SPD und Grünen „bei allen offenen Fragen und Unwägbarkeiten jedoch heute schon fest: der Investor macht bei 120 Lastwagenladungen täglich ein äußerst einträgliches Geschäft, da Bodenaushub nicht nur nichts kostet, sondern viel Geld einbringt“.

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