„Grabowski“-Projekt

Film von „Bang Boom Bang“-Star Richter „auf der Zielgeraden“

Ralf Richter, hier in einer Szene aus „Bang Boom Bang“ als Kalle Grabowski an der Seite von Oliver Korritke als Keek, arbeitet weiter an seinem Projekt. Der Kultfilm von Peter Thorwarth läuft seit 20 Jahren im UCI. Das wird am 23. August dort groß gefeiert.

Ralf Richter, hier in einer Szene aus „Bang Boom Bang“ als Kalle Grabowski an der Seite von Oliver Korritke als Keek, arbeitet weiter an seinem Projekt. Der Kultfilm von Peter Thorwarth läuft seit 20 Jahren im UCI. Das wird am 23. August dort groß gefeiert.

Foto: dpa / picture alliance / United Archives

Bochum.  Gibt es jemals einen „Grabowski“-Film von Ralf Richter? Ja, sagt der Kult-Schauspieler aus „Bang Boom Bang“. Das Projekt sei auf der Zielgeraden.

Es ist still geworden um einen, der gern den Lauten macht: Auf der Facebook-Seite für den Film „Grabowski - Alles für die Familie“, das Spin-Off-Projekt von Ralf Richter rund um die Kultfigur aus dem Klassiker „Bang Boom Bang“, stammt der jüngste Eintrag aus dem vergangenen November. Noch immer wundern sich dort Fans, was aus ihrem Geld geworden ist, das sie einst bei der Crowdfunding-Aktion für die Finanzierung spendierten. Rund um den 15. Jahrestag der Premiere von „Bang Boom Bang“ vor fünf Jahren kündigte Richter sein Projekt an. Jetzt zum „20. Geburtstag“ des Klassikers, der am 23. August im UCI groß gefeiert wird, gibt es noch lange keinen fertigen „Grabowski“-Film. Ein schlechtes Zeichen sei das nicht, sagt Richter. Und es sei auch nicht überraschend.

Zum aktuellen Stand des Projekts berichtet Richter, dass das Drehbuch inzwischen fertig sei: „Die Story ist gut geworden. Hätten wir schon vor einem Jahr gedreht, wäre es lange nicht so gut geworden.“ Eine Ruhrpott-Gangster-Komödie soll es bekanntlich werden, in der die Charaktere, die Richter in der sogenannten Unna-Trilogie von Peter Thorwarth spielt, zusammengebracht werden: der schwerkriminelle und höchst gewalttätige Kalle Grabowski aus „Bang Boom Bang“, der gleichnamige unorthodoxe Bauarbeiter aus „Was nicht passt, wird passend gemacht“ und der Lude Harry aus dem Serien-Abschluss „Goldene Zeiten“.

An der Seite von Micaela Schäfer im „Tal der Skorpione“

Das Drehbuch bedürfe noch einiger Glättungen, sagt Richter: „Jeder, der Kalle Grabowski nicht kennt, soll sofort Zugang zu der Geschichte finden.“ Einen Verleih hat der Schauspieler nach eigenen Angaben ebenfalls „endlich“ gefunden: die in Hagen sitzende Busch Media Group. Deren Werk „Im Tal der Skorpione“, in dem Micaela Schäfer an der Seite von Richter und Martin Semmelrogge spielte, fiel beim Publikum im Juni dieses Jahres im UCI Bochum furchtbar durch. „Der hat es nicht über die Premiere hinaus geschafft“, sagt der Schauspieler. Seinem Projekt soll das nicht passieren.

Fest steht, dass neben Richter auch bekannte Gesichter wie Uwe Fellensiek und Claude-Oliver Rudolph mitmischen. Weitere größere Namen verrät der Schauspieler noch nicht. Die Dreharbeiten sollen nun ab Januar 2020 starten, spätestens aber Februar oder März, „wenn die Farben in Bochum noch nicht nicht so sommerlich sind, sondern so wie das Ruhrgebiet, grau-braun“. Viele Innenaufnahmen stehen ebenfalls auf dem Plan.

Persönliche „Kalle Grabowski Sprach-Messages“ zu gewinnen

Richter dürfte in den ersten Tagen nach der Verkündung des Projekts selbst ein bisschen vom Rummel darum überrascht gewesen sein: „Am Anfang haben wird gesagt. Wir sind da was am planen dran. Wir werden uns hinsetzen und eine lustige Geschichte aufschreiben, finanzieren und dann einen schönen Film in Bochum drehen.“

Nach drei Monaten sei er dann das erste Mal gefragt worden, wann die Premiere sei. „Kein normaler Mensch weiß, wie Filme gemacht werden“, ärgert sich Richter noch heute. Zu dritt schrieben er, sein Sohn Maxwell und Regisseur Özgür Arslan das Drehbuch.

Für den Regisseur werde es der erste abendfüllende Film. Das Schreiben als Trio sei „verheerend“ gewesen, sagt Richter: „Nach einem halben Jahr haben wir die ersten 60 Seiten wieder weggeworfen. So geht die Zeit ins Land.“

Richter deutet auch an, dass es Querelen mit möglichen Finanziers gegeben habe, die Einfluss auf das Projekt nehmen wollten. Mehr sagt er dazu nicht. „Das können Sie auch nicht bei Facebook schreiben.“

Das würde die Community nur verunsichern. Immerhin folgen weiter fast 13.000 Fans der schon länger kaum noch bespielten Seite. Es gab mal Zeiten, da hat das Team dort Skurriles gepostet, neben Trailern und Promoclips auch mal ein Foto von Richters Enkelin oder ein Gewinnspiel, bei dem es um persönliche „Kalle Grabowski Sprach-Messages“ für Mailbox oder Anrufbeantworter ging.

Gespräche bei der Filmförderung für den Herbst geplant

Im September will Richter mit dem „Grabowski-Projekt“ bei der Filmförderung vorstellig werden, um an zusätzliche Mittel zu kommen. Auch davon ab: „Die Finanzierung läuft recht gut“. Rund um das „Bang Boom Bang“-Jubiläum führe er aussichtsreiche Gespräche mit mehreren Investoren. Dabei gehe es um Beträge im unteren oder mittleren sechsstelligen Bereich. Es sei noch zu früh, das Budget für den Film zu beziffern, klar sei aber schon, dass es „eine fette Summe“ werde.

Richter geht davon aus, dass er rund um das „Bang Boom Bang“-Jubiläum auch auf viele Crowdfunding-Unterstützer treffen wird. Auch ihnen will er den aktuellen Stand der Dinge seines Projekts dann vorstellen. Die von ihnen eingezahlten Gelder – meist kleinere Beträge, aber insgesamt mehr als 100.000 Euro – seien sicher verwahrt. Sie lägen bei einem Notar. „Niemand muss sich Sorgen machen“, versichert Richter: „Das Projekt geht auf die Zielgerade. Wir haben jetzt ein Pferd, das besser laufen kann, als es vor einem Jahr hätte laufen können.“ Alles auf Horst!

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