Ein sicherer Hafen im Bermudadreieck

Mitte.  Im Freibeuter sind alle willkommen. Außer Junggesellenabschiede, die sind verboten. Als weltoffene Rock’n’Roll-Kneipe wollen Verena Fittkau (37) und Jens Feddersen (43) ihre Lokalität verstanden wissen. Musik, Kultur und Fußball sind die Säulen, oder besser die Masten, um die sich ein junges und jung gebliebenes Publikum hier allabendlich versammelt.

Verena und Jens hatten, bevor sie am 18. März 2005 ihren Freibeuter (im ehemaligen Tux) eröffneten, fast ein ganzes Jahrzehnt das „Graefen & König“ an der Brüderstraße gemacht. Das dortige recht wilde Stammpublikum haben sie die Straße runter mitgenommen - und natürlich viel neues gewonnen. Für den neuen Standort am Konrad-Adenauer-Platz wurde ein maritimes Konzept gewählt, geboren aus einer Vorliebe für Hamburg, seinen Hafen und seine Gastronomie, Störtebecker-Kassetten aus der Kindheit und einer allgemeinen Sehnsucht nach Freiheit, Weite und Matrosentum. Ausdruck findet das in vielen Bildern mit Meeresmotiven, am prominentesten dabei ein riesiges Triptychon aus Bildern des britischen zeitgenössischen Marinemalers Geoff Hunt. Daneben finden sich sprudelnde Aquarien als Deko-Elemente, die Spendendose für den Seenotrettungsdienst auf dem Zapfhahn und allerhand Takelage um den dunkelhölzernen Tresen herum.

Getrunken wird vor allem: Bier. Hamburger Astra aus der Flasche, aber auch das lokale Braugut aus dem Zapfhahn. Beliebt bei den Gästen ist dazu der Mexikaner, ein feuriger, scharfer Shot mit viel Tomate und Pfeffer. Zu Essen gibt es hier quasi nichts, allein an Bundesligasamstagen versorgt die Butterbrotbar aus dem Ehrenfeld die versammelten Fußballfans mit günstigen Kniften.

Kernkompetenz des „Beuters“ ist die Musik. Hier wird der Beschallung nahezu immer ein Gesicht gegeben. Von Dienstag bis Samstag stehen DJs am Pult, gespielt wird von denen eine individuell sortierte, zumeist rockige Mischung, auch schon mal der härteren Gangart. Die Chefin übernimmt die Samstagsschicht.

Aus dem Programm regelmäßiger Unterhaltungs-Veranstaltungen herauszuheben ist das witzige Musikquiz, das Franco hier regelmäßig veranstaltet. Um zu gewinnen ist ziemlich viel Fachwissen gefordert, das Niveau ist exorbitant hoch. Warum hier keine Junggesellenabschiede zugelassen sind? Eine Stilfrage, hört man. Doch machen wir uns nichts vor. Seemanns Braut ist die See. Und nur ihr wird er treu sein.

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