Umwelt

Eichenprozessionsspinner jetzt auch in Bochum aufgetaucht

Solche Gespinste – hier ein Foto von der Hiltroper Straße aus dem Jahr 2017 – haben sich jetzt auch an Eichen in Bochum gebildet.

Solche Gespinste – hier ein Foto von der Hiltroper Straße aus dem Jahr 2017 – haben sich jetzt auch an Eichen in Bochum gebildet.

Foto: Dietmar Wäsche / FUNKE Foto Services

Bochum.   In Bochum sind an mehreren Stellen Eichenprozessionsspinner entdeckt worden. Hautreizungen drohen. Hier Infos und Tipps im Umgang damit.

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Nachdem es bereits aus den umliegenden Städten Berichte über Eichenprozessionsspinners gegeben hat, liegen jetzt auch erste Meldungen aus Bochum vor. Da es bei Kontakt zu ernsten allergischen Reaktionen der Haut kommen kann, ist es sinnvoll, sich an einige Verhaltensregeln zu halten. Die Stadt Bochum gibt einige wichtige Informationen.

Was ist der Eichenprozessionsspinner?

Der Eichenprozessionsspinner (kurz: EPS) ist eine unscheinbare braune Nachtfalterart, die im Raupenstadium stark behaart ist und seine Nester in Eichen hat. Auffällig sind die Fraßgesellschaften, die sich prozessionsartig vom Sammelplatz beziehungsweise Ruheort zum Fraßort fortbewegen. Daher die Bezeichnung.

Seine Gespinstnester finden sich am Stamm oder in Astgabelungen von Eichen und können die Größe eines Fußballs erreichen. In den Nestern verpuppen sich die Raupen im Juli. Im Falterstadium ist die Art unauffällig. Puppen und Falter sind ungefährlich. Die Raupen allerdings verlieren Haare, die so genannten Brenn- oder Spiegelhaare, die insbesondere bei trocken-warmem Wetter über weite Strecken verweht werden können. In den Gespinstnestern sind große Mengen dieser Spiegelhaare vorhanden.

Was macht die Haare so gefährlich?

Die Haare der heranwachsenden Raupen sind Auslöser von teilweise stark juckenden, entzündlichen Hautreaktionen bis zum anaphylaktischen Schock in extremen Fällen. Die Reaktionen hängen davon ab, ob beispielsweise ein direkter Kontakt (Raupen oder Nester berührt) oder nur ein Kontakt mit wenigen verwehten Brennhaaren erfolgt und wie empfindlich das Immunsystem der betroffenen Person reagiert. Auch kann die Reaktion verlangsamt erfolgen, so dass vielleicht kein augenscheinlicher Zusammenhang zwischen dem Spaziergang am Vormittag und dem Ausschlag am Nachmittag herzustellen ist.

Neben der Betroffenheit der Haut sind starke Reaktionen im Bereich der Schleimhäute (Augen, Mund, Nase bis in die Lunge) häufige Folgen. Die Schmerzen und allergischen Reaktionen treten auch bei Tieren (Hunde, Katzen, Pferde) auf, die sich im Bereich von befallenen Eichen aufhalten.

Wie schütze ich mich und andere?

Der beste Schutz ist das weiträumige Fernbleiben von befallenen Eichen. Spaziergänger sollten in den kommenden Wochen eichenbestandene Bereiche meiden. Das Betreten der Wälder erfolgt auf eigene Gefahr: Das Vorkommen des Eichenprozessionsspinners gehört zu den so genannten waldtypischen Gefahren, vor denen man sich nie komplett schützen kann. Sofern dennoch der Spaziergang weiterhin in Wäldern mit vielen Eichen stattfinden soll, sind lange, geschlossene Kleidung und geschlossene Schuhe empfehlenswert. Sollte man dennoch in Kontakt mit Brennhaaren kommen – etwa durch das Berühren eines Nestes oder einer Raupe – sollte man so schnell wie möglich die Kleidung wechseln und Hautkontakt meiden. Sollten trotz aller Vorsichtsmaßnahmen starke allergische Reaktionen nach einem Aufenthalt im Wald auftreten, sollte ein Arzt aufgesucht werden.

Hier sind die Raupen bereits festgestellt worden

Derzeit sind dem Umwelt- und Grünflächenamt Vorkommen in den Bochumer Wäldern bekannt, darunter unter anderem das Naturschutzgebiet Tippelsberg / Berger Mühle. Entlang von Straßen wurden Nester im Bereich Maischützenstraße, Kemnader Straße, Springorumallee festgestellt. Vereinzelt sind Friedhöfe wie Eppendorf und Havkenscheid sowie einzelne Park- und Grünanlagen (Wiesental, Auf der Heide, Grünanlage Nordost) betroffen. Es ist davon auszugehen, dass weitere Bereiche befallen sind.

Wie wird der Eichenprozessionsspinner bekämpft?

Die Entfernung der Raupen und Nester erfolgt durch eine vom Technischen Betrieb beauftragte Fachfirma. Dazu werden die Nester und Tiere unter höchsten Schutzauflagen (Schutzanzüge, Atemmasken) abgesaugt und gesichert transportiert der thermischen Verwertung (Verbrennung) zugeführt. Dennoch verbleibt ein Restrisiko, da die Haare sich beim Entfernen verteilen können oder sich schon verteilt haben. Die Stadt arbeitet die Meldungen nach Gefahrenlage ab. Nester in öffentlichen Bereichen können hier gemeldet werden: TechnischerBetrieb@bochum.de.

Giftige Raupe- Fakten rund um den Eichenprozessionsspinner
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