Kulturpolitik

Die Kultur macht das Stadtleben in Bochum farbiger

Kultur bringt Farbe ins Spiel, wie hier beim Auftakt der BO-Biennale, des Festivals der freien Szene.

Kultur bringt Farbe ins Spiel, wie hier beim Auftakt der BO-Biennale, des Festivals der freien Szene.

Foto: Dietmar Wäsche

Bochum.   In Bochum wird ein Kulturentwicklungsplan auf den Weg gebracht. Alle Bürgerinnen und Bürger sind ausdrücklich aufgefordert, sich zu beteiligen.

Bochum gilt als DIE Kulturstadt im Ruhrgebiet. Damit das so bleibt, wird jetzt ein Kulturentwicklungsplan (KEP) auf den Weg gebracht. Er soll Anregungen aufnehmen, Fantasien entwickeln und dabei alle Bürger mitnehmen.

Damit wird eine Idee Wirklichkeit, die die lokale Kulturpolitik schon seit drei Jahren umtreibt. Seinerzeit regten Grüne und SPD an, Bochums kulturelle Entwicklung durch einen langfristigen Generalplan sicherzustellen. Vom Wort „Plan“ ist man inzwischen weg und spricht nun lieber von einem „Kulturentwicklungsprozess“. „Damit soll deutlich werden, dass es nicht um eine Art behördlichen ,Vier-Jahres-Plan geht, sondern um die Gestaltung eines dynamischen Prozesses“, so Peter Landmann, der mit seiner Agentur „Take Part Kulturberatung“ die Entwicklung auf den Weg bringen soll. Der Experte war bis 2014 Abteilungsleiter im NRW-Kultusministerium und ist seit 2015 freiberuflich tätig.

Bestandsaufnahme und Interviews vor Ort

Verschiedene Aktivitäten sind geplant und bereits bis Frühjahr 2020 durchgetaktet. Dazu gehören eine Bestandsaufnahme im Vorfeld, bei der Interviews mit Kulturkennern vor Ort geführt werden sollen, darunter der Intendant des Schauspielhauses und der Autor dieser Zeilen. Es folgt eine Onlinebefragung der Kulturschaffenden. Im September soll eine Zukunftskonferenz zusammenkommen, an der sich 80 bis 150 Teilnehmer in Kleingruppen eineinhalb Tage lang Gedanken zum Thema machen.

Zumal von dieser Konferenz verspricht sich Landmann eine Menge: „Wir werden das Treffen breit anlegen, im Mittelpunkt steht die Partizipation, also die Teilnahme aller, die den Prozess mitgestalten wollen“, bekräftigt er. Heißt: Nicht nur Kreative und Künstler, sondern alle kulturinteressierten Bürger können sich einbringen und mit diskutieren. In Kürze wird eine Homepage auf www.bochum.de erscheinen, die Zugang zur Thematik verschafft.

Ergebniskonferenz im Dezember

Nach Auswertung der Ergebnisse der Zukunftskonferenz folgt Anfang Dezember eine Ergebniskonferenz, sodass das von Bürgern, Kulturleuten, Politik und Verwaltung erstellte KEP-Paket im Februar/März 2010 in die politische Beratung gehen könnte.

„Der Entwicklungsprozess wird alle Kulturbereiche berücksichtigen, von der Hochkultur über die freien Gruppen bis zu kommerziellen Anbietern“, so Landmann. Das Gesamtpakt solle schließlich als Orientierungsgrundlage für künftiges kulturpolitisches Handeln dienen. Was darunter konkret zu verstehen ist, steht (noch) nicht fest. Nach Ende der vielen Gespräche und Konferenzen, hoffen die Akteure, werde man schlauer sein.

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