Abschiebung

Debatte um Verhalten der Stadt Bochum im Fall „Mariama“

Verstümmelt, vergewaltigt - der Leidensweg der 19-jährigen Mariama.

Verstümmelt, vergewaltigt - der Leidensweg der 19-jährigen Mariama.

Foto: Ingo Otto / WAZ FotoPool

Bochum.   Eine Welle der Empörung hat die Abschiebung der 19-jährigen Mariama nach Spanien in letzter Sekunde gestoppt. Jetzt entbrennt eine politische Debatte über die Vorgehensweise in diesem Fall und in ähnlichen Asyl-Fällen. Auch Oberbürgermeisterin Dr. Ottilie Scholz schaltet sich ein.

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Nach der in letzter Sekunde gestoppten Abschiebung der 19-jährigen Mariama nach Spanien gibt es hinter den Rathausmauern heftige Reaktionen über die Vorgehensweise mit diesem Fall und ähnlich gelagerten Asyl-Fällen.

Selbst Oberbürgermeisterin Dr. Ottilie Scholz schaltet sich in die Debatte ein und kündigt an: „Ich nehme dies zum Anlass, um das Verfahren überprüfen zu lassen. Wichtig ist mir, dass wir in solchen Situationen mit allergrößter Sensibilität reagieren.“ Sie macht auch deutlich, dass es keine unterschiedliche Einschätzung zwischen der scheidenden Rechtsdezernentin Diane Jägers und ihr gegeben habe. Vielmehr herrschte in dieser Frage große Einmütigkeit.

Klare Anweisung gegeben

Jägers jedoch ist „stinksauer“ über den Ablauf. „Ich habe bereits im Februar deutlich gesagt, dass wir das Mädchen hier behalten müssen.“ Es habe eine klare Anweisung gegeben, sie vor jeder Änderung der Situation – und dazu gehöre ganz bestimmt auch der Kauf von Flugtickets nach Spanien — zu informieren. Dies sei so nicht der Fall gewesen.

Unterdessen gibt es am Alice-Salomon-Berufskolleg eine Welle der Unterstützung für das Mädchen aus Guinea. Am Donnerstag, 2. Mai, von 7.30 bis 11 Uhr, organisieren Mitschüler eine große Spendenaktion in der Pausenhalle der Schule. Da Mariama, die derzeit im Krankenhaus behandelt wird, nichts mehr besitzt, werden Kleidung (Gr. S-M) und Schuhe (Gr. 40) gesammelt.

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