Coronavirus

Corona: Vermieter in Bochum halbiert freiwillig die Miete

Kurzarbeit kann Haushalte in der Corona-Krise schnell in finanzielle Problemen stürzen. In Bochum erlässt ein Hausbesitzer freiwillig die Hälfte der Miete.

Kurzarbeit kann Haushalte in der Corona-Krise schnell in finanzielle Problemen stürzen. In Bochum erlässt ein Hausbesitzer freiwillig die Hälfte der Miete.

Foto: Robert Michael / dpa

Bochum.  Das Coronavirus bringt viele finanziell in Nöte. Ein Hausbesitzer in Bochum hat seinen Mietern jetzt die Mieten halbiert - freiwillig.

Es ist ein "Shutdown", wie wir ihn noch nie erleben mussten: Die Ausbreitung des Coronavirus legt das öffentliche Leben und viele Bereiche der Wirtschaft lahm. Viele Menschen bangen um ihre Existenz. Zehntausende Unternehmen in NRW haben Kurzarbeit angemeldet. Bund, Länder, auch Kommunen versuchen vieles durch Hilfsprogramme aufzufangen. Ein Hauseigentümer in Bochum hat jetzt auf eine Weise auf die Lage reagiert, die bemerkenswert ist.

Von einem berührenden Zeichen der Solidarität in der Corona-Krise berichtet eine WAZ-Leserin in Bochum. Ihr Vermieter hat die Mieten für alle Bewohner ab sofort halbiert. Wer das Geld nicht benötigt, soll es spenden, teilte er mit.

Hausbesitzer schreibt Mieter Brief: "Zusammenhalt ist gefordert"

Am Montag, 30. März, fanden die Mieter des Wohnhauses im Ehrenfeld ein Schreiben des Hausbesitzers in ihren Briefkästen. "In dieser schwierigen Zeit ist der Zusammenhalt in unserer Gesellschaft gefordert", schreibt der Vermieter.

Er wolle Menschen unterstützen, die derzeit finanzielle Einbußen durch die Corona-Krise erleiden. Zwar wisse er nicht, ob einer seiner Mieter direkt betroffen ist. Gleichwohl müssten alle Bewohner der sechs Wohnungen zunächst im April und Mai nur die Hälfte der Kaltmiete zahlen. Wer unmittelbares Corona-Opfer ist, soll das Geld für sich behalten. Wer nicht betroffen ist, möge den eingesparten Betrag an hilfsbedürftige Menschen oder gemeinnützige Einrichtungen spenden.

Daueraufträge können weiterlaufen, Vermieter überweist Geld zurück

Sogar den bürokratischen Aufwand übernimmt der Hauseigentümer. Die Daueraufträge können weiterlaufen. Er werde die 50 Prozent an die Mieter zurück überweisen.

"Großartig" findet die WAZ-Leserin diese Form der Hilfe in düsteren Tagen, Wochen, vermutlich Monaten. Der Name des Vermieters solle aber nicht öffentlich werden: "Er möchte das nicht."

Auch der Gesetzgeber hat auf die Corona-Krise reagiert und den Mieterschutz erhöht. Die in der vergangenen Woche von Bundestag und Bundesrat beschlossene Regelung legt fest, dass Mietern und Pächtern für den Zeitraum vom 1. April bis 30. Juni nicht wegen ausgefallener Mietzahlungen aufgrund der Covid-19-Pandemie gekündigt werden kann.

In Bochum rufen der Haus- und Grundeigentümerverein und der Mieterverein die Besitzer und Mieter auf, sich rechtzeitig zu verständigen. Das ist in dem Haus im Ehrenfeld nicht erforderlich. Und: Anders als in dem Corona-Erlass der Bundesregierung geregelt, muss die Miete hier nicht nachgezahlt werden.

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