Schauspielhaus

Bochumer Laiendarsteller zeigen Revue übers Älterwerden

Szene aus „50 Schatten von Grau“:  Den Darsteller im Alter von 50 bis 72 Jahren gelingt in der Zukunftsakademie ein schwungvoller Auftritt.

Szene aus „50 Schatten von Grau“: Den Darsteller im Alter von 50 bis 72 Jahren gelingt in der Zukunftsakademie ein schwungvoller Auftritt.

Foto: Ivar van der Walle

Bochum.   Die kurzweilige Aufführung „50 Schatten von Grau“ erzählt vom Fluch und Segen der Generation 50+. 13 kurze Szenen werden schwungvoll aufgeführt.

Wer die 50 überschritten hat, kann es locker angehen lassen – oder? „50 Schatten von Grau“ heißt eine Produktion des Jungen Schauspielhauses mit sieben Laiendarstellern auf der Bühne der Zukunftsakademie an der Humboldtstraße.

„Wir haben geheiratet und Kinder groß gezogen“, erklären sie. Gleichzeitig lauere „Fersensporn oder Inkontinenz“, so ärgerte sich eine Frau. Die Gruppe von „Menschen in der Lebensmitte“ zeigen eine kurzweilige Revue der Generation 50+.

Viele sind zum ersten Mal auf einer Bühne

Anfang Januar hatten sich die Darsteller im Alter zwischen 50 und 72 Jahren, die größtenteils aus akademischen Berufen stammen, zusammengefunden. Die Theaterpädagogin Susanne Scheffler betreute das Projekt und hatte die Idee zu der einstündigen Revue: „Jeder sollte etwas vorstellen, was in ihm schlummert. Viele waren zum ersten Mal auf einer Bühne.“

Es entstanden 13 kurze Szenen: mit wenigen Requisiten und einfachen Kostümen, mal eine Abendgarderobe, mal ein altmodischer Zweiteiler oder eine Sonnenbrille.

Da erzählt rührend ein Herr im Restaurant, dass er nach dem Tod seiner Frau noch etwas erleben wolle: „Ein bisschen Zärtlichkeit.“ Im Monolog berichtet eine Frau über die absurden Auswüchse beim Einrichten und Benutzen ihres Smartphones. In der analogen Welt einsam geworden, freut sie sich am Ende des Tages diebisch über „225 Freunde“.

Das Ende von Beziehungen, Verlust, Tod

Auch Nachdenkliches ist Thema: Da kommt eine Silvestergesellschaft in lustiger Runde zum „Stößchen“ zusammen, plaudert über Erfolge und Zukunftspläne, während sie sich plötzlich fragt: „Wo ist eigentlich Michael?“ Das Ende von Beziehungen, Verlust, Tod – davon können die über 50-Jährigen ein Lied singen.

Doch es gibt auch viel Humorvolles, etwa bei der Suche nach Mr. Right in Kontaktanzeigen. Herrlich der dazu karikierende Tanz der Hausfrauen und Hausmänner. In schrill-bunten Kitteln und Staubwedeln schmachten sie zu Roy Blacks „Du bist nicht allein“.

Unter großem Beifall fanden zwei Vorstellungen statt. Jetzt plant das Junge Schauspielhaus das „Festival der Banden“ mit mehr als 100 Jugendlichen. Los geht’s am 28. Juni.

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