Stadtentwicklung

Bochumer investiert etwa zehn Millionen Euro am Südring

Der Pavillon an der Spitze zwischen Südring (l.) und Hellweg (r.) soll für das Projekt weichen. Möglicherweise wird auch die Fläche des davor stehenden Gebäudes einbezogen.

Der Pavillon an der Spitze zwischen Südring (l.) und Hellweg (r.) soll für das Projekt weichen. Möglicherweise wird auch die Fläche des davor stehenden Gebäudes einbezogen.

Foto: Sebastian Sternemann / FUNKE Foto Services

Bochum.  Bochums City ist im Wandel - nicht nur am alten Justizzentrum. Nun wird ein ehrgeiziges Projekt im Dreieck Südring/Luisenstraße/Hellweg bekannt.

Bochums Innenstadt verändert an einer weiteren markanten Stelle ihr Gesicht. Im Dreieck Südring/Luisenstraße/Hellweg wird ein sechsgeschossiges Bürogebäude entstehen. Bauherr Prof. Bodo Brandts (52) aus Bochum kündigt eine Investition in Höhe von mindestens zehn Millionen Euro an.

Verwaltung und Medizinzentrum

Entstehen soll an der Stelle, an der jetzt noch der „Gravis-Pavillon“ steht, ein Gebäude mit einer Nutzfläche von knapp 5000 Quadratmetern überwiegend für Büroräume. Im Erdgeschoss wäre Platz für Gastronomie oder Einzelhandel. Einziehen sollen an der markanten Adresse außerdem in wenigen Jahren die Verwaltung des von Brandts mitgegründeten Medizinunternehmens Deutsche Gesundheitsdienste (DEGEDI), die derzeit ihren Sitz auf dem Campus der Ruhr-Uni hat, sowie einiger Tochterunternehmen und ein Degedi-Zentrum, in dem nicht nur eine weitere ambulante Praxis mit interdisziplinärer Ausrichtung entstehen soll – 19 gibt es bereits zwischen Köln und Ahlen, allein fünf davon in Bochum. „Dort soll unser Referenzzentrum entstehen, in dem wir Aus- und Weiterbildung betreiben werden“, kündigt der Investor an. Allein die Beschäftigtenzahl der Medizinfirmen wird voraussichtlich dreistellig werden.

Darüber hinaus soll an den Südring die Verwaltung eines derzeit noch in Hessen ansässigen Unternehmens ziehen: Die LBF Technik GmbH aus Lauterbach, geleitet von Bodo Brandts Bruder Dirk Brandts, bedient mit ihren Blechprodukten u. a. Konzerne aus den Bereich Maschinenbau und Chemie.

Bekenntnis für Bochum

Mehrere Firmen aus unterschiedlichen Branchen, dazu die Aspekte Gesundheit und Weiterbildung. Es ist dieser interessante Mix, der aus Sicht von Flächenvermarkter Rouven Beeck von der Bochum Wirtschaftsentwicklungsgellschaft (WEG) die Ansiedlung so spannend macht. Seit etwa zwei Jahren hatte die WEG gemeinsam mit dem Investor nach einem geeigneten Standort gesucht. „Und der sollte ausdrücklich in der Bochumer Innenstadt liegen“, so Prof. Brandts, Chefkardiologe im hiesigen Augusta-Krankenhaus. Der fünffache Familienvater wohnt seit mehr als 40 Jahren in Bochum, hat an der Ruhr-Uni studiert und legt mit der Standortentscheidung auch ein Bekenntnis für die Stadt ab.

Indes: „Momentan kommen wir mit dem Platz so gerade hin“, sagt Brandts, dessen Firma Degedi das Dreieckgrundstück von der WEG gekauft hat. Gerne soll das Projekt „Kontorhaus“ auch um die dahinterliegende Fläche erweitertet werden, die im Besitz einer Bochumer Familie ist. Es gibt Gespräche. Und bis Ende des Jahres soll eine Entscheidung gefallen sein, so der Investor.

Stimmt der Eigentümer des Nachbargebäudes zu, würde das geplante Bürogebäude über die gesamte zur Verfügung stehende Fläche entlang des Südrings ausgeweitet werden und damit etwa eine Nutzfläche von 10.000 Quadratmetern entstehen. In diesem Fall denkt Brandts gar darüber nach, Unterkünfte für die Fortbildungsteilnehmer einzurichten. Entwürfe für eine kleine und eine große Lösung hat das Bochumer Architektenbüro Rübsamen Partner bereits entwickelt, demnächst sollen sie dem Gestaltungsbeirat vorgestellt werden.

WEG will Leerstand bekämpfen

Bei der WEG herrscht große Zufriedenheit über die Entwicklung, die zeitlich in etwa einher gehen könnte mit weiteren Veränderungen an zentralen Stellen: nämlich mit dem Umbau des früheren Möbelhauses an der Kortumstraße 46 - 48 sowie dem Neubau an der Ecke Huestraße/Dr.-Ruer-Platz, dem jetzigen Uhle-Standort. Überhaupt widmet sich die WEG momentan ganz besonders der Innenstadt. „Dort liegt im Moment unser Fokus. Wir versuchen den Leerstand aktiv anzugehen.“

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