Hilfsorganisation

Bochumer Arzt hilft den ärmsten Menschen in Indien

In Indien möchte der Bochumer Arzt Cornelius Hörner den ärmsten Menschen helfen.

In Indien möchte der Bochumer Arzt Cornelius Hörner den ärmsten Menschen helfen.

Foto: Maurice Ressel

Bochum.  Für die „German Doctors“ geht Cornelius Hörner aus Bochum nach Indien. Er hilft denen, die sich keine medizinische Versorgung leisten können.

„Ich bin echt gespannt und habe großen Respekt“, sagt Cornelius Hörner. Drei Jahre hat er nach seinem Studium an der Ruhr-Uni im St. Elisabeth-Hospital im Fachbereich Innere Medizin gearbeitet. Am 10. Mai geht der Arzt für sechs Wochen nach Kalkutta in Indien – eine der ärmsten Regionen der Welt. Für die Hilfsorganisation „German Doctors“ wird er Menschen behandeln, die sonst keine ausreichende medizinische Versorgung erreicht. Dort, über 8000 Kilometer weg von der Heimat, werden Kranke in Lehmhütten behandelt.

„Mit einfachen Mittel kann ich viel bewegen“, erklärt der 30-Jährige. Er wird Menschen behandeln, die unter Bluthochdruck, Diabetes oder Lungenerkrankungen leiden. Hörner: „Vor Ort haben wir kein Geld für umfangreiche Diagnostikmethoden. Wir benutzen unsere fünf Sinne, um mit einfachen Möglichkeiten medizinische Hilfe zu leisten.“ Große Probleme gibt es in der Region mit der Krankheit Tuberkulose, eine hochansteckende Infektionskrankheit, die auf engem Raum in den indischen Slums schnell übertragen wird. Angst, sich selbst anzustecken, hat Hörner aber nicht. „Das Risiko ist zwar ein bisschen höher, mit einem guten Immunsystem und ein bisschen Vorsicht sollte es aber gehen.“

Alle in einer gemeinsamen Wohnung

Noch einen Monat dauert es, bis der junge Mediziner im Flugzeug sitzt – auf dem Weg in eine Region, in der er noch nie war. Die Hälfte seines Fluges bezahlt er selbst, für die Arbeit vor Ort bekommt er kein Geld. In Kalkutta wird er gemeinsam mit fünf anderen Ärzten arbeiten, alle wohnen in einer gemeinsamen Wohnung mit einzelnen Zimmern.

Die Ärzte, die mit „German Doctors“ nach Indien reisen, bleiben immer für sechs Wochen. Zudem ist ein Arzt dauerhaft im Einsatz. Jeweils in Dreierteams werden Hörner und seine Kollegen von Montag bis Freitag die Ambulanzen in der Umgebung abfahren – und versorgen die Menschen, die sich eine andere medizinische Versorgung nicht leisten können. Hörner: „Theoretisch ist Indien auf einem ähnlichen Stand wie Deutschland. Das Problem ist aber die riesige Schere zwischen arm und reich.“ Dazu kommt die Überbevölkerung – das Gesundheitssystem kann da nicht mithalten.

Der Respekt ist groß

Rund 50 Menschen pro Tag wird der Arzt in Indien behandeln. „Ich frage mich manchmal, ob der Einsatz wirklich so viel bringt. Dann denke ich mir aber, dass man schon ein bisschen was tut“, sagt Hörner. Man sieht dem jungen Arzt an, dass er sich auf seine Zeit in Indien freut – auch wenn der Respekt natürlich groß ist.

Was er machen will, wenn er wieder zurückkommt, steht noch nicht fest. Im Elisabeth-Hospital wird er nicht weiter arbeiten – er lässt es auf sich zukommen. Vielleicht wird Hörner aber auch noch in ein anderes Land reisen. Um gleich zwei Träume zu leben: andere Länder kennenlernen und dabei Menschen zu helfen.

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