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Bochum: Verfahren um Ex-TV-Polizist „Toto“ abgeschlossen

Der Bochumer Ex-TV-Polizist Torsten "Toto" Heim ist nach umstrittenen Aussagen bei einem Trucker-Festival in Thüringen mit einem blauen Auge davongekommen. Er hat kein Dienstvergehen begangen, haben Ermittlungen der Polizei ergeben.

Der Bochumer Ex-TV-Polizist Torsten "Toto" Heim ist nach umstrittenen Aussagen bei einem Trucker-Festival in Thüringen mit einem blauen Auge davongekommen. Er hat kein Dienstvergehen begangen, haben Ermittlungen der Polizei ergeben.

Foto: Georg Wendt / dpa

Bochum.  Bochums Ex-TV-Polizist Torsten „Toto“ Heim hat kein Dienstvergehen begangen. Das haben Polizei-Ermittlungen nach umstrittenen Aussagen ergeben.

Dieser Auftritt hatte hohe Wellen geschlagen: Im vergangenen Mai hatte der durch seine TV-Serien deutschlandweit bekannte Bochumer Streifenpolizist Torsten „Toto“ Heim („Toto & Harry“) eine Brandrede auf einer Trucker-Veranstaltung in Thüringen gehalten und darin auf vollmundige Weise über Ausländer und Kriminalität geredet. Dienstrechtliche Konsequenzen hat dies aber nicht.

Einen entsprechenden DPA-Bericht bestätigte am Sonntag Polizeisprecher Jens Artschwager der WAZ.

Die Staatsanwaltschaft Bochum hatte bereits wenige Tage nach Heims umstrittenen Äußerungen erklärt, dass diese nicht strafbar seien. Es folgten aber noch polizeiinterne Ermittlungen, die jetzt abgeschlossenen wurden. Die Polizeiführung hat mit ihm gesprochen. Heims Rede sei „missbilligt worden“, sagte Artschwager. „Die Polizei distanziert sich von den Äußerungen des Beamten.“

Bochumer Polizist „Toto“ bei Trucker-Festival: „Wer sich hier nicht benehmen kann, hat auch kein Aufenthaltsrecht“

Aktuell arbeitet der 56-Jährige im Wach- und Wechseldienst in der Wache Südost an der Universitätsstraße.

Heim war damals als Privatmann bei der Trucker-Treffen, als Botschafter des Vereins Kinderhospiz Mitteldeutschland. Was er dann auf der Bühne sagte, führte zu sehr viel Beifall im Netz, aber auch zu Kritik wegen polemischer Pauschalisierung. Die Rede wurde gefilmt und ins Internet gestellt.

„Wir bauen Synagogen, wir bauen Minarette und so weiter und so fort, aber wer sich hier nicht benehmen kann, der hat auch kein Aufenthaltsrecht, das sage ich ganz ehrlich“, heißt es in dem Video. „Wer sich hier scheiße benimmt, Straftaten begeht gegen andere Mitmenschen, der muss eigentlich wieder zurück in sein Land. Genau wie es dir passiert, wenn du Deutscher bist und benimmst dich nicht und beklaust sie oder packst sie oder begehst Straftaten, dann kommst du wieder zurück.“

Weiter heißt es: „Wir sind eigentlich zu weich, das ist leider so. Es wird nicht gleich behandelt, und das fällt den meisten Menschen ja auf. Da können nicht einige Leute von auswärts kommen, alles hier machen, Geld abkassieren – das ist meine persönliche Meinung – also wir müssen gleich behandelt werden.“

„Wenn ich in die Politik gehen würde, dann würde es rappeln“

Dann wurde Heim noch emotionaler: „Wenn ich in die Politik gehen würde, dann würde es rappeln. Aber ich habe da keine Zeit für. Ich fühle mich manchmal wirklich belogen und betrogen, gerade ich als Polizeibeamter, der sich 30 Jahre lang mit linken Zecken herumärgern muss.“

In einem darauffolgenden Interview mit der Rheinischen Post hatte Heim gesagt, dass er nicht missverstanden werden wolle: „Ich bin in keiner politischen Partei, nicht politisch aktiv und ich bin auch ganz sicher nicht in der AfD." Er habe auch nichts gegen Ausländer.

Kritik zog sich Heim im vorigen Oktober auch von einer Amtsrichterin zu, weil seine Aussage als Zeuge in einem Strafverfahren wegen illegalen Kraftfahrzeugrennens zu lustlos war.

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