Literatur

Bochum: Frank Goosen lässt die „Beatles“ hochleben

Vom Zauber der Musik der legendären „Beatles“ erzählt Frank Goosen in seinem neuen Buch.

Vom Zauber der Musik der legendären „Beatles“ erzählt Frank Goosen in seinem neuen Buch.

Foto: Akzente

Bochum.  Die „Beatles“ spielen im Leben von Frank Goosen seit je eine große Rolle. Im WAZ-Gespräch verrät der Bochumer Autor, was es damit auf sich hat.

Jetzt also die „Beatles“: Vom Zauber der legendären „Fab Four“ erzählt Frank Goosen (53) in seinem neuen Buch „Frank Goosen über The Beatles“ - kein Roman, aber eine unterhaltsame Anekdotensammlung, die der Bochumer unter dem Motto „Acht Tage die Woche“ am 13. Februar im Schauspielhaus Bochum live präsentiert.

Mit der WAZ plaudert der Autor gut gelaunt über seine ewige Liebe zu John, Paul, George & Ringo, die ihn seit Jugendtagen fesselt. Nur seine Söhne fahren da gar nicht so drauf ab.

Wie kam es zu dem Buch?

Mein Verlag Kiepenheuer & Witsch hat eine neue Reihe aufgelegt, in der Autoren über ihre Lieblingsbands schreiben. Zum Glück konnte ich mir die Beatles schnappen, denn mit denen fing für mich schließlich alles an.

Wann haben Sie die Band denn entdeckt?

Mit 13 Jahren bin ich Fan geworden, das war Ende der 70er Jahre. Mein Vater leitete eine kleine Elektroinstallationsfirma. Ein Auftrag führte ihn zu Radio Zerfass am alten Stadtbad. Mit den Worten „Gib mir kein Geld, gib mir lieber ein paar Platten für meinen Jungen“ ließ er sich damals mit Beatles-Scheiben bezahlen, die ich daraufhin rauf und runter gehört habe: vor allem das Blaue und das Rote Album und natürlich „Abbey Road“.

Dabei war die große Zeit der Beatles damals doch längst vorbei...

Stimmt, aber das war mir egal. Bei uns zu Hause wurde immer viel Schlager gehört. Die Beatles waren für mich ideal, um mich vom Geschmack der Eltern zu lösen. Gleichzeitig waren die Beatles aber auch nicht so radikal wie Punk oder New Wave, was andere damals hörten. Das sind perfekte Songs, die genau so weit von den Eltern entfernt waren, dass es für mich ideal passte.

Die Frage „Beatles oder Stones?“ stellte sich für Sie also gar nicht?

Ach, das war ja immer eine künstliche Rivalität, die in Wahrheit nie bestanden hat. Die Stones sind auch super, aber die Beatles waren mir wichtiger. Vor allem John Lennon habe ich immer als meinen imaginären großen Bruder betrachtet, den ich nie hatte.

Wie haben Ihre Eltern denn darauf reagiert?

Mit gesunder Skepsis. Einmal saß ich in meinem Zimmer und hörte „Eight days a week“ auf dem Plattenspieler, als meine Mutter reinkam und die Dreckwäsche vom Boden aufhob. Ich erklärte ihr dann, was der Titel bedeutet und dass die Woche ja nur sieben Tage hat. Da entgegnete sie staubtrocken: „Ja klar, und acht Tage die Woche darf ich hinter dir herräumen...“

Ihre Söhne sind 16 und 18 Jahre alt. Haben Sie sie auch schon von den Beatles überzeugen können?

Erstmal nicht. Für die Recherche zu meinem Buch waren wir in Liverpool, wo wir mit einem privaten Guide zu den Häusern gefahren sind, in denen John und Paul damals gewohnt haben. Das war super! Da haben meine Söhne zum ersten Mal den Song „Penny Lane“ gehört – und zwar in der gleichnamigen Straße. Für die beiden war das bestimmt ein Erlebnis, aber was sie genau für Musik hören, weiß ich gar nicht. Viel Hip-Hop, glaub’ ich.

Welche Rolle spielt Musik in Ihrem Leben?

Eine riesige Rolle, obwohl ich leider nie so musikalisch war, dass ich in einer Band hätte spielen können. Musik war für mich immer das Ventil, etwas rauslassen zu können: ob Enttäuschungen oder Liebeskummer. Damals habe ich mir meine erste Freundin ausgedacht, damit ich vor meinen Schulkameraden angeben konnte. Ich habe sie „Michelle“ genannt. Als ich dann wirklich verliebt war, musste ich mich aber schnell von ihr trennen. So ist Michelle meine erste offizielle Ex-Freundin.

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